aus: Ulrich
Haarmann Hg.: "Geschichte der arabischen Welt";
C.H.Beck-Verlag, München 1987
Unter Mitwirkung von
Ulrich Haarmann: Einleitung (S.9f.)
-- Albrecht Noth:
Früher Fantasie-Islam (S.11-100)
-- Tilman Nagel: Das
Kalifat der Abbasiden (S.101-165)
-- Heinz Halm: Die
Fatimiden (S.166-199)
-- Heinz Halm: Die
Ayyubiden (S.200-216)
-- Ulrich Haarmann:
Der arabische Osten im späten Mittelalter 1250-1517
(S.217-263)
-- Hans-Rudolf Singer:
Der Maghreb und die Pyrenäenhalbinsel bis zum Ausgang
des Mittelalters (S.264-322)
-- Barbara
Kellner-Heinkele: Der arabische Osten unter
osmanischer Herrschaft 1517-1800 (S.323-364)
-- Alexander Schölch:
Der arabische Osten im neunzehnten Jahrhundert
1800-1914 (S.365-431)
-- Helmut Mejcher: Der
arabische Osten im zwanzigsten Jahrhundert 1914-1985
(S.432-501)
-- Peter von Sivers:
Nordafrika in der Neuzeit (S.502-592)
ergänzende Daten-Angaben aus
Hermann Kinder/Werner Hilgemann: (dtv-Atlas der
Geschichte, München 1986
Chronologie
Englands
Profite und Exportboom in Mesopotamien und Ägypten -
Aufstands- vorbereitungen gegen die "Turkifizierung"
ohne Dschihad - englische Sicherheitsgarantien für
arabische Territorien gegen das osmanische Reich -
englisches Protektorat und Kriegswirtschaft gegen
Unabhängigkeit Ägyptens - arabische
Geheimgesellschaften - englische Doppeldiplomatie
für und gegen ein muslimisches Reich - Unterdrückung
Armeniens - Libanons Seidenindustrie durch
japanische Konkurrenz ruiniert - russisch-türkischer
Krieg um Armenien - Krieg auf der Arabischen
Halbinsel - russische Revolutionen -
Balfour-Declaration
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Englands Ökonomisten pressen bis 1914 aus
Mesopotamien und Ägypten grösste Exportkapazitäten
heraus. Inzwischen hoffen die verschiedenen Seiten im
Osmanischen Reich auf eine osmanische Niederlage im
aufziehenden Weltkrieg. Vor allem die arabische Seite
bereitet Aufstände gegen die "Turkifizierungs-
Diktatur" vor. Hedschas verweigert Konstantinopel
gleichzeitig die Ausrufung eines grossen "heiligen
Krieges" gegen England und Frankreich. England setzt
sich mit Truppen in Mesopotamien und Zypern fest.
Zur Unterdrückung von Unabhängigkeitsbewegungen wird
über Ägypten und Kuwait das Protektorat verhängt. Die
Kriegswirtschaften bringen Inflation und Bereicherung
der Grossgrundbesitzer. Mit Hedschas und Riad pflegt
England gleichzeitig willkommene Bündnisse. Die
Aufstände gegen die Osmanische Herrschaft gelingen, und
der Traum des englischen Aussenministeriums von einer
englischem Kolonialreich Ägypten-Indien scheint
realisierbar. Im Libanon flüchten derweil die jungen
Männer vor der Arbeitslosigkeit und schicken einen
Grossteil des Staatshaushaltes vom Ausland herein. Die
Seidenwirtschaft ist durch japanische Konkurrenz
ruiniert.
England spielt der arabischen Welt im
Husayn-McMahon-Abkommen den Bündnispartner für ein
muslimisches Reich vor, legt aber im geheimen
Sykes-Picot-Abkommen mit Frankreich die "Aufteilung" des
Vorderen Orient schon vor Kriegsabschluss fest. Russland
besetzt derweil Armenien und Persien, wird jedoch von
den Osmanen wieder zurückgeschlagen. Die Türkei beginnt
selbst mit der Unterdrückung der Armenier. Scherif
Husayn wird nach gelungenem Aufstand "König des
Hedschas" und ist mit aggressiven Wahhabiten
konfrontiert.
Während Konstantinopel letzte Justizreformen im Sinne
Europas bekannt gibt, bricht im Februar 1917 die
Revolution aus. Die Kapitalisten der Welt geraten in
Panik. Die Revolutionäre geben Dokumente über das
geheime Sykes-Picot-Abkommen heraus. England besetzt
Bagdad und Persien. Um die "USA" in ein Engagement
hineinzuziehen, das den Ausfall des russischen
Bündnispartners kompensieren sollte, verkündet der
englische Aussenminister die pro-jüdische
"Balfour-Declaration". Somit brüskiert England nach dem
Sykes-Picot-Abkommen die muslimische Welt ein zweites
Mal.
Chronologie
bis 1914
Mesopotamien:
Bewässerungsbauten - Exportboom zugunsten Englands
Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche durch
Bewässerung um das 10-fache seit 1869 [mit
sklavenähnlichen Anstellungsverhältnissen in der
Landwirtschaft?] (S.409). Basra verdreifacht seine
Exporte seit Anfang der 1880er Jahre, die in englischer
Hand liegen (S.418).
Palästina/Fantasie-Zionismus:
Es existieren 47 jüdische Siedlungen mit ca. 12’000
Einwohnern
-- davon werden 14 Siedlungen von zionistischen
Organisationen unterstützt
-- die jüdische Bevölkerung beträgt insgesamt 85’000,
12,3 % der Gesamtbevölkerung von 689’000 (S.430).
Ende Juli 1914
Vorderer Orient:
Miteinbezug des Osmanischen Reiches in den Krieg
Deutschlands und Österreichs - arabische,
jüdisch-zionistische und englische Taktiken
Im ganzen Osmanischen Reich weckt der Krieg Hoffnungen
auf Unabhängigkeiten, die aber von Frankreich und
England torpediert werden:
-- die europäischen Grossmächte Frankreich und England
planen die Aufteilung des Osmanischen Reiches nach einem
Sieg schon vor Abschluss des Krieges
-- die arabischen Bewegungen hoffen auf Unabhängigkeit
-- die Ägypten hoffen auf den Abzug der britischen
Okkupanten
-- die libanesischen Maroniten-Fantasie-Christen hoffen
auf einen eigenen Staat Libanon, der von Frankreich
protegiert wird
-- die Fantasie-Zionisten hoffen auf ein Bündnis mit den
Siegern für die zionistischen Pläne (S.431).
1914
Ägypten: Monokultur
Baumwolle
Der Export von Baumwolle und Baumwollsamen macht 92 %
des Exportwertes aus, davon 50 % nach England
[Hungerlöhne? Sklavenlöhne für die Bauern?]. Durch die
Baumwoll-Monokultur wird Ägypten zum Getreideimportland!
(S.419)
Syrien/Konstantinopel:
Abspaltung der Geheimgruppe "Der Bund" / al-’ahd
von der arabisch-nationalen Qahtan-Gesellschaft mit
unzufriedenen syrischen und mesopotamischen Offizieren.
Ziel des "Bund" ist politische Autonomie der arabischen
Provinzen und Gründung einer arabisch-türkischen
Doppelmonarchie nach österreichisch-ungarischem Vorbild
(S.427).
[Dabei ist die Doppelmonarchie seit langem im Zerfall
begriffen und auch nicht mehr zeitgemäss].
Arabien: Westküste:
Eigenständigkeiten in Jemen und ‘Asir
-- Sanaa ist nur noch de jure eine osmanische Provinz
-- das nördlich vorgelagerte arabische Fürstentum ‘Asir
"sympathisiert" mit den Briten und bereitet parallel zum
Hedschas einen Aufstand gegen die osmanische
"Turkifizierung" vor (S.451).
1914 ca.
Arabien: weitere Beduinen
werden sesshaft - Versorgungsproblem der ihwan-Dörfer
Stamm der al-’Uraymat schliesst sich den Mutayr an und
wird im Tal al-Artawiyya sesshaft, hat bereits
Fertigkeiten im Brunnen- und Häuserbau (S.453).
Versorgungsproblem der neuen ihwan-Dörfer/hugar ist der
Weizen. Die kriegerischen Traditionen werden
beibehalten, die ihwan-Krieger bekommen bald den Nimbus
der Unbesiegbarkeit durch ihren religiösen Fanatismus
bei Feldzügen gegen weitere Nomaden, die so zur
Sesshaftigkeit gezwungen werden. Getötet wird, wer der
Aufforderung zum Siedeln im Namen des Fantasie-Islam
nicht nachkommt. Gefangennahmen gibt es nicht (S.454).
Mai 1914
Arabien: Dynastiegründung
von ‘Abd al-’Aziz durch Konstantinopel bewilligt
‘Abd al-’Aziz erreicht in Konstantinopel in einem
"Tauschhandel" die Anerkennung seiner Eroberung der
Küstenprovinz al-Hasa:
-- ‘Abd al-’Aziz anerkennt die osmanische Oberhoheit
über den Nadschd
-- ‘Abd al-’Aziz wird zum Wali ernannt
-- der Nadschd wird der Familie der Sa ‘ud erblich
zugesprochen und die rivalisierende Dynastie der Al
Raschid wird ins nördliche Gabal Sammar zurückgedrängt,
von wo sie kommt (S.452).
Mitte 1914
Hedschas: Keine Ausrufung
eines "heiligen Krieg" gegen die "christlichen Mächte"
Scherif Husayn verweigert die Anweisung Konstantinopels,
einen "heiligen Krieg"/Dschihad gegen die christlichen
Mächte auszurufen, denn er strebt nach wie vor eine
britische Sicherheitsgarantie gegen das Osmanische Reich
und gegen die "Turkifizierung" an.
England will aus dieser Konstellation grösstmöglichen
Nutzen ziehen (S.441).
Arabien: Die Wahhabiten
unter ‘Abd al-’Aziz begrüssen die Vermeidung eines
neuen Dschihad und vermeiden eine Einbindung in
eine englische Strategie, die sie in Kriege verwickeln
würde. Sie streben ein Defensivbündnis gegen Al Raschid
an, der sich auf die osmanische Seite gestellt hat
(S.455).
28.10.1914
Türkei-Russland: Türkische
Marine beschiesst russische Schwarzmeerhäfen
(S.438)
30.10.1914
Kriegseintritt des
Osmanischen Reichs an der Seite von Deutschland und
Österreich
(S.427). Die arabischen Staaten hoffen auf eine
Niederlage des Osmanischen Reichs, so dass
Unabhängigkeiten möglich sein werden (S.427-428) mit
Hoffnungen auf Unterstützung der Unabhängigkeiten durch
Frankreich und England, wobei gleichzeitig auch die
Eroberungsstrategien Englands und Frankreichs gesehen
werden (S.428).
Okt 1914
Arabien: Die Dynastie von
Al Raschid im Gabal Sammar stellt sich auf die
osmanische Seite
(S.455)
31.10.1914
England:
Sicherheitsgarantie für Hedschas
(S.441)
ab Okt 1914
Vorderer Orient:
Planmässige Revolutionsunterstützungen Englands und
Deutschlands
-- gegen das Osmanische Reiches (S.437)
-- England kann den Hedschas gegen das Osmanische Reich
unterstützen
-- England erhofft sich durch Revolutionen gegen das
Osmanische Reich militärische Entlastung im Vorderen
Orient (S.437-438).
Die Entente [wie auch die Mittelmächte] unterstützen
Revolutionen in kolonialen Imperien als Kriegsmittel, da
dann die militärischen Kräfte des Gegners an vielen
Stellen gebunden werden.
Die Agenten der kriegsführenden Mächte werden zu den
ersten Guerillaführern, am bekanntesten: der Brite
Lawrence in Arabien und der Deutsche Wassmuss in
Südiran.
Die "Arabischen Bewegungen" müssen alle
militärisch-strategischen Kalküle der Entente und der
Mittelmächte erkennen und abwehren, um nicht von ihnen
manipuliert zu werden (S.438).
2.11.1914
Ägypten: Verkündung des
Kriegsrechts unter englischem Kommando
(S.464)
2./5.11. 1914
Kriegserklärungen Englands,
Frankreichs und Russlands gegen das Osmanische Reich
(S.438)
Nov 1914
Ägypten: England verzichtet
auf die Annexion Ägyptens
England plant die Annexion Ägyptens, die aber mit
"Rücksicht auf den französischen Entente-Partner" nicht
ausgeführt wird (S.460).
Nov 1914 ca.
Englands Truppen in
Mesopotamien und Zypern
-- Mesopotamien-England: Landung eines britischen
Expeditionskorps in Südmesopotamien
-- Annexion Zyperns.
England unternimmt damit eine völkerrechtliche und
diplomatische "Festigung" seiner Position im Vorderen
Orient (S.438).
Dez 1914
England erklärt Ägypten und
Kuwait zu Protektoraten
und plant, das Osmanische Reich mit der Strategie eines
"quick kill" schnell auszuschalten, um den
deutsch-türkischen Plan eines Vormarsches zum Suezkanal
zu verhindern. Dadurch würde eine englisch-arabische
Allianz überflüssig werden (S.438).
Ägypten wird deswegen Protektorat, weil dort eine starke
Unabhängigkeitsbewegung existiert. Das Protektorat
erscheint den ägyptischen Strömungen als vorläufige
Kriegsmassnahme.
Englands Politik weiss genau, wie sie die arabische Welt
manipulieren muss. In Hedschas mit schwacher
Unabhängigkeitsbewegung wird ein Bündnis geschlossen
(S.460). Auflösung der gesetzgebenden Versammlung
Ägyptens (S.462).
Das Protektorat in Ägypten schafft klare Fronten gegen
Konstantinopel:
-- Kriegsrecht und Kooperation der Regierung von Husayn
Ruschdi
-- der Suezkanal soll britisch bleiben
-- Ägypten wird logistische Basis Englands und
Nachschubbasis
-- Aufhebung der osmanischen Oberhoheit
-- Ersetzung von Khediv ‘Abbas Hilmi II. durch Husayn
Kamil, ein Kollaborateur
-- der britische Hochkommissar übernimmt die
Aussenpolitik (S.461).
1914-1918
Hedschas: Hedschas
politisiert gegen Konstantinopel
Emir Husayn b. ‘Ali, der 1908 noch von den Jungtürken
als Emir eingesetzt worden war, wendet sich nun gegen
Konstantinopel und wird zur "Galionsfigur" der
arabischen Unabhängigkeitsbewegung gegen die türkischen
Nationalisten (S.423).
ab 1914
Osmanisches Reich: arabische Aufstände gegen die
jungtürkische Diktatur
(S.435). Dabei befinden sich die muslimischen nationalen
Bewegungen, die eine Nationenbildung der "arabischen
Nation" anstreben, im Widerspruch zum Fantasie-Islam
(S.433),
.
[weil der Begriff "Nation" nicht im Fantasie-Islam
vorkommt. Die Bewegungen streben nach etwas, was sie
dann schliesslich doch nicht befürworten werden].
Arabien: englisches Bündnis
mit Riad
Britisch-indische Regierung unterstützt Wahhabiten in
Riad unter Abd al-’Aziz durch Hilfszahlungen/
Subsidienzahlungen in al-Hasa am Persischen Golf als
Gegengewicht zum Osmanischen Reich (S.451).
England: Traum vom
Kolonialreich Ägypten-Indien
Aussenminister Curzon vom Foreign Office träumt von
einem mit Britisch-Indien verschränkten britischen
Vizekönigtum Ägypten (S.464).
[Damit hätte England gleich den halben Welthandelsprofit
in den eigenen Taschen].
1915
Libanongebirge-"Handelskolonien"
Verdiensttransfer ins Heimatland: Schätzungen
besagen, dass bereits 40 % der Einkommen von Emigranten
in "Handelskolonien" stammen (S.417-418), so viel, wie
die Seidenindustrie und die Landwirtschaft zusammen
(S.418).
Anfang 1915 ca.
Osmanisches Reich/Arabische
Bewegung: Zentrale in Damaskus
Verlegung der Zentrale der arabischen Geheimgesellschaft
al-fatat von Konstantinopel nach Damaskus. Beide
Geheimgesellschaften al-fatat und al-’ahd haben über den
Sohn von Scherif Husayn, Faysal, Kontakt nach Mekka.
Al-fatat verkündet dem Scherif Husayn in Mekka über
seinen Sohn Faysal die Bereitschaft zum Aufstand in
Syrien und Mesopotamien (S.441).
ab Jan 1915
Ägypten: Besatzungsregime, englische Kriegswirtschaft
und Versklavung
-- rigorose Kriegsbewirtschaftung mit Bewirtschaftung
von jedem Winkel bebaubaren Agrarlandes, wobei die
Bevölkerung nur das Existenzminimum zugestanden wird
-- die starke Nachfrage und die hohe Kaufkraft der
Empire-Truppen und Requisitionsmassnahmen treiben die
Lebenshaltungskosten in die Höhe: die Getreidepreise
steigen
-- die steigenden Baumwollpreise, die den Bauern zugute
kommen könnten, werden mit einem britischen
Interventionsbeschluss auf niedrigem Niveau gehalten, so
dass die Bauern verarmen
-- Aushebung der ägyptischen Bevölkerung zur
Zwangsarbeit im System des britischen
Nachschubs/"Etappe" und ausserhalb Ägyptens ist
alltäglich (S.461).
Die Grossgrundbesitzer und deren Verwalter werden zum
verlängerten Arm der Kriegswirtschaft und können Gewinne
anhäufen, die aber wegen des Krieges nicht in den Ausbau
von Bewässerung oder Mechanisierung verwendet werden
können (S.461).
Ägypten: Inländische
Handwerker und Händler profitieren, weil die bis anhin
freie ausländische Konkurrenz endlich ausbleibt
-- Erweiterung von Kapazitäten und Neugründungen mit
hohen Umsätzen, wahrscheinlich in Zusammenarbeit mit den
Grossgrundbesitzern
-- es entsteht eine neue ägyptische Mittelschicht von
kleinen und grossen Unternehmern (S.461).
Anfang 1915
Arabien: Krieg zwischen
Wahhabiten und Al Raschid - Wahhabiten verlieren Boden
-- Kämpfe zwischen Truppen von ‘Abd al-’Aziz und Al
Raschid mit Vorteilen für Al Raschid.
-- in der Folge wendet sich ‘Abd al-’Aziz noch
entschiedener an England für eine Protektion (S.455).
1915
Arabien/Riad: ‘Abd al ‘Aziz
wird zum Emir des Nadschd ernannt
(S.452); Tributverhältnisse zu den anderen Stämmen und
geschickte Heiratspolitik zur Sicherung der Herrschaft
(S.459).
19.2.1915
England-Konstantinopel:
Beginn der Kämpfe um die Dardanellen
(S.438)
4.3.-10.4.1915
England: Aushandeln eines
Abkommens mit Russland für neue Kriegsziele
(S.438)
10.4.1915
England-Russland:
Konstantinopel-Abkommen
Russland soll nach einem Sieg die Dardanellen und Teile
Nordost-Anatoliens erhalten (S.438).
25.4.1915
Englische Landung auf
Gallipoli auf den Dardanellen
als Vorbereitung zum Sturz Konstantinopels (S.438).
April / Mai 1915
England: Bekräftigung der
Sicherheitsgarantie für den Hedschas
-- mit dem zusätzlichen Grund, einen Dschihad auf alle
Fälle zu blockieren
-- gleichzeitig wird England mit arabischem Misstrauen
verfolgt, weil Ägypten inzwischen zum Protektorat
erklärt wurde (S.441).
In der Folge gründet England ein englisches
"Arabienbüro" in Kairo mit "Experten", u.a. Storrs und
Lawrence, die intensive Kontakte zur arabischen Seite zu
Vertretern "der arabisch-islamischen Renaissance"
pflegen: ‘Aziz ‘Ali al-Misri, Raschid Rida und der
Sudanese ‘Ali al-Mirgani:
-- um Vertrauen zu erheischen
-- um die politischen Stimmungen unter den Arabern
auszuforschen (S.441).
Mai 1915
Damaskus-Protokoll für ein
unabhängiges Arabien - englisches Machtwort über die
Levante
Protokoll der beiden arabischen Geheimgesellschaften
al-fatat und al-’ahd, von Faysal nach Mekka zu Scherif
Husayn gebracht, mit Postulierung eines unabhängigen
arabisch-muslimischen Reichs:
-- mit allen muslimischen Ländern des Fruchtbaren
Halbmonds ausser Aden und Ägypten
-- ohne definierte Grenze zu Persien
-- mit genau bezeichneter Nordgrenze zu Anatolien
entlang des 37.Breitengrads auf der Linie Birecik-Urfa-
Mardin-Midyat-Cizre-Amadiya (S.442).
Der Scherif übernimmt die Grenzlinie in seine
Verhandlungen. Englands Hochkommissar McMahon sperrt
sich dagegen, konsultiert London und postuliert die
Einschränkung, dass die Gebiete westlich von Aleppo und
Damaskus "nicht rein arabisch" seien und deshalb nicht
in ein arabisches Territorium integriert werden könnten:
-- Gebiet um Mersin
-- Gebiet um Iskenderun
-- Libanon
-- Palästina (S.442).
14.7.1915-10.3.1916
Verhandlungen zwischen
Scherif Husayn und dem englischen Hohen Kommissar
McMahon in Kairo um ein muslimisches Nachfolgereich
-- Verhandlungen um die Staatenbildungen in den
muslimischen Territorien des Osmanischen Reiches (S.440)
-- Husayn in Mekka verhandelt über einen Emissär der
al-’ahd, [Fantasie]-Muhammad Sarif al-Faruqi, der
zwischen Mekka und McMahon in Kairo die schriftlichen
Stellungnahmen hin und her trägt (S.444)
-- zäher Verhandlungsverlauf mit Vertretern der
"Arabischen Bewegung", weil die arabische Bewegung unter
sich auch nicht einig ist:
oo Scherif Husayn und das nach ihm benannte
"hasimitische Lager" findet das Paktieren mit England
als das "kleinere Übel" gegenüber den Mittelmächten
oo General ‘Aziz ‘Ali al-Misri und seine Anhänger wollen
an einem osmanisch-islamischen Loyalitätsverbund
festhalten und gegen die osmanisch-türkischen Garnisonen
Autonomien erkämpfen, das muslimische Grossreich aber
erhalten (S.440).
Notabeln und Offiziere der arabischen
Geheimgesellschaften al-fatat und al-’ahd blicken
erwartungsvoll nach Mekka, ergeben sich der
Hedschas-Führung unter Husayn (S.441).
Ende 1915 ca.
Osmanisches
Reich-Deutschland: Scheitern der deutsch-türkischen
Offensive zum Suezkanal unter Militärgouverneur
Gamal Pascha. Dieser lässt in der Folge in Syrien und
Libanon frankophile und arabische Nationalisten
reihenweise aufhängen, darunter auch Mitglieder der
Geheimorganisationen al-fatat und al-’ahd
Zusätzlich wird die britische Position erschwert durch
-- englische Niederlage und Abzug von den Dardanellen
-- englische Niederlage in Südmesopotamien mit
Kapitulation
-- neue deutsch-türkische Vorbereitungen zu einem
Feldzug zum Suezkanal unter Beteiligung von General
Falkenhayn (S.442).
Folge-Entwicklungen:
-- in der allgemeinen Panik bleibt die Frage der
Nordgrenze eines unabhängigen Arabiens ausgeklammert
(S.442)
-- England verheimlicht alle Absprachen mit Frankreich
vor den Arabern zugunsten der "französischen Interessen"
(S.442-443).
Folge-Entwicklungen:
-- der Nahost-Konflikt ist bereits Ende 1915
vorprogrammiert, auch ohne Israel
-- die Nord-Süd-Verbindung zwischen Syrien und Ägypten
ist von Frankreich udn England bereits ohne Israel
blockiert (S.443).
26.12.1915
Arabien-England: englischer
Schutzvertrag mit den Wahhabiten
ohne militärischen Auftrag für die Wahhabiten, die gegen
Al Raschid beinahe verloren hatten. Die Dynastie von
‘Abd al-’Aziz kann einfach den Kriegsausgang abwarten
(S.455).
1916
Qatar wird britisches
"Quasi-Protektorat"
(S.422)
9.1.1916
England-Konstantinopel:
Englischer Abzug von den Dardanellen
-- die Gefahr des osmanisch-deutschen Vorstosses bis zum
Suezkanal ist nicht abgewendet
-- eine englisch-arabische Allianz gegen das Osmanische
Reich und Deutschland bleibt nötig und ergibt für
England zusätzliche Verwicklungen (S.438).
Jan-Apr 1916
Russland-Türkei: russischer
Vorstoss in Armenien und Persien
(dtv-Atlas, S.127)
10.3.1916
Kairo/Hedschas/England:
Husayn-McMahon-Abkommen: ohne Grenzfestlegung
-- zur Staatenbildung in den arabisch-muslimischen
Territorien (S.440)
-- McMahon gibt Scherif Husayn die Zusicherung zum
Ausrufen eines Kalifats nach einem englischen Sieg
-- die Staatsgrenzen und Unterteilungen bleiben aber
offen (S.444).
April 1916
Armenien und Teile
Nordpersiens werden russisch besetzt
(dtv-Atlas, S.127)
Irak: Osmanischer Sieg
gegen die englischen Truppen unter General Townshends
bei Kut al-’Amara
(S.447)
26.4.-23.10. 1916
England-Russland: Ergänzung
des Konstantinopel-Abkommens gegenüber Russland
(S.438)
16.5.1916
England-Frankreich:
Geheimes Sykes-Picot-Abkommen zur "Aufteilung" des
Osmanischen Reichs
(S.440) ohne die arabische Seite auch nur zu
konsultieren (S.442-443).
Einteilung der
"Interessenssphären" mit unterschiedlichem politischen
Status
-- südliches Mesopotamien und Mittelmeerregionen
sollen annektiert werden
-- Syrien und Mittel- und Nordmesopotamien sollen
autonomes arabisches Herrschaftsgebiet unter
französischer und britischer Kontrolle werden
-- Palästina soll mit Jerusalem als Hauptstadt eine
internationale Verwaltung erhalten
-- Haifa soll als wichtiger Hafen britische Enklave sein
(S.440)
-- der grösste Teil des Südirak soll englisch annektiert
und für den Baumwollanbau "entwickelt" [und versklavt]
werden. Die Leitlinie bleibt bis 1918 erhalten (S.447).
5.6.1916
Arabien/Hedschas: Beschluss
zum Aufstand gegen das Osmanische Reich
Scherif Husayn leitet die militärisch-arabische
Sezession vom Osmanischen Reich ein. Beschluss zum
militärischen Aufstand (S.438).
Juli 1916
Hedschas: arabischer
Aufstand unter Scherif Husayn
(S.447) gegen das Osmanische Reich (S.455).
Aug 1916
Armenien: Türkische Truppen
erobern "Türkisch-Armenien" gegen russische Truppen
wieder zurück
(dtv-Atlas, S.127)
Ende 1916
Hedschas: Sieg in Medina -
Husayn als "König der arabischen Länder"
Dem Scherifenheer gelingt die Einnahme der
türkischen Garnison in Medina ein.
In der Folge lässt sich Scherif Husayn zum "König der
arabischen Länder" proklamieren, was aber von der
Entente nicht anerkannt wird, obwohl Hedschas aktiv und
die Wahhabiten passiv sind und der Sa ‘ud-Familie das
Charisma fehlt (S.455).
ab Ende 1916
England-Frankreich: Geheime
Abänderung des Sykes-Picot-Abkommen: Neue Kriegsziele
wegen der Kriegsentwicklung (S.440).
ab 1916 ca.
Libanongebirge-Japan:
Völlige Ruinierung der Seidenindustrie durch die
japanische Konkurrenz
(S.417)
Verherrlichung der
Aufstände durch das britische Arabienbüro in Kairo
unter Lawrence
-- die Aufstände sind aber nur ein Element unter vielen
-- die muslimischen Gebiete müssen zwischen dem
osmanisch-türkischen Diktatur und dem
französisch-englischen Imperialismus ihre eigene Linie
finden, was eine beinahe unlösbare Aufgabe ist (S.435).
England: Geheimmission von
Lawrance im Fruchtbaren Halbmond, auch im Irak
Übernahme der militärischen Zuständigkeit durch London
(S.447).
1917
Ägypten: Tod von Khediv
Husayn Kamil, Nachfolger: Fu’ ad
(S.461)
3.1.1917
Entente-Hedschas: "König
des Hedschas" wird anerkannt - Bürgerkrieg mit Riad
als Perspektive
-- Note der Entente mit der Anerkennung eines "König des
Hedschas"
-- Scherif Husayn hat seine Anerkennung als "König der
arabischen Länder" verfehlt (S.455)
-- die Grundlage zum Konflikt zwischen Hasimiten unter
Scherif Husayn und der Sa ‘ud-Dynastie in Riad ist damit
gelegt mit dem Ziel der gegenseitigen Vertreibung von
der Arabischen Halbinsel (S.456).
1917 ca.
Arabien: Sieg der
Wahhabiten gegen Al Raschid und Ausdehnung nach Norden
-- die Wahhabiten besiegen die Al Raschid-Truppen und
die mechanisierten Truppen des Hasimiten ‘Abdallah bei
Turabo
-- die Wahhabiten besetzen durch ihwan-Krieger das Wadi
s-Sirhan bei der transjordanischen Grenze (S.457).
1917
Konstantinopel:
Frauenrechte und Einschränkung der Fantasie-Islamisten
-- Verabschiedung eines Familiengesetzes mit grösseren
Rechten für Frauen
-- Unterstellung der religiösen Gerichte unter das
säkularisierte Justizministerium soll den
sozio-kulturellen Dualismus überwinden helfen, tut es
aber nicht
-- die Spaltung zwischen "Fortschrittlichen"/"Westler"
und "Traditionellen"/"Fantasie-Muslimen" in der
Bevölkerung des Osmanischen Reichs bleibt weiter
bestehen. Entstehen vieler Zwischengruppen, breite
Diskussion, darunter die Gruppe von Atatürk, der eine
radikale Europäisierung anstrebt (S.245).
23.2.1917
Russland: Ausbruch der
Februarrevolution
(dtv-Atlas, S.129)
März 1917
Irak: englische Besetzung
Bagdads
gegen die Osmanen im zweiten Anlauf. Aufruf an die
Bevölkerung zu "Ruhe und Ordnung". Mossul soll
französische Zone werden. Englische Besatzungsmethoden
aus Britisch-Indien werden im Irak übernommen (S.447).
April 1917 ca. / nach Ausbruch der russischen Revolution
England besetzt Persien
(dtv-Atlas, S.127)
Oktober 1917
Russland:
Oktoberrevolution - das Sykes-Picot-Abkommen wird
bekannt
Die Bolschewiki öffnen die geheimen Archive und
veröffentlichen die geheimen Teilungsabkommen
Frankreichs und Englands über den Vorderen Orient. Die
"Arabische Bewegung" kann am Willen der französischen
und englischen Regierung nur wenig ändern. England und
Frankreich halten an den Plänen für die Protektorate
fest und meinen weiter, sie müssten in islamischen
Gesellschaftsstrukturen Staatenbildungen nach
europäisch-christlichem Muster "zustandebringen".
England unternimmt Beschwichtigungsversuche gegenüber
den Arabern (S.443).
2.11.1917
England-Palästina:
Balfour-Erklärung als Lockinstrument für ein
Eingreifen der "USA" gegen die Mittelmächte -
arabische Entrüstung
Der englische Aussenminister Arthur James Balfour gibt
eine Erklärung zur Unterstützung einer "jüdischen
nationalen Heimstätte in Palästina" ab, obwohl kaum ein
halbes Prozent der jüdischen Weltbevölkerung in
Palästina lebt (S.430).
Auch der Fantasie-Zionismus selbst bleibt bis 1933 eine
Organisation einer kleinen Minderheit der europäischen
und weltweiten Fantasie-Juden (S.431).
Die Balfour-Erklärung kommt für die arabische Welt aus
heiterem Himmel. England gibt sich als Verbündeter des
Fantasie-Zionismus in Abstimmung mit den Regierungen der
"USA" und Frankreichs:
-- für die "Errichtung einer jüdischen
Nationalheimstätte in Palästina"
-- die Erklärung soll die "USA", nachdem der russische
Verbündete nun ausgefallen ist, auf die Seite der
englisch-französischen Entente locken, damit man gegen
die Mittelmächte doch noch den Krieg gewinne.
Britische Beschwichtigungsversuche gegenüber den Arabern
(S.443).
ab 1917
Die muslimischen Gebiete
müssen eine politische Linie finden zwischen
-- osmanisch-türkischer Diktatur
-- französisch-englischem Imperialismus
-- sich ausbreitendem Bolschewismus (S.435, 440)
[wobei weder das eroberische Fantasie-Christentum noch
der bolschewistische Atheismus in muslimischen Gebieten
grosse Chancen haben, was die Europäer nicht sehen oder
nicht sehen wollen].
14 Punkte
Wilsons - Friede von Brest-Litowsk und Bukarest -
Waffenstillstand in Türkei und Frankreich - England
und "USA" verweigern Ägypten die Unabhängigkeit -
Syriens Seidenwirtschaft am Boden - das europäische
Joch zerschneidet die muslimische Nord-Süd-Achse -
zionistische Landkarte und Balfour - europäische
Besetzungen in der Türkei - Allgemeiner syrischer
Nationalkongress gegründet und aufgelöst -
französische Besetzung Syriens mit Bombardements -
erpresste Verträge von Versailles, St-Germain,
Trianon und Sèvres - Aufhebung des Kriegsrechts in
Ägypten - der verarmte Orient - Türkei wehrt sich
gegen griechische Besetzung - Gründung des Libanons
und Jordaniens - englische Besetzung des Irak mit
Bombardements - französische Gewaltherrschaft in
Syrien
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
8.1.1918
"USA": Erklärung der 14
Punkte von "US"-Präsident Wilson
(S.440)
-- Abschaffung der Geheimdiplomatie
-- Freiheit der Meere (für die Staaten, die eine
Schiffsindustrie besitzen)
-- Freiheit der Weltwirtschaft (für die Staaten, die das
Investitionskapital besitzen)
-- Rüstungsbeschränkung
-- Regelung der kolonialen Ansprüche (für die Staaten,
die die todbringendsten Truppen haben)
-- Räumung Russlands durch die Mittelmächte
-- Regelungen für Europa, Belgien, Polen,
Elsass-Lothringen und die Völker der Donaumonarchie und
des Balkans
-- Unabhängigkeit der Türkei
-- Öffnung der Meerengen (Dardanellen)
-- Autonomie der nichttürkischen Völker des Osmanischen
Reiches (dtv-Atlas, S.131)
[-- komischerweise anerkennt die "USA" die Indianer
nicht als eigene Völker
-- und die Völker in Asien und Afrika sollen keine
"Regelungen", sondern Kolonialbesetzungen erhalten
-- und ein Israel oder wenigstens eine Anspielung auf
ein Israel soll es auch nicht geben
->> insofern bergen die 14 Punkte von Wilson ein
grosses Konfliktpotential
->> und an den "Universitäten" wird weiter der
Rassismus-Darwinismus gelehrt].
Mitte Jan 1918 ca.
Erneute Änderung des
Sykes-Picot-Abkommen nach der Bekanntgabe der 14
Punkte: Planung von "Mandaten"
-- Regionen um Mossul und Palästina sollen britische
Mandatsgebiete werden
-- statt Annexionen sollen Mandatsgebiete gegründet
werden mit dem Auftrag an die Mandatsmacht, eine
Staatenbildung zu "bewerkstelligen", entsprechend dem
Husayn-McMahon-Abkommen (S.440).
ab Jan 1918
Ägypten: Hoffnung auf
"Selbstbestimmung" und Unabhängigkeit
Hoffnungen der Regierung Husayn Ruschdi auf eine
problemlose Unabhängigkeit mit "Selbstbestimmungsrecht
der Völker" gemäss den 14 Punkten von Wilson. Die ganze
Bevölkerung hat in nationalen Bewegungen hohe
Erwartungen (S.461):
-- die Bauern hoffen auf das Ende der Kriegswirtschaft
-- die neuen Unternehmer und Teile der Oberschicht
fürchten um Schmälerung der Existenzen (S.461).
In der Folge ist die Nationalbewegung in Ägypten
ambivalent und äussert sich in verschiedenen,
unkoordinierten Aktionen (S.461-462). Sie umfasst
Ägypten und den Sudan:
-- Bauernrebellion
-- Streikbewegung der Industrie- und Transportarbeiter
(S.462).
Es sind beides Proteste gegen den neuen Mittelstand
(S.462).
Der Mittelstand seinerseits, die akademische Jugend und
z.T. die agrarische Oberschicht setzen die
Nationalbewegung für ihre eigenen Interessen ein mit
Ziel
-- Rauswurf der ökonomisch dominanten Briten
-- Wiederherstellung des pseudoparlamentarischen Systems
-- gegen die autokratischen Tendenzen des Königspalastes
-- Abschaffen der Wehrdienste/"Kapitulationen" unter
britischer Flagge, wird bis 1937 beibehalten
-- Etablieren der wirtschaftlichen Unabhängigkeit
(S.462).
1918
England-Palästina: Plan für
ein Mandat Palästina
mit Ostjordanland, Provinz Jerusalem, Nablus und Akkon.
Hauptstadt soll Jerusalem sein (S.445).
3.3.1918
Friede von Brest-Litowsk
-- Russland verzichtet auf Livland, Kurland, Litauen,
Estland und Polen
-- Russland anerkennt die Unabhängigkeit Finnlands und
der Ukraine
-- Russland akzeptiert Reparationsverpflichtungen
(dtv-Atlas, S.131).
7.5.1918
Friede von Bukarest
zwischen den Mittelmächten und Rumänien
Die Dobrudscha wird Bulgarien zugeschlagen und
Deutschland die Nutzung der rumänischen Ölquellen
ermöglicht (dtv-Atlas, S.131).
[Ergänzung:
Frankreichs letzter Anlauf
gegen die Germanisierung hat Erfolg
-- nach dem Frieden von Brest-Litowsk und dem Frieden
von Bukarest können sich die Mittelmächte auf die
Westfront konzentrieren und hoffen gegen Frankreich und
England weiter mit einem Sieg
-- in Deutschland ist der Hunger aber so gross und die
Wohlstandsschere derart krass, dass die kommunistische
Partei, die sich inzwischen in Deutschland von Russland
her gebildet hat, einen Munitionsarbeiterstreik
organisiert und so die Siegesträume der deutschen
Militärs entscheidend einschränkt
-- Frankreich hetzt nun unter Clémenceau zum
Sturmangriff gegen den deutschen "Boche", während der
deutsche Soldat das Demokratiegeschwätz der neuen
Parteien nicht hören will, solange er ohne Munition der
französischen Front weichen muss
-- Frankreich, England und "US"-Truppen verhindern so
die Germanisierung Frankreichs und Belgiens].
Sep 1918
Palästinaschlacht. Die
englischen Truppen können die türkische Front bei
Jaffa durchbrechen
(dtv-Atlas, S.131)
Arabisch-englischer
Vormarsch auf Damaskus
unter arabischen Offizieren der al-’Ahd, darunter Nuri
as-Sa ‘id (S.444).
Okt 1918
Nord-Irak/Mossul: Beginn
der englischen Invasion in Mossul
auf Drängen der britischen Admiralität (S.447)
[wahrscheinlich gegen das bolschewistische Russland
gerichtet].
14./15.10.1918
Konstantinopel richtet ein
Waffenstillstandsgesuch an "US"-Präsident Wilson
(dtv-Atlas, S.131)
30.10.1918
Waffenstillstand zwischen
Türkei und England
(S.447)
Anfang Nov 1918
Türkei: Einlaufen der
"Grossen Flotte" der Alliierten im Bosporus - Planung
einer "Meerengenzone"
Nach dem Waffenstillstand von Mudros läuft die "Grosse
Flotte" der Alliierten im Bosporus ein. Planung einer
internationalen "Meerengenzone" (dtv-Atlas, S.167).
11.11.1918
Waffenstillstand an der
deutsch-französischen Grenze
(S.462)
[Ergänzung:
Erpressung Deutschlands
durch die französische Armee an der Grenze
Die französische Armee unter Foch bezieht an der
deutsch-französischen Grenze Position und hält die
Hungerblockade weiter aufrecht, um von der deutschen
Regierung bessere Friedensbedingungen abpressen zu
können].
13.11.1918
Ägypten: Vorbereitung einer
Delegation nach London unter Sa ‘d Zaglul für
ägyptische Unabhängigkeit - Englands Regierung
verweigert jedes Gespräch
Sa ‘d Zaglul kündigt dem britischen Hochkommissar eine
ägyptische Delegation/wafd nach London an, wird dabei
von ägyptischen Politikern der 1914 aufgelösten
gesetzgebenden Versammlung unterstützt, zur Vorbereitung
der Aufhebung des Protektorats nach dem Rückzug aller
britischen Truppen aus Ägypten und Sudan noch vor dem
Konferenzbeginn in Versailles.
In der Folge verweigert die britische Regierung jede
Verhandlung über den Status Ägyptens und lässt die
Delegation ohne Verhandlungen wieder nach Hause reisen
(S.462).
Ende 1918
Arabien: spontane Ausrufung von arabischen Stammes-
und Stadtstaaten
die ihre Loyalität zu Scherif Husayn versichern (S.445).
Arabien: Gründung des
Königreichs Saudi-Arabien
(S.422)
Hedschas-Arabien:
Ausweitungsversuch - Hilferuf von Khurma und Turaba an
Riad - Krieg
Scherif Husayn versucht seine Herrschaft über den
Hedschas zu "festigen". Hilferuf der Ortschaften
Khurma/al-Hurma und Turaba an den Wahhabiten ‘Abd
al-’Aziz gegen Husayn (S.451), denn diese wollen ihre
religiöse Unabhängigkeit vor dem Hedschas bewahren. ‘Abd
al-’Aziz wird als Schiedsrichter gegen Husayns
"Festigungspolitik" angerufen (S.452).
Es kommt zum Konflikt zwischen Al Sa ‘ud-Wahhabiten mit
den Hasimiten des Scherifen Husayn im
Hedschas um die Legitimität der Herrschaft auf der
Arabischen Halbinsel (S.455).
ab 1918
Vorderer Orient: eingeschränkte "Arabische Bewegungen"
- europäisches Joch absehbar
Die "Arabischen Bewegungen" haben kaum noch
diplomatischen Handlungsspielraum, um ihre Anliegen
gegen die vielen europäischen Abkommen über den
arabischen Raum noch zu verwirklichen. Das Osmanische
Joch wird fühlbar von einem europäischen Joch abgelöst
(S.440).
Frankreich und England beginnen mit der Unterdrückung
der verschiedenen arabisch-muslimischen
Unabhängigkeitsbestrebungen. Die Unabhängigkeiten können
bis auf eine türkische Unabhängigkeit nicht realisiert
werden (S.366).
Ägypten: Freiheitsbewegung
"Ägypten den Ägyptern"
gegen England unter Sa ‘d Zaglul mit der ‘Urabi-Losung
"Ägypten den Ägyptern", nicht als Teil einer "Arabischen
Bewegung", sondern mit dem Hauptthema der Erhaltung der
Niltal-Einheit mit dem Sudan (S.460).
Spaltung der "Volkspartei":
Gründung der Wafd
unter Sa ‘d Zaglul, der die ägyptische
Nationalbewegung zu einer Massenbewegung macht, wird
führende politische Kraft des Landes bis 1952 mit
entschieden ägyptischem Akzent bis in die 1930er Jahre
(S.429).
ab 1918
Vorderer Orient: nationale Wirtschaftspolitik in der
Türkei und in Ägypten
Das Etablieren einer nationaler Wirtschaftspolitik wird
nur in der Türkei und partiell in Ägypten möglich,
ansonsten wird der ganze vordere Orient (in
Sklavereiterritorien) französisch und britisch
"aufgeteilt" (S.480)
[vordergründig begründet mit der Gefahr des Kommunismus
von Russland aus, ohne dass die Europäer bemerken, dass
Kommunismus wegen seinem Atheismus in muslimischen
Gesellschaften keine grosse substantielle Chance hat].
Irak: Kommunisten finden
Zulauf bei Kurden, Schiiten und Fantasie-Juden
(S.480)
ab 1918
Syrien: Die Baumwoll- und Seidenproduktion bricht
zusammen
denn sie kann im härter werdenden internationalen
Wettbewerb nicht bestehen (S.418).
Palästina/Fantasie-Zionismus:
Der osmanische Widerstand ist gebrochen - Organisation
einer verstärkten jüdischen Einwanderung
(S.430)
[z.T. illegale Einwanderung, durch zionistische
Organisationen organisiert]
Teilungsabkommen
Frankreichs und Englands über die islamische Welt:
Zerschneiden der Nord-Süd-Achse - kaum mögliche
"Staatenbildung"
-- Die natürliche Nord-Süd-Achse zwischen Ägypten
und Syrien wird mit der Gründung eines
eigenen Gebietes "Palästina" zerschnitten
-- Frankreich und England definieren die West-Ost-Achse
zur wichtigen Verbindung, die sehr viel weniger
"wichtig" sei (S.437)
-- verschiedene Gesellschaftssysteme der Regionen
erschweren die "Staatenbildung" nach europäischem Muster
bzw. machen diese unmöglich:
oo Mesopotamien und Grosssyrien: weitgehend sesshafte
ethnisch-konfessionelle Mischgesellschaften
oo Arabische Halbinsel: nahezu homogene und überwiegend
in Clans organisierte, zum Teil noch nomadisierende,
Gesellschaften mit islamischen Splittergruppen im Süden
der Halbinsel
oo Ägypten: meist bäuerliche Bevölkerung auf engstem
Raum mit zentraler Verwaltung, mit einem grossen Teil
christlich-koptischer Bevölkerung (S.437).
Die "Arabische Bewegung" hat je nach Region grosse
Probleme zur Überwindung der gesellschaftlichen
Hindernisse für die Staatengründungen und muss auch noch
den hohen Erwartungen der städtischen mächtigen Familien
gerecht werden. Es kommt zu einer nicht realisierbaren
Interessenpolitik, die zum Scheitern verurteilt ist
(S.437) [und laufend neue Spannungen verursacht].
ab 1918
Vorderer Orient: Neue Unterjochung unter
britisch-französische Herrschaft - der Kampf um
Revisionen - Kampf der "Arabischen Bewegung" gegen F
und GB 1918-1945
-- England und Frankreich verfügen über die muslimischen
Gebiete "Mandate" und neue "Staatsgrenzen"
-- der "Mandatskolonialismus" der Entente-Mächte
Frankreich und England ist ein System ungleicher
Verträge mit den muslimischen Nachfolgestaaten des
Osmanischen Reiches
-- die muslimischen Mandatsgebiete fordern sofort
Revisionen, was bis nach 1945 dauert
-- die Zeit von 1918 bis 1945 ist die "zweite heroische
Periode der Arabischen Bewegungen"
-- der Kampf gegen England und Frankreich fördert die
lokale Integration
-- der Kampf gegen England und Frankreich fördert das
politische Bewusstsein der Gesamtbevölkerung der
arabischen Staaten (S.436).
Es kommt zum Kampf der Arabischen Bewegung gegen die
britische und französische Dominanz und gegen Diktatoren
(S.433), die von den europäischen Kolonialmächten zum
Teil gestützt werden (S.434),
[um alle sozial-revolutionären Bewegungen zu
unterdrücken].
1919
Arabien: Scherif Husayn
wird von England als König von Hedschas anerkannt -
Protektoratssystem rund um Arabien
-- Husayn beansprucht gleichzeitig das südjordanische
Gebiet von ‘Aqaba bis Ma ‘an (S.445)
-- England besitzt Protektorate der ganzen arabischen
Südküste entlang von Aden-Hadramaut-Gebirge bis ins
Dhofar/Zufar-Gebirge
-- an der arabischen Ostküste ist England mit
"Schutzverträgen" und dem Protektorat Kuwait
"abgesichert" (S.450).
Ägypten: "Nationale
Revolution" unter Sa ‘d Zaglul gegen die britische
Kolonialherrschaft
(S.395)
Anfang 1919
"Friedenskonferenzen" von
Versailles: England und Frankreich bleiben imperial
eingestellt
(S.443)
[Ergänzung:
-- in Versailles sollen Deutschland, Österreich und
Ungarn zerstückelt werden
-- die neuen Staaten CSSR, Rumänien und Polen sollen
diesem Zweck dienen und möglichst gross werden
-- die Völkerrechte der muslimischen, asiatischen und
afrikanischen Bevölkerungen, auch der Fantasie-Juden,
werden nicht beachtet].
Anfang 1919
Ägypten: Vorbereitung einer
Delegation für Versailles unter Sa ‘d Zaglul
Sa ‘d Zaglul bereitet eine Delegation für die Versailler
Konferenz vor. Um die Legitimität seines Anliegens vor
der arroganten englischen Regierung Lloyd George zu
untermauern, lässt er in Ägypten eine
Unterschriftensammlung im Sinne des von "US"-Präsident
Wilson verkündeten "Selbstbestimmungsrechts der Völker"
durchführen (S.462).
Englands Vertreter werfen der Delegation/wafd Anstiftung
zum Aufruhr vor und fordert die Regierung in London zum
Einschreiten in Ägypten auf.
In der Folge tritt die ägyptische Regierung Husayn
Ruschdi aus Protest zurück, weil sie die
Unterschriftensammlung nicht stoppen will. Ausbruch
landesweiter Unruhen und Streiks (S.462).
Folge-Entwicklungen:
->> der englische Hochkommissar Wingate lässt Sa
‘d Zaglul und seine politischen Mitstreiter nach Malta
deportieren
->> Eskalation der Volksgewalt, Pogrome gegen
britisches Personal, britische Einrichtungen und das
britisch kontrollierte Eisenbahn- und Telegraphennetz
->> muslimische Religionsgelehrte und koptischer
Klerus agitieren unterstützend gegen die englische
Herrschaft (S.462).
->> England muss die ägyptische Delegation/wafd
unter Sa ‘d Zaglul nach Versailles zulassen
->> Hochkommissar Wingate wird durch den
flexibleren "Kriegshelden" des Palästinafeldzugs Allenby
abgelöst
->> Entschliessung zur Entsendung einer
Untersuchungskommission zur weiteren Entwicklung des
Protektorats unter Lord Milner mit Erfahrung in der
ägyptischen Finanzverwaltung von vor 1914 (S.463).
1919
Vorderer Orient/Ägypten:
Die ägyptische Delegation/wafd in Paris/Versailles:
Wilson anerkennt keine arabische Unabhängigkeiten -
skandalöse Anerkennung der Protektorate
-- "US"-Präsident Wilson anerkennt das britische
Protektorat noch vor der Ankunft der ägyptischen
Delegation
-- "US"-Präsident Wilson anerkennt die weiteren
europäischen Protektorate über den Hedschas und
Tunesien, deren Vertretungen und
"Selbstbestimmungsrechte" ebenfalls vor den Weltmächten
keine Chance haben (S.463).
3.1.1919
Arabien/Hedschas-"USA":
Abkommen für einen grossen muslimischen Staatenbund
Abkommen zwischen dem Scherifensohn Faysal, dem Leiter
der Hedschas-Delegation in Versailles, und
Weizmann: Versuch, die amerikanische Seite für einen
grossen arabischen Nationalstaat gegen
die englisch-französischen Aufteilungspläne zu gewinnen.
Das Abkommen wird aber schnell vergessen (S.443).
3.2.1919
Versailles/Palästina:
Präsentation einer zionistische Landkarte
-- mit Gebieten östlich des Jordan bis fast an die
Trasse der Hedschas-Bahn
-- mit Golangebirge
-- mit Südlibanon bis Sidon (S.446).
[Nie erwähnt:
Israels Grenze ist Bibel
der Euphrat - viele Rabbiner sehen Israel noch nicht
für gekommen
-- die Bibel schlägt für Israel den Euphrat als
Ostgrenze vor mit Vertreibung aller anderen
Bevölkerungen (1.Mose, Kapitel 15, Satz 18)
-- viele jüdische Rabbiner sehen die Zeit für ein
eigenes Israel erst gekommen, wenn ein eigener Messias
erscheint
-- diese jüdischen Rabbiner lehnen ein eigenes Israel
bis dahin ab und raten wahrscheinlich auch vor einer
Auswanderung nach Palästina ab
Lösung des Falls: Ein multinationaler Naher Osten oder
ein Staatenbund kann sehr wohl bis an den Euphrat
gehen].
Frühjahr 1919
Palästina-England:
Erklärung von Lord Balfour gegen Palästinenser in
Palästina
Balfour schliesst Selbstbestimmungsrechte für
nicht-jüdische Gemeinschaften in Palästina aus.
(S.446)
Frühjahr 1919 ca.
Türkei: Realisierung der
europäischen "Meerengenzone" - europäische Besetzungen
- Kurdenbewegung
Die Alliierten fangen an, Teile der Türkei noch
während der Friedensverhandlungen in Frankreich zu
besetzen:
-- Besetzung von Konstantinopel
-- italienische Truppen besetzen die Gebiete von Antalya
und Konya
-- griechische Truppen besetzen das Gebiet um Smyrna
-- französische Truppen besetzen Kilikien (dtv-Atlas,
S.167).
Zudem wird die türkische Regierung mit einer starken
kurdischen Bewegung und einem unabhängigen Armenien
konfrontiert (dtv-Atlas, S.167).
Mai 1919
Hedschas-Arabien:
Pattsituation zwischen Hedschas und Riad
Niederlage der Beduinentruppen unter dem zweiten Sohn
des Königs Husayn, ‘Abdallah, gegen wahhabitische
Beduinentruppen unter ‘Abd al-’Aziz al Sa ‘ud. Riad kann
sich gegen den Hedschas behaupten (S.445).
Mai/Juni 1919 ca.
Türkische Truppen besetzen
Teile Armeniens bis Erzerum
Armenien wird zwischen der Türkei und Russland zerrieben
(dtv-Atlas, S.167).
Sommer 1919 ca.
Türkei: Entstehender
türkischer Nationalismus unter Kemal Pascha
Entstehung einer türkischen Nationalbewegung unter
General Mustafa Kemal Pascha. Abhalten von
Nationalkongressen in Erzerum (Armenien) und Sivas
(Türkei), wo Kemal Pascha einen türkischen
Staat in nationalen Grenzen fordert. Massnahmen:
-- Wahl eines Repräsentativkomitees als "federführende
Stelle der Nation"
-- Ankara wird Sitz der "Nationalbewegung" (dtv-Atlas,
S.167).
Die nationale Regierung Kemal Pascha bekämpft mit aller
Energie fremdländische europäische Investitionen, um die
Fremdherrschaft über die türkischen Ressourcen nicht
wieder aufkommen zu lassen (S.417).
3.6.1919
Syrien: Gründung des Allgemeinen Syrischen
Nationalkongress in Damaskus
-- betrachtet sich als Vertretung der arabischen
politischen Anliegen der Territorien des Fruchtbaren
Halbmondes
-- ist zusammengesetzt aus vielen Abgeordneten des
ehemaligen osmanischen Parlaments oder Leuten mit
Erfahrung in der osmanischen Verwaltung (S.444).
Gründung mit Präsident und Reformführer Raschid Rida
(S.440) mit den Reformern ‘Aziz ‘Ali al-Misri, Sati’
al-Husri und Raschid ‘Ali al-Gaylani (S.441).
Syrien: Landkarte für ein
neues Arabisches Reich
Der Syrische Nationalkongress legt den Entwurf eines
islamischen unabhängigen Arabischen Reiches vor (S.440).
Syrien-Irak:
Aufstandsbewegung nach der Gründung des Syrischen
Nationalkongresses
Die Gründung des Allgemeinen Syrischen
Nationalkongresses in Damaskus hat Auswirkungen auf die
Bevölkerung des Irak, wo sich eine Aufstandsbewegung
formiert (S.447).
28.6.1919
Deutsche Unterzeichnung des
"Friedensvertrags von Versailles"
(S.133)
[Die Unterzeichnung ist
erzwungen mit französischen Truppen an der Grenze
die sonst sofort nach Berlin marschieren
-- Frankreich kann seinen Traum der Aufteilung
Deutschlands und der Schaffung einer Rheinrepublik nicht
durchsetzen
-- Deutschland verliert alle aber Kolonialrechte
-- die Reparationen sind noch nicht festgelegt].
Sep 1919?
Syrien: Crane-Kommission
beim Syrischen Nationalkongress
-- Beratungen der amerikanischen Untersuchungskommission
unter King Crane beim Allgemeinen Syrischen
Nationalkongress im Auftrag von Präsident Wilson
-- mit den Beratungen wird der Allgemeine Syrische
Nationalkongress quasi von Wilson als vorbereitende
Organisation für eine "Selbstbestimmung" der arabischen
Völker legitimiert
-- gleichzeitig wird die Crane-Kommission von
französischer und britischer Seite, die ebenfalls
beteiligt werden sollte, boykottiert (S.444).
10.9.1919
Österreichische
Unterzeichnung des "Friedensvertrags von St-Germain"
mit Schaffung der Staaten Tschechoslowakei, Ungarn,
Polen, Jugoslawien, dem Verbot des Namens
"Deutsch-Österreich" und Anschlussverbot an Deutschland
gegen jedes "Selbstbestimmungsrecht" (dtv-Atlas, S.133).
[Die französische Erpressung gegen Österreich:
-- bei Zuwiderhandlung wird Österreich von Frankreich
die Aufbauhilfe gestrichen
-- Österreich wird zum Kleinstaat degradiert und viele
österreichische Industrien in den abgetrennten Gebieten
gehen Österreich verloren
-- in der Folge ergibt sich eine politische Diskussion
um die Akzeptanz des Vertrages und die industrielle
Umstellung bis 1932, ob Österreich "überlebensfähig" sei
-- die "Anschlussbefürworter" für einen Anschluss an
Deutschland können sich nicht durchsetzen
-- der Vertrag schürt revisionistische Gedanken und
Rache gegen Frankreich].
ab 1919
Fruchtbarer Halbmond:
Spaltung in der sozialen und staatlichen Entwicklung
Jedes Territorium im Fruchtbaren Halbmond entwickelt
seine eigene Verwirklichung des Nationalismus wegen der
unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen
Rahmenbedingungen. Es kommt zu verschiedenen staatlichen
Eigenprofilen. Als Gemeinsamkeit bleiben nur die
konservativen Grundzüge (S.469).
Die einzelnen Bourgeoisie-Schichten vollziehen keine
grosse Entwicklung wegen der kurzen Zeiten zwischen den
Katastrophen: 1929: Weltwirtschaftskrise und 1939: 2.
Weltkrieg. Die Strukturen können sich nicht verfestigen
und so kann sich keine eigene Tradition entwickeln
(S.469).
Arabische Staatenbildung:
keine europäische Nachahmung möglich
Durch den Widerspruch zwischen Nationalstaat und
Fantasie-Islam kommt es zur Zerreissprobe zwischen
-- sozio-kulturell traditionellen Ordnungsleitbildern
und
-- sozio-ökonomischen Widersprüchen (S.433).
Die Staaten werden zudem dem freien kapitalistischen
Wettbewerb der Welt ausgesetzt.
In der Folge ergibt sich eine Komplexität von Problemen
in jedem einzelnen muslimischen Staatsgebilde, weil die
europäische Staatsvorstellung nicht mit der muslimischen
Identität kompatibel ist. Die Summe der Probleme und
Widersprüche in der arabischen Welt ist nicht mehr
überblickbar (S.433).
[und die Imperialistenstaaten GB und F merken es nicht].
Anfang 1920 ca.
Palästina: Entstehen
gewaltsamer Unruhen
Der Druck auf England steigt
-- durch politischen Druck von aussen
-- durch die Arabische Bewegung
-- durch die fortwährende zionistische Einwanderung
(S.446).
[Ergänzung:
Die Herzl-Doktrin
funktioniert nicht - die Araber sind bewaffnet
-- Einwanderung jüdischer Terroristengruppen
-- die Herzl-Doktrin, die die Fantasie-Muslime als
"Barbarei" bezeichnet, und Herzls Behauptung, man könne
die Fantasie-Muslime einfach vertreiben, funktioniert
nicht, denn die Fantasie-Muslime haben von England
Waffen erhalten
-- die jüdische Führung im WJC ist nicht bereit, die
veränderte Lage zu erkennen und andere Lösungen für
einen Fantasie-"Judenstaat" zu suchen
->> der Bürgerkrieg in Palästina eskaliert].
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
1920
England-Ägypten: Gründung
einer "Untersuchungskommission" unter Lord Milner -
ägyptischer Boykott
-- Milner warnt vor "übereilten Entscheidungen wie der
eines militärischen und politischen "Rückzugs"
-- Milner ist überzeugt, dass die britische Präsenz
ordnungspolitisch im Vorderen Orient notwendig sei, um
eine bolschewistische Kettenreaktion zu verhindern
Milner will Englands imperialen Vorrechte weiter sichern
(S.463).
Die Nationalbewegung boykottiert die Milner-Kommission
vor allem wegen der Ideologie Milners "white man’s
burden" ["die Last, die der weisse Mann trägt"]. Sa ‘d
Zaglul blockiert jede Vereinbarung (S.463).
London ist sich bewusst, dass eine Fortsetzung des
Kriegsrechts gegen das Volk unmöglich ist und auch der
Dominionstatus nicht mehr möglich sein wird (S.464).
England-Ägypten: Plan zur
Aufhebung des Protektorats durch Allenby
-- Allenby setzt mit der Drohung seines Rücktritts
als Hochkommissar in London die Aufhebung des
Protektorats [für das Jahr 1922] durch, weil sonst
landesweite Aufstände drohen würden
-- Allenby hofft daneben auch in einem Ägypten ohne
Protektorat auf Kollaboration:
oo Allenby hofft auf Ausnutzung der innenpolitischen
Rivalitäten
oo Allenby hofft auf Spaltung der Delegation/wafd
oo Allenby hofft auf Schwächung der Nationalbewegung
durch Spaltung (S.464).
Die Hoffnung von Aussenminister Curzon von einem mit
Britisch-Indien verschränkten britischen Vizekönigtum
Ägypten muss dieser jedoch endgültig fallenlassen
(S.464).
[Die Bevölkerung zu fragen kommt scheinbar weder Allenby
noch Curzon in den Sinn].
1920 ca.
Ägypten: hat die Weltmarktstellung in der
Baumwollproduktion behauptet
(S.470)
Vorderer Orient: ist
verarmt in einer peripheren handelspolitischen Lage
-- der regionale Zwischenhandel hat kein Volumen mehr,
ist vom Suezkanal aufgesogen worden (und in englische
Hände gelangt!)
-- Ausnahme sind die irakischen Dattelexporte, die 80 %
des Weltmarkts decken
-- über 60 % der Bevölkerung in Syrien-Libanon und in
Mesopotamien sind mitunter in der Landwirtschaft tätig,
weil der ganze Zwischenhandel zwischen Indien und Europa
ausfällt (S.470).
Syrien-Libanon: Aufteilung
der Landwirtschaft
-- 3/4 Getreidewirtschaft, v.a. Weizen und Gerste
-- 1/4 Baumwollanbau, Seide, Tabak
-- Dattelkulturen in Südirak
-- Zitrusplantagen in Libanon
-- Selbstversorgung ist für Getreide garantiert, bei
guter Ernte sind kleine Exporte möglich
-- Baumwolle aber muss für Textilien importiert werden
(S.470).
[Insgesamt gesehen hat der Suezkanal den ganzen Vorderen
Orient zu Agrarstaaten retardiert. England kassiert den
ganzen Handelsprofit zwischen Europa und dem Vorderen
Orient sowie
zwischen Europa und Indien ab. Die Verarmung des
Vorderen Orients wird hingenommen].
1920
Sowjetunion/Baku: Aufruf an
die orientalischen Völker, sich gegen die
französisch-britischen Besatzungen zu wehren
(S.457)
Feb 1920 ca.
Türkei: "Nationalpakt" -
Widerstand gegen die französischen und griechischen
Truppen
-- Beschluss des letzten osmanischen Parlaments zum
aktiven Widerstand
-- der Widerstand gegen die französische Besetzung
Kilikiens und gegen die griechische Besetzung Thraziens
und Smyrnas verstärkt sich
-- als Reaktion verstärkt die alliierte Besatzung das
Regime in Konstantinopel (dtv-Atlas, S.167).
7.3.1920
Naher Osten:
Unabhängigkeitserklärung des Allgemeinen Syrischen
Nationalkongress - GB und F herrschen weiter über den
Nahen Osten
(S.444) mit der Forderung einer arabischen Föderation
und unabhängigen Regierungen in Syrien und Irak (S.447).
Der Kongress setzt eine unabhängige syrische Regierung
unter dem Scherifensohn Faysal ein (S.449).
Das nützt aber nichts, weil die arabischen Territorien
als Spielball der europäischen Mächte herhalten müssen:
-- Frankreich "überlässt" England die ölreiche
Mossul-Provinz
-- dafür unterstützt England Frankreich im Fall von
Elsass-Lothringen und lässt Frankreich "freie Hand" in
Syrien
-- in der Folge ist ein arabischer Aufstand immer mehr
in Vorbereitung (S.444)
-- aber die britische Besatzungsmacht in Irak erzwingt
weiter "Ruhe und Ordnung" (S.447).
April 1920
Türkei: "Grosse
Nationalversammlung" - Todesurteile gegen die
"Nationalbewegung" - Auflösung
Zusammentritt der "Grossen Nationalversammlung" in
Ankara. Die osmanische Regierung reagiert mit
Todesurteilen gegen Mustafa Kemal und seine Mitarbeiter,
kann aber nichts mehr bewirken (S.167).
4.6.1920
Ungarische Unterzeichnung
des "Friedensvertrags von Trianon"
-- Ungarn wird wie Österreich zum Kleinstaat
degradiert:
-- Abtretung der Slowakei und der Karpatoukraine an die
Tschechoslowakei
-- Abtretung von Kroatien-Slawonien an Jugoslawien
-- Abtretung des Banats an Jugoslawien und Rumänien
-- Abtretung Siebenbürgens an Rumänien
-- Abtretung des Burgenlandes an Österreich (dtv-Atlas,
S.133).
[Die Revisionstendenzen
sind absehbar
Frankreich setzt gegen Ungarn riesige territoriale
und riesige industrielle Verluste durch, die in Ungarn
fortan revisionistische Tendenzen gegen den Vertrag
provozieren].
19.7.1920
Syrien: Auflösung des
Allgemeinen Syrischen Nationalkongress in Damaskus
(S.444)
[Es ist nicht erwähnt, unter welchen Umständen und
Erpressungen von GB und F diese Auflösung einer
Regierung stattfindet].
24.7.1920
Frankreich-Arabien:
Französischer Sieg bei Maysalun - französische
Annexion und Aufteilung Syriens - syrische
Exilregierung in Irbid
-- Sieg französischer Truppen über arabische Truppen
unter Faysal
-- Frankreich annektiert die ihm im Sykes-Picot-Abkommen
"zugesprochenen" Gebiete
-- Aufteilung Syriens nach konfessionellen Kriterien in
vier "Gouvernorate": Latakia, Aleppo, Damaskus und Gabal
ad-Duruz (S.444)
-- der Allgemeine Syrische Nationalkongress bleibt
aufgelöst und alle seine Entscheide werden von
Frankreich und England als Null und Nichtig erklärt
->> viele Mitglieder der Arabischen Bewegung
fliehen und bilden im nordjordanischen Irbid eine
provisorische, unabhängige Regierung (S.445).
ab Juli 1920
Irak: fast landesweiter
Aufstand gegen die britische Besetzung
-- entscheidend mithervorgerufen von Aufrufen der
Religionsführer der schiitischen heiligen Stätten im
Südirak
-- gleichzeitig herrscht im Südirak Unruhe wegen dem
Krieg zwischen dem Hedschas und den Wahhabiten
-- Bildung von taktischen Allianzen zwischen
Notabelnclans, Stammesführern und pro-arabischen
Offizieren aus Syrien, die vor der französischen
Besetzung geflohen sind (S.447).
10.8.1920
Türkische Unterzeichnung
des "Friedensvertrags von Sèvres"
-- Internationalisierung der Meerengen
-- Abtretung Ostthraziens mit Gallipoli an Griechenland
-- Abtretung der ägäischen Inseln ausser Rhodos an
Griechenland
-- Abtretung Smyrnas mit Hinterland an Griechenland
-- Abtretung Syriens und Kilikiens an Frankreich
-- Abtretung des Iraks und Palästinas an England
-- Abtretung der Schutzherrschaft über Hedschas an
England
-- Abtretung der Dodekanes-Inseln und Rhodos’ an Italien
-- Abtretung Armeniens, das selbständig wird
-- Abtretung der Küste von Adramyti bis Adalya wird
Interessengebiet Italiens
-- Abtretung von Zypern und Ägypten an England
-- Kurdistan soll eine Autonomie erhalten (dtv-Atlas,
S.133).
[Erpressung zur Vertragsunterzeichnung
Damit die Türkei den Vertrag auch ratifiziert,
scheint eine griechische Invasionsarmee vorbereitet zu
sein].
Aug 1920?
Türkei-Armenien: "Frieden
von Gümrü" - Verweigerung der Ratifizierung des
Vertrags von Sèvres
-- Sieg türkischer Truppen unter Kazim Karabekir
gegen armenische Truppen
-- die türkischen Truppen zwingen Armenien zum "Frieden
von Gümrü
-- der Vertrag von Sèvres wird vom türkischen Parlament
nicht ratifiziert (dtv-Atlas, S.133).
Aug 1920?
Türkei: Alliierter Auftrag
zur griechischen Besetzung der Türkei - griechische
Besetzung Thraziens und Teile Anatoliens
-- Der Oberste Kriegsrat erteilt dem griechischen
Ministerpräsident Venizelos ein "Mandat" zur
Wiederherstellung der "Ordnung in Anatolien"
-- in der Folge besetzen griechische Truppen von
Makedonien aus Edirne in Thrazien und von Smyrna aus
Bursa in Anatolien
-- Vordringen des griechischen Heeres bis zum Sakaria
(dtv-Atlas, S.167).
Sep 1920?
Russland-Armenien-Türkei:
Russische Besetzung Eriwans - russisch-türkischer
Freundschaftsvertrag - Teilung Armeniens zwischen
Russland und Türkei
-- Russische Besetzung der armenischen Hauptstadt Eriwan
-- der russische Teil Armeniens wird der "Sowjetunion"
einverleibt
-- gleichzeitig schliesst die "Sowjetunion" einen
"Freundschaftsvertrag" mit der nationalen Türkei ab
-- Unterdrückung der Armenier durch die türkische
Besatzung "mit Terror und Grausamkeit ... Tausende
kommen um, nur wenige gehen in die Emigration"
(dtv-Atlas, S.167).
[-- Armeniens Kultur wird von der türkischen und von der
russischen Armee unterdrückt
-- von Völkerrecht ist keine Spur
-- zudem scheint der alliierte Poker, Russland vom
Mittelmeer fernzuhalten, endgültig gescheitert].
Sep 1920
"Gründung" des Libanon
-- aus Mont Liban und den Küstengebieten Beirut,
Tripolis, Sidon und Tyros sowie im Osten die
Bekaa/Biqa’-Ebene mit Baalbek und Hasbaya
-- unter der Regierung des französischen "Hohen
Kommissars"
-- mit mehreren 100 französischen Beamten, die sich zu
"weisungsbefugten Beratern in autonomen
Verwaltungskörperschaften" entwickeln (S.445)
-- die "Anlehnung" an Frankreich ist offensichtlich
(S.428).
ab Ende 1920
Vorderer Orient:
Erschütterung des englischen Imperialistenbildes
-- Nationalistische Turbulenzen in der Türkei unter
Kemal Pascha
-- Nichtratifizierung des Friedensvertrags von Sèvres
u.a.
-- Persien: Aufstieg von Reza Hans
-- Indien: Nationalbewegung unter Mahatma Gandhi
-- Mesopotamien: Aufstand
-- Syrien und Palästina: erste Unruhen
-- Ägypten: Boykott der Milner-Kommission (S.463).
->> all diese Vorgänge drohen das
britisch-koloniale Selbstverständnis zu erschüttern
plus: In England selbst hetzt eine wütende
Pressekampagne gegen das imperiale Überengagement im
Nahen Osten
plus: England muss selbst eine soziale Krise im eigenen
Land bewältigen (S.463).
[aber die Verantwortlichen in England wollen nicht
wahrhaben, dass nicht die ganze Welt ein einziges
England sein kann].
ab 1920 ca.
Die muslimische
Gesellschaftsent: Ideologie-Fragen - keine Schichtung
möglich - Stagnation
Generelle Gesellschftsfragen sind die Diskussion um
-- Sozialismus oder Fantasie-Islam
-- mit Konstitutionalismus oder nicht (S.435)
-- die Entwicklung kommt aber nicht voran, die
Spannungen erneuern sich immer wieder
-- zusätzlich sind die Gesellschaften mit Stammes- und
Clanlinien durchsetzt, so dass Integration und
Schichtenbildung unmöglich bleibt
-- es ist somit eine strukturell veranlagte Instabilität
und Unfähigkeit zur Nationenbildung vorhanden, von
Liberalismus schon gar nicht zu reden
-- Tatsache der arabisch-islamischen Gesellschaft ist
die "immerwährende Reproduktion ihrer Stagnation"
-- neue soziale Formationen der Gesellschaft werden
dabei ausgeschlossen oder können sich nur langsam
durchsetzen (S.435).
ab 1920
Arabische Mandatsstaaten: "Stabilität"
Die arabischen Mandatsstaaten werden durch ihre
Bürokratien erstaunlich stabil. Die Trennung von
Religion und Religion - Säkularisierung - und
parlamentarische Systeme können sich aber nicht
durchsetzen, denn die Fantasie-Muslime wollen sich
jeweils mit ihrem jeweiligen Staat neu legitimieren.
(S.434)
Dem Hedschas fehlt die
Anerkennung als arabischer Nachfolgestaat des
Osmanischen Reichs
(S.456)
[Somit gibt es keine überstaatliche muslimische
Autorität mehr].
Beginn der "Errichtung"
einer "jüdischen Heimstätte" in Palästina
-- durch Einwanderung unter britisch-imperialer Vormach
-- für die arabischen Staaten ist das jüdische Problem
ein Problem mehr, das ihnen von den europäischen Mächten
aufgebürdet wird (S.492)
[nach dem Suezkanal, der allen Zwischenhandel vernichtet
und die Mittelschicht im Fruchtbaren Halbmond hat
verarmen lassen].
ab Anfang 1921 ca.
Vorderer Orient: Druck auf
Hedschas gegen das Bündnis mit England - arabische
Mehrheit für Wahhabiten
Die arabische Bewegung in Palästina übt Druck auf König
Husayn aus, dass der Hedschas sich für die arabische
Unabhängigkeit arrangiere und nicht mit England
paktiere. Das Arrangement mit England sei mit dem
Fantasie-Islam unvereinbar.
König Husayn wird mehr und mehr schutzlos und ist nicht
gefragt, weil er keine Macht hat, irgendwelche
Problem gegen die Besatzungsmächte zu regeln. Die
Stimmung schwenkt auf die Seite der Wahhabiten (S.456).
1921
Türkei: Sieg gegen türkischen Heere und Abzug der
französischen Truppen aus Kilikien
-- Schlachten bei Inönü und am Sakaria. Zusammenbruch
der griechischen Offensive
-- im selben Jahr Vertrag von Ankara zum Abzug der
Franzosen aus Kilikien und Verschiebung der türkischen
Grenze nach Süden gegen das französische "Mandatsgebiet"
Syrien (dtv-Atlas, S.167).
Arabien/Riad: ‘Abd al ‘Aziz
wird zum Sultan des Nadschd erhoben
(S.452)
Gründung des englischen
Mandats Irak unter König Faysal
dem Sohn des Königs des Hedschas Husayn (S.441). Nuri
as-Sa ‘id wird Generalstabschef Faysals (S.444).
Jan 1921 ca.
Hedschas: Vorbereitung der
Rückeroberung Syriens unter ‘Abdallah - Englands Ruf
steht mit auf dem Spiel
Der zweite Sohn des Hedschas-König Husayn, ‘Abdallah,
bereitet ein beduinisches Heer zur arabischen Besetzung
von Damaskus vor, um die französischen Besetzer zu
vernichten.
Die Operation ruft Englands Interessen auf den Plan,
denn wenn ‘Abdallahs Truppen ein zweites Mal gegen
Frankreich verlieren, ist Englands Ruf als Verteidiger
arabischer Interessen dahin und ein Dschihad unter
Leitung des Wahhabitenherrschers ‘Abd al-’Aziz Al Sa ‘ud
wahrscheinlich (S.445).
Feb 1921
Hedschas: Englisches
Angebot für ein "Emirat Transjordanien"
Englands Diplomatie gegen einen Krieg gegen Syrien ist
ein Angebot eines Emirats über Transjordanien für
‘Abdallah (S.445).
Folge-Entwicklungen:
-- ‘Abdallah und die Arabische Bewegung gewinnt an Macht
-- England behält das arabische Vertrauen
-- ein "heiliger Krieg"/Dschihad ist verhindert
-- Frankreich kann von Syrien aus keine Ausdehnung nach
Süden vornehmen
-- der Hedschas stabilisiert sich gegenüber den
Wahhabiten im Nadschd
-- Transjordanien wird auch zu einem Bremsklotz für den
Fantasie-Zionismus, gibt dem Fantasie-Zionismus aber
mehr Rechte westlich des Jordans, wo die britische
Mandatspolitik vorerst konzept- und führungslos bleibt
und eine Anarchie begünstigt (S.446.
Frühjahr 1921
Irak: Niederschlagen des
Aufstands mit Bomben
Briten schlagen mühsam und mit Bombardierungen den
Aufstand nieder, Unterdrückung der Stämme.
Abschluss ungleicher Verträge und Installierung
fassadenhafter arabischer Selbstregierungen im ganzen
Fruchtbaren Halbmond. Die arabischen Repräsentanten
lassen sich von den englischen und französischen
Mandatsmächten zu ihrer Politik einspannen (S.448).
März 1921
England-Kairo-Irak:
"Mittelostkonferenz", psychologische Kriegsführung und
Bestechungen Englands
-- Kolonialmister Churchill spekuliert auf das Einsetzen
des Haschimiten Faysal als König des Irak, so dass in
anderen arabischen Regionen mehr Druck möglich sei
-- gleichzeitig können die Briten die ganze
Haschimitenfamilie des Hedschas unter Husayn und
dessen Söhnen Faysal und ‘Abdallah als Bündnispartner
gegen die Wahhabiten benutzen (S.448).
-- England bewilligt für die Wahhabiten in Riad eine
Erhöhung der Hilfszahlung/Subsidien von 60’000 auf
100’000 £ jährlich, um ‘Abd al-’Aziz dem König von
Hedschas Husayn gleichzustellen und um die fanatische
ihwan-Bewegung zu zügeln
-- für ‘Abd al-’Aziz ist die Gleichstellung wichtig für
die Legitimation eines Krieges gegen den Hedschas
(S.457).
[Arabiens Herrscherhaus in
Riad wird zur Hure Englands].
April 1921 ca.
Irak-Transjordanien-Hedschas:
ungleiche Verträge mit Erpressung - Irak:
"Bagdadpakt"
-- Englands Präsident Lloyd George intronisiert den
Hasimiten Faysal als eine Art "Wiedergutmachung"
-- gleichzeitig soll die Scherifenfamilie den Engländern
"gefügig" gemacht werden, indem mit dem Irak, dem
Hedschas und mit Transjordanien ungleiche Verträge
abgeschlossen werden:
oo Hochkommissare haben die aussenpolitischen
Vollmachten
oo Hochkommissare haben militärische
Stationierungsrechte (S.448).
Die ungleichen Verträge werden damit begründet, dass
sonst gar keine international anerkannte
Verfassungsentwicklung zustande käme (S.448).
Gleichzeitig sollen die ungleichen Verträge von einer
Revision ausgenommen sein und die Vorrechte der
englischen und französischen Besatzer dadurch gesichert
werden (S.448).
Europa verliert die
Vorbildfunktion für Demokratie
-- in den muslimischen Bevölkerungen kann sich kein
Demokratieverständnis entwickeln (S.448)
[-- die europäischen Staaten gelten bei den muslimischen
Bevölkerung nicht als Vorbild für Demokratie].
Mitte 1921
Hedschas ratifiziert den
Versailler Vertrag nicht wegen dem Mandatsartikel 22
(S.457), der die Unabhängigkeit der arabischen
Länder des Fruchtbaren Halbmondes beschneidet (S.456).
England kürzt in der Folge Hilfsgelder/Subsidien an
Hedschas (S.457).
Ende 1921
Ägypten:
Kompromissbereitschaft von ‘Adli Yakan und ‘Abd
al-Haliq Tarwat
Regierung ‘Adli Yakan und der gemässigte, aber
ehrgeizige ‘Abd al-Haliq Tarwat, werden gegenüber der
Allenby-Kommission kompromissbereit (S.464).
ab 1921
Irak: Opponenten des
"Bagdadpakt": Nationalisten unter Raschid ‘Ali
al-Gaylani
(S.448)
Syrien: Französische
Gewaltherrschaft
Die Franzosen setzen keinen Hasimiten ein, so dass eine
"einigende und ausgleichende politische Kraft" fehlt.
Gründe:
-- ethno-konfessionelle Vielfalt im Land
-- Stammespartikularismus auf dem Land
-- Irredentismus syrischer politischer Eliten (S.449).
Zusätzlich
-- die französische Besatzung verbietet die Bildung
demokratischer Parteien
-- die französische Besatzung versucht, mit ihrer
Verwaltung das Land geistig zu spalten (S.449).
In der Folge
-- ist fast kein gemeinsamer wirksamer politischer
Widerstand möglich
-- kleine einzelne Protestgruppen bleiben uneinheitlich
(S.449).
Erste
europäisch-weiss-amerikanische Erdölgesellschaften
und Ölfunde in arabischen Ländern -
Allenby-Declaration von Ägypten abgelehnt -
Churchill-Vorschlag für ein bi-nationales Palästina
- Deportation von ägyptischen Nationalistenführer -
Türkische Rückeroberung Konstantinopels und Smyrnas
- Völkerbund legalisiert Mandatssystem - Konferenz
von Lausanne, Revision des Vertrags von Sèvres,
Abzug der Alliierten - Gründung der Türkei unter
Kemal Pascha - kein Hedschas Staatsvertrag - Türkei
schafft Kalifat ab - Wafd-Mehrheit in Ägypten -
Wahhabiten besetzen Hedschas - Wafd-Rückzug und
Auflösung des ägyptischen Parlaments
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Mit dem Jahr 1922 beginnt in den arabischen Staaten
das Ölzeitalter durch Ölfunde im Irak. Die
weiss-"amerikanischen" und englischen Gesellschaften
kassieren die Gewinne alleine und lassen die
Bevölkerungen der arabischen Staaten weiter verarmen.
In Ägypten präsentiert die Allenby-Kommission eine
Unabhängigkeitserklärung mit einschneidenden,
inakzeptablen Vorbehalten. Der Nationalistenführer Sa ‘d
Zaglul wird im Rahmen einer Einrichtung einer ersten
Regierung einfach deportiert. Gleichzeitig bezeichnet
der "Völkerbund" in Genf das Mandatssystem für
"rechtskräftig". Nur die Türkei hat den Mut, sich eine
Revision des aufgezwungenen Vertrags der Entente zu
erstreiten und erreicht an der Konferenz von Lausanne
die Revision des Vertrags von Sèvres.
Die Alliierten müssen die Besetzung Konstantinopels
aufgeben, und General Kemal Pascha wird türkischer
Präsident. Hedschas versucht gleichsam, von England
einen Staatsvertrag zu bekommen, der ihm aber verweigert
wird. König Husayn wird daraufhin von Wahhabiten besiegt
und sogar vertrieben.
Die Türkei schafft derweil das Kalifat ab. Wahlen in
Ägypten weisen die Wafd-Partei unter dem zurückgekehrten
Nationalistenführer Sa ‘d Zaglul als Siegerin aus. Die
Totalverweigerung an England geht aber nicht lange gut.
Bald kommt der Rücktritt, die Anpassung und die
Auflösung des Parlaments durch den König.
Chronologie (Fortsetzung)
1922 ca.
"USA"-Europa-Irak: Gründung
der britisch dominierten Iraq Petroleum Company IPC
der weiss-"amerikanische" und europäische
Ölgesellschaften angehören (S.487).
Anfang 1920er Jahre
Ägypten und Irak: Erste
Ölfunde - die "USA" und Europa teilen die Profite
nicht
Die Ölquellen, die von englischen und
weiss-amerikanischen Bohrfirmen erschlossen werden,
bleiben weiter in englischen und weiss-amerikanischen
Händen. . Konzession und Förderung werden von der
Geschäftspolitik der englischen und weiss-amerikanischen
Ölkonzerne bestimmt (S.486), die so den Weltmarkt
beherrschen (S.487).
1922-1960
Vorderer Orient/Öl: Die
Ölproduktion bleibt 40 Jahre lang in ausländischer
Hand
(S.470)
28.2.1922
Ägypten: Aufhebung des
Protektorats: Allenby: "Declaration to Egypt"
-- Beendigung des Protektorats
-- Ausrufung von Ägypten als "unabhängiger und
souveräner Staat"
-- Ankündigung der Aufhebung des Kriegsrechts (S.464).
Vorbehalt in vier Punkten für zukünftige Verhandlungen:
-- Verbindungswege durch Ägypten
-- Verteidigung Ägyptens gegen aussen
-- Schutz der "ausländischen Interessen" und der
Minderheiten
-- des Sudan (S.464).
Es folgt daraus:
-- nominell ist das Protektorat aufgehoben
-- substantiell besteht das Protektorat aber weiter
durch
-- Stationierung von britischen Truppen im Niltal
-- Kondominium im Sudan
-- Mitsprache Englands in der ägyptischen Aussenpolitik
-- England stellt als Voraussetzung der Lösung der
Vorbehalte eine von Europas Mächtigen anerkannte
Verfassungsentwicklung (S.464)
-- England stellt als Voraussetzung der Lösung der
Vorbehalte einen Friedensvertrag mit der Türkei, die de
jure noch die Oberhoheit des Osmanischen Reichs über
Ägypten innehat (S.465).
1922
England-Palästina:
Offizielle "Interpretation" der Balfour-Erklärung
durch Churchill: bi-nationale Entwicklung
Englands Kolonialminister Winston Churchill
"interpretiert" offiziell die Balfour-Erklärung von 1917
und leitet daraus Richtlinien für eine britische
Palästinapolitik ab:
-- England übernimmt die doppelte Verantwortung
gegenüber arabischen und jüdischen Gemeinschaften für
eine nationale Entwicklung westlich des Jordans
-- England setzt Richtlinien für jüdische Einwanderung
fest
-- Entwurf einer stufenweisen Verfassungsentwicklung für
ein bi-nationales Staatswesen in Palästina (S.446).
Mit diesen Leitlinien sind die betroffenen Seiten -
Arabische und Fantasie-zionistische Bewegung - beide
gleich unzufrieden, denn ein bi-nationales Gleichgewicht
ist von arabischer wie von zionistischer Seite nicht
gefragt.
(S.446)
1922
Ägypten: Gewisse Rücknahme
der englischen Herrschaft
(S.419)
Arabien: Konferenz von
Uqayr in al-Hasa am Persischen Golf: Grenzabkommen
-- zwischen Wahhabiten und Irak/Kuwait mit britischer
Vermittlung
-- ‘Abd al-’Aziz kann dafür eine finanzielle
Unterstützung Englands erreichen (S.457).
ab März 1922
Ägypten:
Verfassungsentwicklung und Opposition gegen die
Ägypten-Erklärung Allenbys - Fu ‘ad erklärt sich zum
ägyptischen König
-- der ägyptische Ex-Khedive Fu’ ad leitet im englischen
Auftrag die Verfassungsentwicklung ein
-- die Wafd-Partei und die Nationalpartei lehnen die
britische Ägypten-Erklärung Allenbys als völlig
unbefriedigend ab
-- ‘Abd al Haliq Tarwat bildet eine neue ägyptische
Regierung, ohne Stellungnahme zur englischen
Ägypten-Erklärung
-- Fu ‘ad erklärt sich zum neuen König des nun
"unabhängigen" Ägyptens, ohne Stellungnahme zur
englischen Ägypten-Erklärung (S.465).
In der Folge kommt es jedoch zum Streit zwischen Tarwat
und König Fu’ ad um die Kompetenzen von Parlament und
König in der Verfassungsdiskussion. Allenby hat auf
diesen Moment gewartet (S.465).
Mitte 1922 ca.
England-Ägypten:
Deportation von Sa ‘d Zaglul von den Seychellen nach
Gibraltar
Allenby lässt den kompromisslosen Sa ‘d Zaglul erneut
unter dem Vorwand der Unruhestiftung festnehmen und
lässt ihn dieses Mal auf die Seychellen deportieren. So
kommen in Ägypten gemässigte Politiker an die Macht, die
von Sa ‘d Zaglul nichts halten (S.464).
Mitte 1922 ca.
Türkei: Offensive zur
Rückeroberung Konstantinopels und der Küstengebiete
Durchbruch unter Mustafa Kemal Pascha bei Dumlipinar und
Einzug in Smyrna (S.167).
ab Juli 1922
Vorderer Orient: Der
"Völkerbund" bezeichnet das Mandatssystem als
"rechtskräftig"
Der "Völkerbund" akzeptiert das von England und
Frankreich auf der ganzen Welt angewandte Mandatssystem
als "rechtskräftig" (S.445).
[GB und F brauchen die Kolonien im Nahen Osten, um ihre
Kriegsschulden zu begleichen].
Herbst 1922
Ägypten: Gründung der
"liberalen Verfassungspartei" mit Unterstützung von GB
-- ist eine Abspaltung von der Wafd-Partei (S.479)
-- Mitgründer ‘Abd al Haliq Tarwat versucht durch die
Mitgliedschaft seine Hausmacht zu stärken, bekommt
englische Unterstützung gegen König Fu’ ad (S.465).
Okt 1922
Türkei-Griechenland:
Waffenstillstand von Mudanya - griechischer Abzug
Abzug der griechischen Truppen aus Smyrna und
Edirne/Adrianopel in Thrazien (dtv-Atlas, S.167).
1.11.1922
Türkei: Abschaffung des
Sultanats
und Vorbereitungen von Friedensverhandlungen zur
Revision des Vertrags von Sèvres in einem Frieden von
Lausanne (S.167).
Ende 1922 ca.
Ägypten: Verfassung mit zu
vielen Kompetenzen für den König
Tarwat von der "Liberalen Partei" gelingt mit englischer
Unterstützung die Ausarbeitung einer parlamentarischen
Verfassung gegen König Fu’ ad, muss aber grosse
Vorrechte des Königs wie die Kompetenz zur Auflösung des
Parlaments zulassen (S.465).
1923 ca.
Syrien: Umstrukturierung:
Zusammenlegung der Gouvernorate Aleppo und Damaskus
(S.444)
1923
Türkei-Alliierte: Konferenz
von Lausanne mit Türkei ohne Hedschas - Frieden von
Lausanne
-- die Türkei erhält Ostthrazien bis zur Maritza
-- die Türkei erhält die Inseln Imbros und Tenedos
-- die Türkei erhält das Gebiet um Smyrna und
Westarmenien
-- Entmilitarisierung der Meerengen
-- Aufhebung der Militärdienstpflicht und Verzicht auf
Reparationen (S.456).
Deutschland-Frankreich:
Ruhrgebietsbesetzung
Französische und belgische Ruhrgebietsbesetzung
sowie Besetzung des Memellandes durch Litauen. Kanzler
Cuno fordert passiven Widerstand und erreicht dabei nur
Inflation (dtv-Atlas, S.149).
[Hitler wettert, denn England würde bei Gegenwehr hinter
Deutschland stehen].
1923/1924
Ägypten: Wahlen
(S.465)
17.9.1923
Ägypten: Rückkehr von Sa ‘d
Zaglul von Gibraltar
(S.464). Die Wafd-Partei schmeichelt dem König Fu’ ad,
indem der zurückgekehrte Sa ‘d Zaglul zuerst König Fu’
ad einen Besuch abstattet und Versöhnungsangebote der
mit England kooperierenden Liberalen ausschlägt (S.465).
nach der Konferenz von Lausanne/ ab 1923
Türkei: Abzug der
Besatzungen der Alliierten - Umsiedlungen - Regierung
Kemal Pascha
-- Umsiedlung von etwa 1,35Mio. Griechen aus der Türkei
nach Griechenland und etwa 430’000 Türken aus
Griechenland in die Türkei
-- General Mustafa Kemal Pascha wird Präsident der neuen
türkischen Republik mit Regierungssitz in Ankara
(dtv-Atlas, S.167).
Die einzige Partei ist bis 1946 die Republikanische
Volkspartei mit dem Programm
-- republikanische Staatsform
-- Nationalismus
-- sozialer Frieden
-- staatliche Wirtschaftsleitung
-- Führung einer von religiösen Überzeugungen freien
Politik
-- Ausschaltung des islamischen Rechts (dtv-Atlas,
S.167).
Hedschas: König Husayn
lässt in London einen Staatsvertrag aushandeln
der aber auch von London nicht anerkannt wird (S.456).
ab 1923 ca.
Ägypten: Nach der
Verfassungsverabschiedung wendet sich König Fu’ ad
wieder den "Nationalisten" zu
(S.465)
1924
England-Arabien: England
stoppt alle Hilfsgelder an Riad wie an Hedschas wegen
Sparpolitik
(S.457)
Türkei: Abschaffung des
Kalifats und Schliessung der geistlichen Gerichte
(S.167)
Jan 1924
Ägypten: Wahlerfolg der
Wafd - zerfahrene Situation - Attentate auf Briten
-- Wafd gewinnt gegen die mit England kooperierenden
Kräfte 190 von 214 Sitzen
-- es kommt zur Dreierkonstellation der Kräfte: Monarch
- Wafd - Englands Einfluss mit allen möglichen
Kombinationen, vor allem die Wafd-Nationalisten mit dem
König gegen England oder England mit König gegen die
Wafd-Nationalisten. Verfassungskrisen sind
vorprogrammiert
-- England freut sich, in Ägypten weiter Einfluss zu
haben und "gebraucht" zu werden (S.465).
Bildung einer "nationalen Regierung" unter Sa ‘d Zaglul
->> der einseitige Vertrag mit England wird
blockiert
->> Sa ‘d Zaglul anerkennt die Allenby-Erklärung
nicht an und führt keine Verhandlungen mit der
britischen Seite,
denn:
-- er fordert die bedingungslose Streichung des
4-Punkte-Vorbehalts
-- er erklärt den Anschluss des Sudan an Ägypten und die
unverzichtbare "Einheit des Niltals" (S.465).
Gleichzeitig beginnt eine Attentatsserie auf Vertreter
der britischen Ausbeutungsmacht, u.a. Tötung des
Generalgouverneurs und Oberkommandierenden der
ägyptischen Armee, Sir Lee Stack.
In der Folge muss Sa ‘d Zaglul seine harte Position
gegen England beibehalten, weil er sonst das Volk selbst
enttäuschen würde (S.465).
Mitte Jan 1924 ca.
England-Ägypten: Reaktion
der englischen Regierung auf die Anschläge in Ägypten:
Forderungen, englische Besetzung des Hafens
Alexandria, Sudan-Projekte
Die englische Regierung unter Ramsay McDonals reagiert
ihrerseits mit Forderungen gegen die ägyptische
Regierung:
-- Entschädigung von 500’000 £
-- Abzug aller ägyptischen Truppen aus dem Sudan
-- Beibehaltung der britischen "Berater" in wichtigen
Ministerien der ägyptischen Regierung (S.465)
plus: Englische Truppen besetzen den Zoll des
lebenswichtigen Hafens Alexandria
plus: England kündigt den Ausbau der Bewässerungs- und
Kanalprojekte im Sudan an, was Wasserreduktion für
Ägypten bedeuten würde (S.465).
Anfang März 1924
Türkei: Abschaffung des
Amts des Kalifen
weil es unvereinbar mit der republikanischen Verfassung
ist. In der Folge betreiben die Hasimitensöhne ‘Abdallah
und Faysal sowie die muslimischen religiösen Gelehrten
in Jerusalem Werbung für einen Kalifensitz in Hedschas
für König Husayn (S.456).
Hedschas-Transjordanien:
Husayn von Hedschas soll neuer Kalif werden
Während eines Aufenthalts in Transjordanien willigt
Husayn zögernd ein, zum Kalifen der muslimischen Welt
ausgerufen zu werden (S.456).
Mitte März 1924
Hedschas: König Husayn
masst sich den Kalifentitel an
Ablehnung von Syrien, Ägypten und im muslimischen
Indien. Husayn ist als Kalif eher isoliert als mächtiger
geworden (S.456).
Mitte 1924
Arabien: Die ihwan-Krieger
unter den Sa ‘ud spielen eine entscheidende Rolle bei
der wahhabitischen Besetzung des Hedschas und ‘Asir
(S.454).
Sep 1924
Riad-Hedschas: Sieg der
Wahhabiten über Hedschas
-- ‘Abd al ‘Aziz erobert den Hedschas und wird König des
Nadschd (S.453)
-- Vertreibung des selbsternannten Kalifen Husayn
(S.456)
-- mit Unterstützung einer fundamentalen wahhabitischen
Bevölkerung "ihwan" zur Errichtung eines Grossreichs, um
die Beduinenstämme mit den Sesshaften auszusöhnen
(S.453)
Die neue Herrschaft des Wahhabiten 'Abd al 'Aziz:
-- ‘Abd al-’Aziz wird "König des Nadschd und des
Hedschas und deren Schutzgebiete" (S.458)
-- Herrschaft über die Pilgerkarawane
-- Kontrolle über die heiligen Stätten
-- aber: Die ihwan-Bewegung verblasst, denn die
einheitliche Herrschaft auf der arabischen Halbinsel ist
bis auf die Südküste erreicht (S.457).
Gleichzeitig kommen neue Probleme auf:
-- Integration der städtischen Bevölkerung in das
saudische Herrschaftssystem
-- Diplomatie der internationalen Beziehungen, worin die
Sa ‘ud-Familie nicht geübt ist und keine Erfahrung hat
-- Handhabung von Religionspolitik, worin die Sa
‘ud-Familie auch nicht geübt ist
-- Durchsetzung des wahhabitischen Puritanismus (S.457).
Sowjetunion-Arabien: ‘Abd al-’Aziz wird von der
Sowjetunion als Freiheitsheld gefeiert (S.457).
Nov 1924
Ägypten: Rücktritt der
nationalen Regierung Sa ‘d Zaglul - Nachfolger: Ahmad
Ziwars
So wird eine schmachvolle Unterwerfung von
Sa ‘d Zaglul vermieden (S.465):
-- die neue Regierung unter Ahmad Ziwars erfüllt alle
Bedingungen der englischen Regierung
-- die politische Kraft der Nationalisten ist in der
Folge wie gelähmt
-- König Fu’ ad nutzt die Gelegenheit zur Schwächung des
nationalistischen Parlaments und setzt dessen Sitzungen
aus (S.466).
Ende 1924
Ägypten: König Fu’ ad löst
das Parlament auf
-- und gründet eine ihm ergebene Partei der
"Unionisten"
-- ausserdem: König Fu’ ad ändert das Wahlsystem zu
seinen Gunsten in der Hoffnung, dass die Nationalisten
der Wafd keine Chance mehr hätten und setzt Wahlen für
Frühjahr 1925 an (S.466).
Mitte 1920er Jahre:
Ägypten: Verfassungskrisen
(S.465)
Türkisch-russischer
Neutralitätsvertrag - zweite Parlamentsauflösung in
Ägypten - französische Bomben ersticken Aufstand in
Syrien - Klassenkampf im Irak - maronitische
Parteigründung im Libanon - Ölabsatzmonopole in
europäisch -weiss-amerikanischen Händen -
Justizreform in der Türkei - muslimische Kalifats-
und Religionskongresse 1926 ohne Einigung - "Verein
muslimischer junger Männer" - Türkei säubert
Verfassung 1928 - Ölkartell von Achnacarry 1928 -
englische Bomben ersticken ihwan-Rebellion in
Arabien - Weltwirtschaftskrise - Verfluchung des
Kapitalismus
Zusammenfassung
Die Türkei schliesst mit Russland einen
Neutralitätspakt ab. Ägyptens König ist
demokratieunfähig und löst das Parlament auf. In Syrien
erlaubt die französische Mandatsmacht 1925 erstmals
Parteien. Es entsteht ein Aufstand gegen die Besatzer,
die weiter die Selbstbestimmung blockieren. In Irak
blockieren sich die Notabeln im Parlament und die
Scherifen in der Exekutive. Die Demokratie wird als
Klassenkampf missbraucht. Im Libanon bildet sich eine
maronitische Partei. Auch hier sind Parteienbildungen
noch ethnisch bestimmt.
Die weissen Ölgesellschaften stecken währenddessen ihre
Absatzmonopole ab. So muss z.B. irakisches Öl exportiert
werden, weil der Verkauf von Öl im Irak an andere
Ölgesellschaften gebunden ist.
Die Türkei vollzieht wichtige Reformschritte. Das
Justizsystem wird nach schweizer und italienischem
Vorbild umgestaltet. Die muslimische Welt kommt dagegen
auf Kalifats- und Religionskongressen 1926 zu keinen
Einigungen. Ägypten setzt mit der Gründung "Verein
muslimischer junger Männer" ein Zeichen. Gleichzeitig
wird der Aufstand in Syrien niedergebombt. Die Türkei
vollzieht mit der Säuberung der Verfassung von
muslimischen Elementen einen einmaligen Weg auf der Welt
zwischen den Blöcken, während Ägypten mit der Gründung
der "Muslimbruderschaft" hervorsticht.
1928 gründen die weissen Ölgesellschaften das Kartell
von Achnacarry und verbieten gegenseitige Konkurrenz im
"Red Line Agreement". Eine ihwan-Rebellion in Arabien
gegen das herrschende System wird mit englischen Bomben
erstickt. Die Zerrüttung der arabischen Staatsfinanzen
kann aber nicht verhindert werden, so dass Arabien nicht
mehr nur auf England als Bündnispartner setzt. Ein
Freundschaftsvertrag mit der deutschen Weimarer Republik
zeigt in diese Richtung.
Die Weltwirtschaftskrise ab November 1929 schliesslich
zeigt den Fantasie-Muslimen die kapitalistische
Verirrung auf. Die Masse spaltet sich. Ein Teil fordert
mehr Mitbestimmung und Gewinnbeteiligung am Ölgeschäft,
ein anderer Teil verarmt und wird zum Missionsgebiet der
"Muslimbruderschaften". Öl wird in der Krise nicht mehr
viel gebraucht, eine Ölschwemme und ein Preiszerfall
sind auch hier die Folge. Gleichzeitig fördert die Krise
in Vorderasien aber auch den Pluralismus und
interethnisches Verständnis.
Japans Dumpingware, die nun über den Suezkanal leicht
den Nahen Osten erreicht, zerstört noch zusätzlich die
muslimischen Textilindustrien .
Die Türkei folgt ihrer eigenen Politik und schliesst mit
Griechenland einen "Freundschaftsvertrag". Es folgen
1932 die Gründung Saudi-Arabiens und die Unabhängigkeit
des Irak. Das Öl bleibt in rassistisch-europäischer und
weiss-"amerikanischer" Hand, so dass die weissen
Fantasie-Christen die Araber am Hungertuch nagen lassen,
obwohl das Öl aus muslimischer Erde kommt. Hass entsteht
- zurecht - auch gegen die Demokratie als Ganzes. Die
ganze "Europäisierung" hat für die Fantasie-Muslime
mehrheitlich nur Unglück gebracht.
Chronologie (Fortsetzung)
1925
Türkei: Auflösung der
Derwischorden - Neutralitäts- und Nichtangriffspakt
mit Russland
(dtv-Atlas, S.167)
Frühjahr 1925
Ägypten: Erneuter Wahlsieg
der Wafd-Partei unter Sa ‘d Zaglul - die königtreue
Regierung der
Wafd ist blockiert - Parlamentsauflösung
-- Sa ‘d Zaglul wird Ministerpräsident, bekommt aber
nicht den Auftrag zur Regierungsbildung
-- König Fu’ad leitet die Bildung einer ihm genehmen
Koalitions-Minderheitsregierung gegen die Mehrheit der
Wafd
-- die oppositionelle Parlamentsmehrheit der Wafd
blockiert die Regierung [logischerweise]
Folge-Entwicklungen:
-- König Fu’ ad löst das Parlament erneut auf
-- König Fu’ ad spielt mit der zweiten
Parlamentsauflösung der englischen Politik in die Hände,
die weiter Monarchie und Parlament gegeneinander
ausspielt (S.466).
1925-1927
Syrien: Erlaubnis der
französischen Besatzung zur Bildung von politischen
Parteien - Aufstand 1925-1927 - französische Bomben
gegen den Aufstand
-- die politischen Bewegungen in Syrien unter dem
syrischen Mediziner Dr. ‘Abd ar-Rahman Sahbandar
inszenieren ein nationales Aktionsprogramm gegen die
französische Besatzung
-- in die Aufstandsbewegung sind ehemalige Minister der
Faysal-Regierung von 1920 eingebunden
-- damit sollen mehrere nationalistische Parteien zur
"Volkspartei" vereinigt werden
oo mit kompromisslosen Forderungen gegen die
französische Besatzung
oo mit taktischem Bündnis mit der straff geführten und
einheitlichen drusischen Aufstandsbewegung
oo mit der Bildung einer provisorischen unabhängigen
syrischen Regierung im Gabal ad-Duruz mit Aufruf zum
allgemeinen Befreiungskampf
->> es kommt zum Aufstand in allen sozialen
Schichten (S.449).
Die französische Besatzung reagiert mit militärischer
Kriegsführung und mit Flächenbombardements gegen Dörfer
und Herden. Der Aufstand dauert zwei Jahre lang (S.449).
1925 ca.
Irak: Sozio-politischer
Umbruch: Scherifen gegen Notabeln und Scheichs
Die "Scherifische Elite" entstammt der unteren
Mittelschicht des Landes mit Offiziersausbildung und
hält ein "Kabinettsmonopol", ohne Führungsqualitäten zu
zeigen.
Gleichzeitig formieren sich die Notabelnfamilien und
Stämme im Parlament gegen die Scherifenfamilien, denen
zum Teil bewaffnete Einheiten unterstehen:
-- in Mossul die Familie der Suwaydis
-- in Bagdad die Familie der Gaylanis
-- in Basra die Familie der Naqibs (S.475).
Auf dem Land regieren die Scheichs grösserer
Stammeskonföderationen:
oo mit taktischen Allianzen
oo mit Gesetzen zugunsten der Scherifen zum Landkauf und
Kauf von Bewässerungskonzessionen
damit die Regierungsgewalt vom Parlament "durchdrungen"
wird (S.475)
oo aber auch mit Gesetzen gegen die Landflucht (S.476)
[damit verarmte Bauern weiter auf den Ländereien der
Grossgrundbesitzer versklavt werden können].
In der Folge können die Scherifen im Irak eine Hausmacht
bilden und eine Partei gründen, die aber gegen die
Notabelnfamilien und Stammesscheichs keine Chance hat.
Dieser Transformationsprozess ist ein spezifisch
irakisches Phänomen (S.476)
Ende 1925 ca.
Libanon: Gründung einer
maronitischen "Partei der libanesischen Einheit"
unter al-Gumayyil, erreicht aber nicht viel gegen
die französische Besetzung (S.479).
ab 1925 ca.
Fruchtbarer Halbmond: Konfrontation linker und rechter
Parteien lähmt arabische Staaten
Es kommt zur lähmenden Polarisierung zwischen linken und
rechten Parteien in fast allen arabischen Staaten:
-- alte muslimische Leitbilder und Stammestraditionen
gelten nicht mehr
-- Einigungsbestrebungen sind unmöglich
-- die islamische Bewegung zerfällt mehr und mehr an den
gegensätzlichen neuen dominierenden Ideologien (S.481).
Irak/Öl: Britisches
Ölmonopol der "Rafidain", Tochter der APOC, für
Ölabsatz in Irak
vermarktet für den irakischen Eigenverbrauch das von der
APOC im iranisch-mesopotamischen Grenzgebiet von Haniqin
geförderte Öl (S.487).
Syrien-Libanon-Ägypten:
Herrschaften der Oberklasse - kein heranwachsendes
Demokrativerständnis
Die Herrschaftseliten gehören von Anfang an den
Oberklassen an. Das Volk selbst hat kein Vertrauen wegen
Kollaboration mit den europäischen Mächten Frankreich
und England. Es kann sich so kein Demokratieverständnis
herausbilden (S.476).
1926
Türkei: Justizreform nach
schweizerischem und italienischem Muster
Grundlage wird das Schweizer Zivilrecht, das
italienische Strafrecht und das Schweizer
Obligationenrecht (S.167).
April 1926
Arabische Welt/Kairo:
Kalifatskongress ohne Einigung
Die Anwesenden können sich nicht darüber einigen, ob ein
neues Kalifat geschaffen werden soll oder nicht. Die
Konferenz vertagt sich auf unbestimmte Zeit (S.457).
Juni 1926
Arabische Welt/Mekka:
Religionskongress
Kongress der islamischen Welt um die religiösen Fragen,
Probleme und Missstände (S.457). International bleibt
‘Abd al-’Aziz als "Hüter der heiligen Stätten"
umstritten (S.458).
1927
Ägypten: Gründung des "Vereins muslimischer junger
Männer" / gama ‘at as-subban al-muslimin
nach dem ergebnislosen Kalifatskongress in Kairo und als
Gegenstück des Vereins der "christlichen Männer"
(S.476-477). Präsident: Dr. ‘Abd al-Hamid Sa ‘id
(S.477).
Der Verein mit seinem "erzieherischen Impetus" hat
seinen Wirkungskreis v.a. in den Städten und unter den
Intellektuellen. Das Generalsekretariat in Kairo ist mit
Vertretern des Erziehungsministeriums der al-Azhar
besetzt, mit Vertretern verschiedener Fakultäten,
Fakultäten und Lehrer- und Publizistikverbänden.
Ziele:
-- Gestaltung und Verbreitung eines neuen Lebensgefühls
beruhend auf der Synthese zwischen
traditionell islamischen Werten und der neuen "modernen
Zivilisation"
-- Panislamismus (S.477).
Der Verein hat Unterorganisationen in fast allen
arabischen Ländern, v.a. in Palästina. Er ist tätig in
der Öffentlichkeitsarbeit, organisiert Demonstrationen
und hat Einsitz an vielen Konferenzen (S.477).
Ägypten: Tod von
Nationalistenführer Sa ‘d Zaglul - Nachfolger: Mustafa
an-Nahhas
als Vorsitzender der Wafd, ist für England "leichter zu
handhaben". Die Wafd bleibt stärkste Partei bis 1952,
und die Allenby-Erklärung wird bis 1936 nicht
unterschrieben (S.466).
Sowjetunion-Arabien: Die
Sowjetunion anerkennt ‘Abd al-’Aziz als König des
vereinigten Hedschas
noch vor England (S.457-458).
Syrien: Der Aufstand ist
durch französische Bomben und Militär beendet
-- Bildung eines "nationalen Blocks"/nationale Front mit
möglichst populistischer Basis.
-- Verbannung der Führer der "Volkspartei" und
Niedergang der "Volkspartei"
-- die französische Besatzung beginnt mit einer
Verfassungsentwicklung zwecks "psychologischer
Rückeroberung des Landes" (S.449)
-- es kommt zu neuen nationalen Blockbildungen gegen die
französische Besatzungsmacht (S.449-450).
1928
Türkei: Beseitigung aller muslimischen Elemente aus
der Verfassung
-- Beseitigung aller religiösen Formeln aus der
Verfassung
-- Einführung des lateinischen Alphabets
-- Verbot der arabischen Schrift
-- Abschaffen des Pflichtunterrichts für Arabisch und
Persisch an den Höheren Schulen
-- Gründung neuer Volks-, Mittel-, Fach-,
Landwirtschafts- und Hochschulen (S.167).
Syrien: Gründung der
"monarchistischen Partei" - der Pluralismus bekommt
Anhänger
-- mit hasimitischen Kandidaten für ein Königtum in
Syrien, Faysal oder auch Abbas Hilmi
-- die Partei bleibt aber ohne durchschlagende Wirkung,
weil das Königtum inzwischen auch der Kollaboration mit
den Besatzern beschuldigt wird
->> In Syrien begründet sich eine neue
republikanische Tradition ohne Königtum, mit dem
Pluralismus des Libanon als Vorbild (S.450).
Ägypten: Gründung der
"Muslimbruderschaft" unter Hasan al-Banna’
-- Gründer ist der Dorfschullehrer Hasan al-Banna’
-- die "Muslimbruderschaft" ist das ländliche Pendant
zum "Verein muslimischer junger Männer" (S.477)
-- die "Muslimbruderschft" verändert jedoch nicht
wesentlich das Dreieck der Macht zwischen Monarch, Wafd
und englischem Einfluss (S.465)
-- die "Muslimbruderschaft" verbreitet Baathismus und
Nasserismus (S.434)
-- mit lawinenartigem Anstieg der Mitglieder
-- mit Unterorganisationen bis nach Indien und
Nordwest-Afrika
-- ideologisch für die Restauration eines Panislamismus
-- konkret politisch aber arabisch-islamisch
ausgerichtet
-- ist rassistisch mit Bevorzugung von Arabern in der
umma
-- und absorbiert schliesslich den "Verein muslimischer
junger Männer" (S.477)
-- ist einer der wichtigsten Schrittmacher der
"Arabisierung" Ägyptens (S.478).
1928
"USA"-Europa-Vorderer Orient/Öl: Ölkartell in
Achnacarry in Schottland
Vereinbarung eines europäisch-weiss-"amerikanischen"
Erdölkartells in Schottland in Achnacarry, dem Landsitz
des Vorsitzenden der Royal Dutch Shell Company, Lord
Deterding. Das Kartell soll Weltmarkt "regulieren"
(S.487).
"USA"-Europa-Irak/Öl: "Red
Line Agreement", Konkurrenzverbot von Ölfirmen im
Nahen Osten
Die Gesellschaften der Iraq Petroleum Company IPC
vereinbaren in einem "Red Line Agreement", bei
Konzessionsausschreibung im Nahen Osten nicht
gegeneinander zu konkurrieren.
Damit werden europäische und weiss-amerikanische, aber
keine arabischen Bedürfnisse der Landesentwicklung
gedeckt (S.487).
Sowjetunion: anerkennt
Jemen vor England
(S.458)
Ende 1920er Jahre/ 1928 ca.
Arabien-England: Rebellion
der ihwan-Dörfer - Sieg der Wahhabiten mit englischen
Bomben
Zerwürfnis zwischen der ihwan-Mehrheit und ‘Abd al-’Aziz
um die Modernisierungspolitik.
Rebellion der ihwan-Bewegung unter Ibn Bigad, Faysal
ad-Dawis und Didan b. Hitlayn gegen den übermächtigen
Apparat der Al Sa ‘ud-Dynastie. Die Dynastie in Kuwait
unterstützt dabei die ihwan-Rebellen im Sinne einer
"balance of power"-Politik auf der Arabischen Halbinsel.
In der Entscheidungsschlacht bleiben die Truppen von
‘Abd al-’Aziz siegreich, dank britischer logistischer
Unterstützung und Einsätzen der Royal Air Force (S.458).
Frühjahr 1929/März 1929 ca.
Arabien-Europa:
Pilgerrückgang - Finanzprobleme - Europatour
Finanzprobleme Arabiens zwingen den Saudi-Sohn Faysal
auf Werbetour durch Europa, um Unterstützung für die
aufgrund des Pilgerrückgangs zerrütteten Staatsfinanzen
Arabiens zu bekommen (S.458).
26.4.1929
Arabien-Deutschland:
Freundschaftsvertrag
zwischen Wahhabiten-Sa ‘ud-Dynastie und der Weimarer
Republik, abgeschlossen in Kairo, mit handelspolitischen
Abkommen (S.458).
ab 1929
Weltwirtschaftskrise:
muslimische Position wird bestärkt
Die Weltwirtschaftskrise verstärkt die Massenbewegungen
gegen die "fortschrittliche" kapitalistische Wirtschaft
(S.434).
[Ergänzung:
Die kommunistische UdSSR hat allen Grund, den
Kapitalismus und sein Spekulationswesen mit der Börse
als Geissel von Profit und Armut an den Pranger zu
stellen].
ab 1929/1930
Vorderer Orient/Öl:
Forderungen in den arabischen Ölförderländern nach
mehr staatlicher Mitsprache an der Erdölentwicklung
(S.487-488)
-- nach eigenen nationalen Anteilgesellschaften
-- nach staatlichen Raffinerien und Preisautonomie
-- nach Verstaatlichung des Erdölsektors (S.488).
ab 1930
Libanon: Verarmung der
unteren Mittelschicht - beginnender Pluralismus
innerhalb der Parteien
-- die untere Mittelschicht wird durch die
Weltwirtschaftskrise hart getroffen. Das Feudalsystem
ist am Ende
-- Umdenken in der libanesischen Bevölkerung wegen der
ethno-konfessionellen Mischung
-- Planen einer "staatspolitischen" Erziehung der Jugend
zum Pluralismus (S.479).
Die Depression fördert die Vermischung der Gesellschaft
und fördert den sozialen Schichtungsprozess im ganzen
Fruchtbarer Halbmond (S.469).
1930
Türkei: Konstantinopel:
Umbenennung in Istanbul
(dtv-Lexikon Bd.9 S.22; 1990)
Türkei-Griechenland:
Freundschaftspakt
(dtv-Atlas, S.167)
1930er Jahre
Arabien: Diversifizierung
und Distanzierung gegenüber England
‘Abd al-’Aziz bemüht sich um Diversifizierung seiner
diplomatischen Bemühungen und will sogegenüber England
seinen Handlungsspielraum erweitern, das im Fruchtbaren
Halbmond weiter mit den Hasimiten zusammenarbeitet
(S.458).
ab 1930 ca.
Vorderer Orient: Einbruch
auf dem Baumwoll- und Textilsektor - totale Verarmung
der Landbevölkerung
Die Händler erkennen die Weltwirtschaftskrise zuerst
nicht, horten die einströmende, für sie noch billige
Importware und bleiben dann auf ihr sitzen. Sie werden
zu den Opfern der Dumpingpreise Russlands und Japans.
Ausserdem sinken die Einnahmen der Pachtbauern bei
Getreide unter das Existenzminimum (S.470).
Folge-Entwicklungen:
->> die Notvorräte der Landfamilien in Form von
Goldschmuck landen im Schmelztigel der Aufkäufer
->> die Landbevölkerung verarmt vollends, nach dem
Verlust des Karawanen- und Zwischenhandels durch den
Suezkanal ein drittes Mal
->> grosse Landflucht (S.470)
->> grosse Arbeitslosigkeit in den Städten
(S.470-471)
[sowie beginnende Verdammung des westlichen
Kapitalismus].
Weitere Folge-Entwicklungen:
Schwere Krisenerscheinungen
ohne Massnahmen - japanische Dumpingprodukte
-- Massenaufläufe, Streiks gegen japanische
Dumpingpreise
-- Verringerung der Staatseinnahmen haben Strom- und
Transportpreiserhöhung sowie Kurzarbeit, Lohnkürzung
oder auch Entlassungen in Staatsbetrieben zur Folge,
z.B. bei Hafenarbeitern
In der Folge fordern die arbeitslosen Demonstranten
staatliche Massnahmen, aber:
-- der öffentliche Dienstleistungssektor untersteht noch
weitgehend der Kontrolle der Mandatsmächte Frankreich
und England
-- gegen japanische Dumpingoffensiven sind keine
Schutzzollmassnahmen möglich, weil diese gegen die
Mandatsprinzipien der "Offenen Tür" verstossen
-- die arabischen Territorien haben gegen die
Wirtschaftkrise und die japanischen Dumpingpreise keine
Möglichkeit einzugreifen
-- die muslimische Bevölkerung ist absolut schutzlos
(S.471)
Weitere Entwicklungen:
-- Eröffnung des persischen Hafens von
Khorramschahr/Muhammara am Satt al-’Arab, wodurch Basra
Einbussen erleidet
-- die japanischen Textilien verdrängen durch ein
neuartiges "konkurrenzloses" synthetisches Gewebe die
einheimische Baumwolle
-- die Mandatsmächte bringen keine koordinierte Politik
zustande, sondern denken nur an Konkurrenz unter sich
und stellen dadurch lokale städtische
verkehrswirtschaftliche Baumassnahmen zurück (S.471).
Vorderer Orient:
Arbeitslosigkeit - die Entwicklung der Bourgeoisie
wird abgebrochen
-- die Landbevölkerung/Fellachen, Pachtbauern und
Händler werden arbeitslos (S.470)
-- im Fruchtbaren Halbmond wird die Entwicklungsphase
einer arabischen Bourgeoisie durch die
Weltwirtschaftskrise abgebrochen
-- der Karawanenhandel wird an den Rand der Ökonomie
gedrängt (S.469)
-- der industrielle Entwicklungsstand bleibt sehr
niedrig
-- die Erdölentwicklung ist in den Anfängen und wenn,
dann in ausländischer Hand (S.470).
ab 1930 ca.
Arabien/Hedschas-Japan:
Pilgerrückgang und Einnahmeausfall wegen
Weltwirtschaftskrise - Plünderzüge - japanische
Kunstperlen
-- Pilger aus Pakistan und Bangladesch bleiben weg wegen
Weizen- und Reispreiszerfall in ihren Ländern durch die
Weltwirtschaftskrise (S.471)
-- über 4/5 Pilgerrückgang
-- in der Folge fällt ein Grossteil der Staatsfinanzen
Arabiens aus
-- die ihwan-Bewegung beginnt wieder mit
Plünderungszügen, wie vor der Sesshaftigkeit
-- am Persischen Golf kommt es zu einer Krise der
Perlenfischerei, weil die japanische Konkurrenz mit
billigen Kunstperlen den Arabern den Markt kaputtmacht
(S.472).
ab 1930
Arabien/West-Ost-Konflikt:
"Containmentpolitik" der westlichen Mächte in der
arabischen Welt, die gegen den Bolschewismus gerichtet
ist
->> die "Containmentpolitik" fördert Baathismus
und Nasserismus (S.434).
Ägypten-Vorderer
Orient/Weltwirtschaftskrise: Engagement der
"Muslimbruderschaft"
Die "Muslimbruderschaft" engagiert sich sozial mit
grossem Engagement und bringt so die Verbindung von
nationaler und sozialer Frage zustande:
-- Kampf gegen marxistische Elemente in der ägyptischen
Arbeiterbewegung
-- taktische Allianzen je nach Situation mit der
Wafd-Partei und den monarchischen Unionisten
(S.478).
ab 1930er Jahre
Arabien: Rein Arabische
Erdölpolitik ist nicht möglich wegen Venezuela und
Iran
Arabische Bemühungen zur Errichtung eines eigenen
autonomen regionalen Erdölmarktes mit eigener
Preisstruktur haben keinen Erfolg wegen den
Ölförderländern Venezuela und Iran (S.489).
ab 1930 ca.
Irak/Kirkuk/Öl:
Exportpflicht für Öl aus Kirkuk - Exportpflichten -
die Bevölkerungen bleiben arm
Das Öl, das von der europäisch-weiss-amerikanischen Iraq
Petroleum Company IPC in Kirkuk in Irak gefördert wird,
muss exportiert werden, weil die britische Tochter der
APOC, "Rafidain", das Absatzmonopol für Öl aus Haniqin
für den ganzen Irak besitzt (S.487).
Ähnlich geht es jedem Ölförderland. Die Europäer und
weissen "Amerikaner" behalten das Sagen in den Ländern
und streichen alle Profite ein. Aus der Sicht der Araber
sind die Erdölförderabkommen der Europäer und weissen
"Amerikaner" auf arabischem Boden Protektionsmassnahmen
zugunsten der westlichen Gewinnmaximierung (S.487).
1930er Jahre
Ölschwemme auf dem
Weltmarkt
ist eine schlechte Voraussetzung zur Durchsetzung einer
Verstaatlichung der Ölindustrien:
-- die weiss-"amerikanisch"-europäischen Gesellschaften
kämpfen um ihre Marktanteile und geben auch den
Achsenmächten keine Chance, in den arabischen Ölstaaten
Fuss zu fassen
-- auch neuen weiss-amerikanischen oder japanischen
Ölgesellschaften wird vom Achnacarry-Kartell der Zugang
zum arabischen Boden verwehrt! (S.488)
1931
Palästinakonferenz in
Jerusalem mit "gesamtarabischer Diplomatie"
(S.481)
ab 1930er Jahre
Der islamische Reformführer
Raschid Rida wendet sich dem puritanischen Wahhabismus
Arabiens zu
(S.440)
1932
Arabien: Gründung des Königreichs
Saudi-Arabien
(S.451) erfolgt in einer ökonomisch sehr
kritischen Situation. Die ihwan-Rebellen agieren gegen
‘Abd al-’Aziz (S.472).
Bahrain/Öl: Ölfunde
weiss-"amerikanischer" Erdölgesellschaften
(S.472)
Ägypten: Drastische
Zolltariferhöhungen für ausländische Textilien
gegen japanische Dumpingware gerichtet.
In der Folge weicht die japanische Dumpingware in
syrisch-libanesische Häfen und nach Basra aus, wo sie
problemlos gelöscht werden kann, weil die Mandate nach
"Völkerrechtstatut" keine Schutzzölle erheben dürfen
(S.471).
Irak:
Unabhängigkeit
-- Ausstrahlung des Irak auf die Gesamtregion bis
nach Damaskus
-- neue Frage nach einer arabischen Einheit oder
Föderation (S.449).
Arabiens
Kniefall und Zustimmung zu Ölbohrungen - ägyptische
faschistische "Jungägyptische Vereinigung" -
englisches Ölkartell über Kuwait -
libanesisch-faschistoide Jugendbewegungen und
faschistoide "Volkspartei" in Syrien - erste
überkonfessionelle irakische Partei "Ahali" -
weiss-amerikanische Ölfunde in Saudi-Arabien -
Ägyptische Forderung nach absoluter Unabhängigkeit -
italienische Invasion in Libyen 1935 und
Abessinienbesetzung 1936 - arabischer Aufstand in
Palästina - "muslimischer Rat" in Syrien gegen
Frankreich - englisch-italienische Aufteilung
Abessiniens 1937 - Türkei befestigt Meerengen, Pakt
von Saadabad - muslimischer Zwiespalt über
global-muslimische Politik - erste ägyptische
Gewinnbeteiligung am Suezkanal mit 7 %
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Arabien kann nur mit der Zustimmung zu Ölbohrungen
an weiss-amerikanische Ölgesellschaften seine
Kreditwürdigkeit wiedergewinnen. Als Gegenreaktion zur
Weltwirtschaftskrise formiert sich in Ägypten die
faschistische "Jungägyptische Vereinigung". Gleichsam
betont die englische Ölgesellschaft APOC das
Ölabsatzmonopol über Kuwait.
In Libanon entstehen neue faschistoide Jugendbewegungen,
in Syrien die faschistoide "Volkspartei", alle gegen die
Mandatsmacht Frankreich gerichtet, die weiter die Fäden
der dortigen Regierungen in der Hand hält und
Selbstbestimmungsrecht verweigert. In Irak kommt es
gleichzeitig zur ersten überkonfessionellen Partei
"Ahali", gesellschaftlich ein Meilenstein in der
muslimischen Welt.
Ölfunde in Saudi-Arabien geben dem Land wieder seine
kapitalistische Kreditwürdigkeit zurück, während Ägypten
die absolute Unabhängigkeit fordert und Italien die
Unabhängigkeit Libyens mit einer Invasion 1935 auf
exemplarische Art und Weise vernichtet, ebenso diejenige
des Restgebietes in Abessinien 1936 (mit Giftgas, wie
heute bekannt ist).
In Palästina kommt es zu einem arabischen Aufstand, und
in Syrien zum Gründung eines "muslimischen Rats" und zu
einer christlich-maronitischen "Phalangistenbewegung".
Die Franzosen wollen Syrien immer noch keine
Selbstbestimmung zugestehen. England und Italien teilen
unter sich Abessinien auf. Ein weiteres Polen entsteht.
Die Türkei erhält auf der Konferenz von Montreux die
Bewilligung zur Befestigung der Meerengen. Iran und Irak
schliessen ein Abkommen über den Satt al-’Arab, und mit
der Türkei den Pakt von Saadabad. Palästina brodelt
derweil weiter.
Die muslimische Welt ist gespalten in ihrer Politik, ob
regionale oder globale Politik besser sei. Es fehlt an
Linie und Entscheidungswille. Währenddessen erreicht
Ägypten, dass das Land zum ersten Mal mit gnädigen 7 %
am Gewinn der Suezkanalgesellschaft beteiligt wird. Wie
gnädig ist das von Europas Kolonialisten, die weiter den
Indienhandel, den Asienhandel, den Amerikahandel und
durch ihre Waffen- und Gaseinsätze ganz Afrika in ihren
Händen haben.
Das Palästina-Problem bleibt ungelöst. Die
internationale Politik versagt. Hitler und Mussolini
sind auch keine Lösungen, sondern nur Gewalt. Der
arabisch-muslimische Hass steigt und steigt. Was sollen
die Fantasie-Muslime auch anders aus ihrer Verarmung und
Identitätszerstörung heraus machen, wenn die Ölgewinne
weiter nur in "christliche" Taschen fliessen. Hitler
steigt in Europa auf und wird für die Fantasie-Muslime
zur falschen Hoffnung.
Chronologie (Fortsetzung)
1933
"USA"-Arabien/Öl: Öffnung für weiss-amerikanische
Ölkonzessionäre zur Überwindung der
Weltwirtschaftskrise
(S.458)
Saudi-Arabien/Öl:
Ölbohrungsvertrag
Die weiss-"amerikanischen" Ölgesellschaften
arrangieren in Saudi-Arabien ein Ausbeuteabkommen
für Öl. Die Ölbohrungen beginnen (S.472).
Ägypten: Gründung der
faschistischen "Jungägyptischen Vereinigung"
unter Rechtsanwalt Ahmad Husayn
-- mit dem Programm einer Synthese zwischen Faschismus
und Fantasie-Islam
-- mit glühender Verehrung für Mussolini und Hitler
-- mit der angeblichen öffentlichen Empfehlung an
Hitler, um Fantasie-Islam überzutreten (S.478).
Parteipolitische Mittel:
-- paramilitärischer Drill
-- straffe Organisation
-- Uniformierung in der Öffentlichkeit und Tragen grüner
Hemden (S.478).
Programm:
-- Aufbau eines "starken Ägypten" als nahöstliche
Ordnungsmacht
-- Unabhängigkeit, Landreform, Erziehung,
Wehrtüchtigkeit des Volkes, bis zur politischen
Ermordung des Gegners (S.478).
1933
"USA"-Europa-Kuwait/Öl:
Ölabsprache in der "Kuwait Oil Company"
zwischen den Gesellschaften, die der Kuwait Oil
Company angehören, der britisch-staatlichen
"Anglo-Persian Oil Company" (APOC) und der
weiss-amerikanischen "Gulf Exploration Company".
Festlegung:
-- das zu entdeckende Kuwait-Öl darf die bereits
bestehenden Marktpositionen der APOC in Kuwait nicht
beeinträchtigen
-- allfällig gefundenes Kuwait-Öl muss also exportiert
werden, und persisches Öl importiert werden, damit die
persische Position der APOC nicht gefährdet wird
-- diese Vorschrift wird auf die assoziierten
Gesellschaften der APOC ausgedehnt, so dass der Absatz
von Kuwait-Öl in Irak auch verboten wird (S.487).
[Es handelt sich um eine neue Form der
Kolonialherrschaft].
1933 ca.
Libanon: Gründung
politischer Jugendbewegungen für Maroniten: al-Kata’
ib und für Fantasie-Muslime: an-Naggada
-- nach dem Vorbild der deutschen Hitler-Jugend und der
tschechischen Sokol-Bewegung, mit paramilitärischer
Ausbildung:
-- zur Verteidigung der "libanesischen Identität" gegen
grosssyrische Bestrebungen
-- zur Verteidigung der "libanesischen Identität" gegen
die französische Besetzung (S.479).
ab 1933 ca.
Irak: die al-Ahali-Gruppe
als Überkonfessionelle und sozialreformerische Partei
Anerkennung von gesellschaftlichem Pluralismus mit der
Ideologie der "Volksgemeinschaft"/sa ‘biyya
beinhaltet Wohlfahrt für das Volk ohne Unterschied der
Klasse, Religion oder Ethnie (S.480).
[Damit hat sie mit einer "Volksgemeinschaft" im
Hitlerschen Sinn nichts mehr zu tun].
ab 1933
Saudi-Arabien/Öl: Ölfunde -
Das Ölgeschäft verhilft Saudi-Arabien wieder zur
Kreditwürdigkeit. Die Profite streichen die
amerikanischen Ölgesellschaften ein. Gleichzeitig werden
die arabischen Ölländer für Krisen am Erdölmarkt
anfällig (S.472).
Ägypten: ägyptische
Kompromisslosigkeit zur Unabhängigkeit
Ägypten fordert kompromisslos die wirtschaftliche
Unabhängigkeit von England, um nie mehr eine solche
Krise wie die Weltwirtschaftskrise zu erleben.
Forderungen:
-- Aufbau einer importsubstituierenden industriellen
Basis
-- Diversifizierung auf allen Sektoren der
Wirtschaftsentwicklung
-- allgemein: Entwicklung zu mehr Zusammenarbeit der
Länder des Fruchtbaren Halbmonds zu einem nahöstlichen
Regionalmarkt (S.472).
ab 1933?
Syrien: Gründung der den
Faschisten nahestehenden "Syrische Volkspartei" /
al-hizb al-qawmias-suri
-- mit radikalem Nationalismus
-- mit Plan eines starken "phönizischen" Grosssyrien
-- mit paramilitärischen Organisationsmerkmalen (S.479).
1934
Türkei: Familiennamen - "Atatürk" / "Vater aller
Türken"
-- Einführung von Familiennamen (dtv-Atlas, S.167)
-- Staatspräsident Mustafa Kemal Pascha bekommt vom
Parlament den Zunamen "Atatürk"/"Vater aller Türken"
verliehen (dtv-Lex.Bd.1 S.307; 1990).
Balkanpakt
zwischen Jugoslawien, Griechenland, Rumänien und der
Türkei als französische Antwort auf sowjetische und
faschistische Interessen auf dem Balkan und gegen
Revisionswünsche Bulgariens (dtv-Atlas, S.165).
Ägypten: Attentatsversuch
der "Jungägyptischen Vereinigung" auf den
Parteivorsitzenden der Wafd, an-Nahhas
(S.478)
Arabien:
Saudisch-jemenitischer Konflikt: Schlichtung durch
"gesamtarabische Diplomatie"
(S.481)
Mitte 1930er Jahre:
Ägypten: Verfassungskrisen
(S.465)
1935
Italien-Libyen:
Kolonialkrieg gegen die Sanussi in der Cyrenaika
-- verursacht beträchtliche Unruhe in der
arabisch-islamischen Welt (S.459)
-- Gräuel der italienischen Truppen unter Mussolini
gegen muslimische Bevölkerung.
-- die Gräuel scheuen die "Jungägyptische Vereinigung"
nicht vor weiterem faschistischem Fanatismus (S.478).
ab Mitte 1930er Jahre
Ägypten: Die Wafd-Partei
nimmt panarabische Strömungen auf und verliert die
speziell ägyptische Ausrichtung
(S.429)
17.3.1935-30.10.1936
Irak: autoritäres Regime
unter Yasin al-Hasimis
(S.476)
ab 1935 ca.
Vorderer Orient/Ägypten:
Der "Verein muslimischer junger Männer" schwenkt von
Panislamismus auf nationalistischen Arabismus
unterstützt Fantasie-Muslime in der Sowjetunion, in
Palästina und in Jerusalem.
(S.477)
Ägypten: Namensänderung der
"Jungägyptischen Vereinigung" in "Jungägyptische
Partei"
um den Machtanspruch programmatisch zu profilieren
(S.478).
1936
Abessinien: Italienische Besetzung -
Faschismusinvasion in Afrika - Gefährdung Arabiens -
Kontakte Arabien-3.Reich
-- italienische Invasion in Abessinien, dem "Land der
Nilquellen" (S.467)
[-- Besetzung Abessiniens mit Giftgaseinsatz]
-- Ausdehnung des italienisch-faschistischen Einflusses
auf den Jemen
-- Einschätzung von ‘Abd al-’Aziz: England und Italien
werden sich die Macht bis auf die arabische Halbinsel
aufteilen
-- 'Abd al-'Aziz nimmt Kontakte zu Hitler auf, um eine
Machtbalance im arabischen Raum gegen England und
Italien herbeizuführen (S.459).
Palästina: Arabischer
Aufstand
mit transjordanischen und irakischen
Vermittlungsbemühungen, was von den Wahhabiten in
Arabien gar nicht gern gesehen wird, denn ‘Abdallah und
Nuri as-Sa ‘id haben neue Föderationspläne, die die
al-Hasim/Haschimiten noch mehr stärken würden (S.459).
1936-1939
Palästina: Bürgerkrieg
1936-1939
Die britische Mandatsverwaltung unterstützt
abwechselnd arabische Partisanen und jüdische Haganah
[militärischer "Selbstschutz"]. Beide Parteien lehnen
Kompromissvorschläge ab (dtv-Atlas, S.259).
1936
England bleibt an Südküste Arabiens
England rückt von seinen Besitzungen an der Südküste
Arabiens nicht ab (S.459).
Ägypten-GB: Umschwung der
ägyptischen Regierung auf die Seite Englands
Rahmenbedingungen:
-- sich ausbreitende faschistische Ideologie im
Mittelmeerraum
-- arabischer Aufstand in Palästina
-- allgemeine neue Aktivität der Arabischen Bevölkerung
im Fruchtbaren Halbmond und in Ägypten (S.467).
In der Folge verändert sich die Position der ägyptischen
Regierung:
-- die ägyptische Regierung ist zu einem Vertrag mit
England nun bereit
-- England will sich für die Stärkung der Demokratie in
Ägypten einsetzen
-- die Wafd-Partei fordert die Wiedereinsetzung der
Verfassung und erhält dabei englische Unterstützung
gegen den ägyptischen König, so dass der König die
Verfassung wieder in Kraft setzen muss und freie
Neuwahlen anberaumen muss (S.467).
Türkei: Gründung der
Universität Ankara
(S.167)
Irak: Die pluralistische
al-Ahali-Gruppe paktiert mit den Militärs, bekommt
aber kaum grosse Gefolgschaft.
(S.480)
März 1936
Syrien: "Muslimischer Rat"
gegen Frankreich
Konferenz der Küstenregionen Grosssyriens mit Vertrags-
und Unabhängigkeitsverhandlungen mit der französischen
Macht.
Konstituierung eines muslimischen Rats, da Aktivitäten
einzelner Parteien gegen die französische Besetzung kaum
etwas bewirken (S.479).
April 1936
Ägypten: Tod von König Fu’
ad - Nachfolger: König Faruq
ist noch unmündig und untersteht dem Kronrat (S.467).
Mai 1936
Ägypten: Freie Wahlen -
Mehrheitsregierung der Wafd unter Mustafa an-Nahhas -
neue englische Kompromisse im Licht des faschistischen
Italien
England beschliesst ob der neuen Situation der
faschistischen Ideologien im Mittelmeerraum und in
Äthiopien Kompromisse mit der ägyptischen Bevölkerung:
-- Abschaffung des Wehrdienstes/"Kapitulationen"
-- Ägypten darf Mitglied beim Völkerbund werden
-- Beschränkung der englischen Militärpräsenz in Ägypten
-- Zugestehen der Selbstbestimmung der Sudanesen
(S.467).
In der Folge unterschreibt die ägyptische Regierung den
Vertrag, hat jedoch die Aktivität der ägyptischen
extremen Nationalisten gegen sich:
-- sind gegen die Beibehaltung der englischen
Marinebasis in Alexandrien
-- sind gegen die ausschliesslich britische
Ausbildungsoffiziere in der ägyptischen Armee
-- sind gegen britische Land- und Luftkontingente in der
Suezkanalzone
-- sind gegen die englische Benutzungsrechte von
Transport- und Kommunikationseinrichtungen im Kriegsfall
In der Folge wird die Wafd-Partei propagandistisch
diskreditiert und König Faruq politisiert mit einer
achsenfreundlichen Politik gegen die Wafd-Mehrheit im
Parlament (S.467).
26.8.1936
England-Ägypten: Ägypten
erhält die De-facto-Unabhängigkeit: Abschluss des
anglo-ägyptischen Vertrags
(S.460,462)
Okt 1936
Irak: Allianz zwischen
oppositionellen Reformern und Militärs im
Bakr-Sidqi-Putsch
Zum ersten Mal kommt es zu einem Interventionismus
sozialrevolutionärer Militärs gegen eine autoritäre
Regierung (S.476).
21.11.1936
Syrien: Gründung der
christlich-maronitischen Bewegung "Phalangistischen
Bewegung"
gegründet von Pierre al Gumayyil, Safiq Nasif,
Charles Hilw/Hélou, Georges Naqqas und Emile Yarid,
auch mit paramilitärischen Organisationsmerkmalen
(S.479).
2.1.1937
England-Italien: gemeinsame
Erklärung über die Machtteilung in Äthiopien
(S.459)
Frühjahr 1937
Konferenz von Montreux:
Alliierte gegen Faschismus im Mittelmeer:
Erleichterungen für Ägypten und die Türkei
-- England-Ägypten: Abschaffung der
Wehrdienste/"Kapitulationen" unter britischer Flagge auf
der Konferenz von Montreux (S.462)
-- England-Türkei: Die Türkei erhält das Recht auf
Wiederbefestigung der Meerengen [Schleifung der
Festungen nach dem Vertrag von Lausanne 1923?]
-- gleichzeitig wird das Verhältnis zwischen der
"Sowjetunion" und der Türkei angespannt (dtv-Atlas,
S.167).
1937
Palästinakonferenz in Bludan bei Damaskus mit
"gesamtarabischer Diplomatie"
(S.481)
Abkommen Irak-Iran: Satt
al-’Arab untersteht bis ans gegenüberliegende Ufer der
irakischen Hoheit
(S.495)
Vorderer Orient: Pakt von
Saadabad zwischen der Türkei, Iran, Afghanistan und
Irak
Festigung der Verhältnisse in der Region östlich der
Türkei. Gleichzeitig zeigt die türkische Regierung eine
Annäherung an die Alliierten.
(dtv-Atlas, S.167)
Palästina/Israel:
Peel-Teilungsplan wird abgelehnt
(dtv-Atlas, S.259)
ab 1937
Arabien-3.Reich: Diplomatie
zwischen Hitler und ‘Abd al-’Aziz
nach der Änderung der politischen Lage wegen England und
Italien:
-- Arabien bezieht Waffen vom 3.Reich
-- Akkreditierung eines deutschen Botschafters in
Dschidda.
Aber die Macht und die Ausstrahlung des arabischen
Herrscherhauses Sa ‘ud verfällt unaufhaltsam (S.458).
Ende 1930er Jahre/ 1938 ca.
Kuwait: Revolutionäre
Verfassungsbewegung
die die Autokratie der Al Sabah bedroht und die den
neuen irakischen Nationalismus unterstützt (S.459).
ab spätes 1930er Jahre/ ab 1938 ca.
Arabische Länder: Die
Existenzfrage: Kooperation auf welcher Ebene?
Existenzfrage, ob in den sozio-ökonomischen Fragen die
Entwicklung der einzelnen arabischen Länder oder die
Gesamtentwicklung Vorrang haben sollen (S.481).
späte 1930er Jahre/ab1938 ca.
"USA"-Europa-Irak-Kuwait/Öl:
Ausweitung der Öl-Sperrgebiete gegen Faschos und Japan
Die britisch dominierte europäisch-weiss-"amerikanische"
Iraq Petroleum Company IPC dehnt als Sperrmassnahme
gegen andere Gesellschaften ihre Konzessionsgebiete in
die Golfregion aus, um japanische und faschistische
Konkurrenz zu verhindern, kann aber die grossen
"amerikanischen" Konzessionen in Saudi-Arabien "nicht
mehr verhindern" (S.488).
[Grösser kann eine weiss-"christliche" Anmassung
gegenüber muslimischen Ländern im Anblick der Verarmung
nicht sein: Der ganze Öl-Profit fliesst in
europäisch-"amerikanische" Kassen, während der Grossteil
der muslimischen Bevölkerung verarmt].
1938
Ägypten/Suezkanal: erste
Gewinnbeteiligung Ägyptens
Zum ersten Mal wird Ägypten an den Gewinnen der
Suezkanalgesellschaft mitbeteiligt: mit gnädigen 7 %
(S.392).
April 1938
England-Italien: Abkommen
über Abessinien und Somalia
(S.459)
[29.9.1938
Konferenz von München:
Bewilligung zur deutschen Besetzung des Sudetenlandes]
Beschränkung
der jüdischen Einwanderung 1939 - türkische
Gebietsgewinne von Syrien und Bündnis mit England
und Frankreich gegen Russland - Inflation in Ägypten
und erneute Verarmung sowie erneuter Abbruch der
Bourgeoisie- Entwicklung - italienischer Vormarsch
in Richtung Ägypten - Jewish Agency auf englischer
Seite - Ägyptens Neuentwicklung von Industrien durch
ausbleibende Konkurrenz - militärisch neutrale
Türkei - Ägypten als englische Schaltzentrale:
Middle East Supply Centre MESC - jüdische Brigade in
der englischen Armee - Gründung der syrischen
Baath-Partei und Nationalpakt im Libanon - Gründung
der Arabischen Liga 1945
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
1939
Palästinakonferenz in Kairo
und London - Beschränkung der jüdischen Einwanderung -
jüdischer Terrorismus gegen die Beschränkungen
mit "gesamtarabischer Diplomatie" (S.481). Die britische
Regierung gibt in London arabischem Druck nach. Die
Konferenz wird zu einem "Neuen München". Englands
Mandatsmacht beschränkt die jüdische Einwanderung und
Landkäufe zur Erhaltung einer arabischen Mehrheit. Die
neue englische Politik wird von jüdischen Terroristen
bekämpft, z.B. Irgun Zwai Leumi (S.259).
Türkei: Gebietsgewinne -
Pakt F-GB-Türkei gegen Stalin
-- die Türkei kann den Sandschad mit
Iskenderun/Alexandrette zurückgewinnen [syrische
Mittelmeerküste]
-- Abschluss eines britisch-französisch- türkischen
Beistandspakts gegen den Stalinschen Terrorstaat
"Sowjetunion" abschliessen (dtv-Atlas, S.167).
ab Sep 1939
Ägypten: Englische
Kriegswirtschaft, Inflation und erneute Verarmung
Nach dem Kriegseintritt Englands treten die 1936
ausgehandelten Bedingungen des englisch-ägyptischen
Vertrags von 1936 für einen Kriegsfall in Kraft:
-- englische Truppen können über das Transportsystem mit
Seehäfen und Flugplätzen verfügen
-- englische Massnahmen zur wirtschaftlichen
Selbstversorgung auch für die alliierten Streitkräfte
sind erlaubt und werden durchgeführt (S.473).
In der Folge bekommt das Middle East Supply Centre MESC
die Zuständigkeit auch für den gesamten Fruchtbaren
Halbmond, die Arabische Halbinsel, Libyen, Mittelasien
mit Iran, Somalia, Zypern und zeitweilig die Türkei,
Griechenland und Jugoslawien (S.473).
Entwicklungen:
-- es kommt zu englischen Getreiderequirierungen im
ganzen Vorderen Orient
-- die landwirtschaftlichen Produktionsziele werden von
England vorgeschrieben
-- England führt Bedarfs- und Rationierungsquoten ein
-- England stellt für die Landwirtschaft technische und
monetäre Mittel zur Verfügung (S.474).
Entwicklungen in Ägypten:
-- die Engländer befehlen die Diversifizierung des
Agrarsektors, also die Rücknahme der
monopolwirtschaftlich aufgebauten Baumwollwirtschaft
zugunsten von Getreideanbau
-- zusätzlich Steigerung der Industrieproduktion um 50 %
bis 1947
-- trotzdem kommt es zu einer Inflation der
Lebenshaltungskosten von 1939-1945 von 100 auf 294
Indexpunkte um 194 % bei stagnierenden Einkommen der
Arbeiterklasse und der Masse der
Landarbeiter (S.474)
1939-1940
Ägypten: Das Kabinett des
achsenfreundlichen ‘Ali Mahir
mit dem Präsidenten des "Vereins muslimischer Junger
Männer", [Fantasie]-Muhammad Salih Harb, als
Verteidigungsminister (S.477).
ab 1939
Fruchtbarer Halbmond: keine
Bourgeoisieentwicklung
Die Entwicklungsphase einer arabischen Bourgeoisie
bleibt durch die Weltwirtschaftskrise abgebrochen
(S.469).
Frühjahr 1940
Ägypten: Namensänderung der
"Jungägyptischen Vereinigung" in
"[Fantasie]-islamische Nationalpartei"
um gegen islamische Konkurrenzbewegungen anzukommen
(S.478).
Juli/Aug 1940
Europa: Faschistische
Besetzung fast ganz Europas
Hitlers Truppen besetzen Frankreich. Das Hitler-Regime
herrscht in einem Territorium mit nahezu 230 Mio.
Einwohnern und riesigen Industriekapazitäten (S.473).
Sep 1940
Italien-Libyen:
Italienischer Vormarsch von der Cyrenaika aus nach
Ägypten
Das Mittelmeer ist aber für den Seehandel geschlossen.
Der militärische Nachschub für die Achse wie für die
Alliierten bricht zusammen (S.473).
[Mussolini strebt aber weiter in Richtung Suezkanal].
Herbst 1940 / Okt 1940 ca.
England-Ägypten/Kairo:
Englische Planung eines Middle East Sypply Centre
(MESC)
in Kairo, ausgelöst durch die Entwicklung in Europa,
v.a. im östlichen Mittelmeer wegen Mussolinis Truppen
(S.473).
1940-1945
England-Vorderer
Orient/Ägypten: Katastrophale sozio-okonomische
Entwicklungen
-- Ägypten ist der Mittelpunkt der alliierten
Kriegsbewirtschaftung des gesamten Vorderen Orients
-- die Unabhängigkeitsrevolution gärt weiter (S.473).
Die sozio-ökonomischen Auswirkungen und die politischen
Spätfolgen durch den zweiten Weltkrieg und die
Alliierten sind dramatisch. Die Tätigkeiten der
faschistischen Armeen Italiens und der Feldzug Rommels
bleiben nur episodenhaft in der kollektiven Erinnerung
der Araber. Die Gedanken an die Fremdbestimmung durch GB
und F ist in der arabischen Gesellschaft vorherrschend
(S.473).
1940-1945
Ägypten-Vorderer Orient:
Engagierte "Muslimbrüderschaft" und Solidarisierung zu
Revolutionen gegen die herrschenden Schichten
Die "Muslimbrüderschaft" engagiert sich sozial mit
grossem Engagement und bringt so noch mehr die
Verbindung von nationaler und sozialer Frage zustande.
Der "Verein muslimischer junger Männer" wird wohl in
dieser Zeit absorbiert:
-- Kampf gegen marxistische Elemente in der ägyptischen
Arbeiterbewegung
-- taktische Allianzen je nach Situation mit der
Wafd-Partei und den monarchischen Unionisten
-- benutzt die Palästinafrage als Katalysator für
die Propagierung einer Neuordnung der
arabisch-islamischen umma (S.478).
Ägypten: Die "Jungägyptische Vereinigung" bleibt während
der Zeit vehementeste Gegnerin des anglo-ägyptischen
Vertrags von 1936, bleibt aber im Untergrund, bildet
vorübergehend die politische Heimat für eine Reihe
junger Offiziere (S.478).
Die Kriegsbewirtschaftung durch französische und v.a.
englische Autoritäten fördert die Vermischung der
muslimischen Gesellschaft, schafft Solidarität und
fördert den sozialen Schichtungsprozess noch mehr, der
jedoch gleichzeitig durch Verfassungsprobleme und
ungelöste soziale Fragen behindert ist (S.469).
Im neuen Weltkrieg verstärken sich in den muslimischen
Gebieten die Spannungen zwischen traditionellen
Herrschaftseliten und der Masse der Gesellschaft.
-- die Massen werden in ihrem Willen noch mehr gestärkt
-- die Voraussetzungen für Revolutionen gegen die dünnen
herrschenden Schichten werden immer besser (S.434).
1940-1945
Palästina/Israel:
Jüdisch-alliiertes Versorgungszentrum
Die Jewish Agency baut Palästina zum alliierten
Versorgungszentrum aus (dtv-Atlas, S.259).
ab 1940
Ägypten: neue
Entwicklungschancen durch ausfallende Konkurrenz
durch die Blockade des Mittelmeers
-- kriegsbedingte forcierte Importsubstitution
-- oktroyierte Diversifizierung des Agrarsektors
-- Anhäufung beträchtlicher Devisenbestände bei den
Industriellen, nicht beim Volk (S.472).
->> Die angehäuften Vorräte lassen hoffen für die
Zeit nach dem Krieg (S.472)
[trotz der Versklavung der Bauern bei immer mehr
sinkender Kaufkraft].
Irak: Die pluralistische
al-Ahali-Gruppe gewinnt "patriotisches Profil und
parteipolitisches Gewicht"
(S.480)
[1940-1941
SF-UdSSR: Finnland gewinnt
gegen die Rote Armee - die ganze Welt meint, die
NS-Truppen werden die Rote Armee leicht besiegen
-- und so werde Hitler für die Welt ohne grosse
Verluste den Kommunismus auslöschen
-- die "USA" bleiben "neutral"].
1941
Türkei:
Freundschaftsvertrag mit Deutschland unter Vorbehalt
denn die bestehenden Verpflichtungen gegenüber den
Alliierten will die türkische Regierung erfüllen. Der
Türkei gelingt es, im 2.Weltkrieg militärisch neutral zu
bleiben (S.167).
Irak: Die pluralistische
al-Ahali-Gruppe unterstützt die Nationalbewegung unter
Raschid ‘Ali
al-Gaylani (S.480)
April 1941
England-Ägypten/Kairo:
Einrichtung des Middle East Supply Centre (MESC) in
Kairo
(S.473) zur globale Mobilisierung und effizienten
Koordinierung aller Ressourcen. Die Nachschubverbindung
England-Ägypten verlängert sich durch die faschistische
Sperrung des Mittelmeers ab Malta von 5000 auf 12’000
Meilen [um Afrika herum] (S.473).
1942
Palästina/Israel: Gründung
einer jüdischen Freiwilligenbrigade als Teil der
britischen Armee
(dtv-Atlas, S.259)
Feb 1942
Ägypten: Briten erzwingen
Absetzung von ‘Ali Mahir
Der britische Botschafter zwingt König Faruq mit
vorgehaltener Pistole, den achsenfreundlichen Premier
‘Ali Mahir abzusetzen und Mustafa an-Nahhas einzusetzen
(S.467).
1943
Syrien: Gründung der
Baath-Partei/"Partei der arabischen Wiedergeburt"/hizb
al-ba ‘t
unter Michel ‘Allay und Salah ad-din Baytar (S.482).
Libanon: Nationalpakt
zwischen den Parteien ohne schriftlichen Beschluss
(S.479)
-- mit Mehrheit der Maroniten (S.479-480)
-- bei gleichzeitigem Aufstieg der Phalangisten (S.480).
Der Nationalpakt vermindert auch die innermaronitischen
Rivalitäten zwischen den Blöcken von Emile Eddé und
Bisara al-Huri.
Die Partei der al-Kata’ ib - die maronitische
Jugendpartei von 1933 - behält den Charakter einer
breiten politischen Bewegung trotz straffer Organisation
und differenzierter Programmatik. Sie ist wie die
"Muslimbruderschaft" in Ägypten sozial tätig und
aktiviert die unteren Schichten politisch.
In der Folge haben die Marxisten im Libanon bei
Fantasie-Muslimen und Maroniten keine Chance, nur bei
armenischen und kurdischen Fantasie-Christen.
Die Parteien bleiben mehrheitlich immer noch
ethno-konfessionell aufgeteilt (S.480).
ab 1943
Vorderer Orient: Baathismus
und arabische Nationalbewegungen wollen die Brücke zur
Koexistenz mit dem arabischen Fantasie-Christentum
bilden
(S.500)
ab Mitte 1940er Jahre/ 1945 ca.
Libanon: Politische
Profilierung der Jugendbewegungen von 1933 gegen
Grosssyrer und Frankreich
(S.479)
1945
Ägypten: Die Inflation hat
seit 1939 194 % erreicht
(S.474)
März 1945
Gründung der Arabischen
Liga: Grosse Ziele - Instabilitäten in der Liga
(S.436)
-- zur Schaffung eines grossen gemeinsamen arabischen
Marktes unter ägyptischem Vorsitz (S.474-475)
-- 1. Generalsekretär der Arabischen Liga ist ‘Abd
ar-Rahman ‘Azzam Bey, Mitglied des Vereins muslimischer
junger Männer, bewusst gegen die französisch-englische
Dominanz (S.477)
-- gemeinsame Sprache, Religion und Tradition sowie
antijüdische Emotionen verbinden die Grossregionen
(dtv-Atlas, S.257)
-- die Arabische Liga will eine sozio-ökonomisch
engagierte Organisation aller arabischer Staaten sein
(S.481)
-- gleichzeitig aber spaltet sich die Organisation
horizontal durch Spannungen zwischen alter
feudalistisch- adligen Oberschicht und neuen
Führungsgruppen der republikanischen Intelligenz, z.T.
Offiziere
-- eine weitere Zweiteilung der Arabischen Liga erfolgt
durch die allmähliche Entwicklung des Ölreichtums
-- konservative Moslembruderschaften und
sozialrevolutionäre Baath-Parteien leisten sich einen
zusätzlichen Dauerkampf
-- die Vereinigung ist also eine höchst labile
Vereinigung (dtv-Atlas, S.257).
Rechtsextreme
Kabinette im Irak - blockierte jüdische Einwanderung
in kommuni- stisches Israel, KZ auf Zypern und
Rückführung - "US"-Hegemonie im Vorderen Orient
gegen die "Sowjetunion" - Libanon als
Welt-Mikrokosmos - Fantasie-Juden werden zum
UN-Problem, Teilungsvorschlag ohne Erfolg -
muslimisches Bevölkerungswachstum - türkischer
Beitritt zum westlichen Bündnis - Palästinakrieg und
palästinensische Massenvertreibung 1948 durch
Bombardierungen, Besetzungen der Küste und bis Elath
- "US"-Entwicklungsprojekte und 50-50 %-Splitting -
Israel als undemokratischer "Aussenposten" der
"Demokratien" - militärische Entwicklung der
Arabischen Liga und arabischer Boykott Israels
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Mai 1945
Irak: Die pluralistische
al-Ahali-Gruppe formiert sich als
National-Demokratische Partei - Koalitionen mit
Rechtsextremen, verlorene Glaubwürdigkeit
Die al-Ahali-Gruppe wird einer der Stützpfeiler der
demokratischen Kräfte im Land.
Sie koaliert aber mit rechtsextremen, repressiven
Kabinetten, u.a. unter Nur as-Sa ‘id, was die Spaltung
innerhalb der al-Ahali-Gruppe provoziert, so dass jede
Glaubwürdigkeit verloren geht (S.480).
ab Mai 1945
Palästina/Israel:
Blockierte Einwanderung - KZ auf Zypern und
Rückführung - jüdischer Terror
Weitere Blockade jüdischer Einwandererschiffe durch
englische Vorschriften (und Schnellboote).
Einreisewillige Fantasie-Juden werden in Zypern in einem
KZ gehalten oder zum Teil sogar in ihre
"Ursprungsländer" rückgeführt. In Israel beginnt eine
jüdische Terrorwelle, die mit arabischem Gegenterror
beantwortet wird (dtv-Atlas, S.259).
ab 1945
Vorderer Orient:
Beginn der militärischen "amerikanischen" Hegemonie -
Unerfahrenheit der "USA"
-- die "amerikanische" Weltherrschaft löst die englische
Dominanz in der Welt ab
-- die "amerikanische" Nahostpolitik ist gleichzeitig
unerfahren und zum Teil argwöhnisch, so dass kein
fruchtbarer Umgang mit den einheimischen und
europahörigen Herrschaftseliten zustande kommt
-- die amerikanische Diplomatie betrachtet
nationalbegeisterte Militärs als "bessere
Bündnispartner" als"reaktionäre Eliten", weil immer der
Kommunismus mit China und Russland im Hintergrund steht
(S.476).
In der Folge fördert die neue amerikanische Macht
-- in Syrien die Militärs unter Adib as-Sisakli
-- in Ägypten die Militärs unter ‘Abd an-Nasir/Nasser
(S.476).
[Die Beraubung des Vorderen Orients durch England und
Frankreich ab der Eröffnung des Suezkanals 1869 ist in
den "USA" scheinbar kein Thema].
Ägypten: Verschiedene
Ideologien und Propaganda
-- Ideologien des Baathismus und Nasserismus (S.469)
-- die "Jungägyptische Vereinigung" bleibt im Untergrund
(S.478)
-- Ideologie der "Einheit des Niltals", um die
ägyptische Besetzung des Sudan zu rechtfertigen (S.376).
[Der Grossteil der Bevölkerung Ägyptens bleibt verarmt].
ab 1945
Syrien-"USA": Die "USA"
protegieren die Militärs in den arabischen Ländern, in
denen sie Reformer nach dem Vorbild von Kemal Pascha
sehen
(S.482)
Libanon: ist durch seinen
Pluralismus wie ein Mikrokosmos der grösseren
arabischen Umwelt
wo Defizite politischer Freiheiten in anderen arabischen
Ländern kompensiert werden können (S.498).
1946
Palästinakonferenz in
Bludan bei Damaskus mit "gesamtarabischer Diplomatie"
(S.481)
Türkei: Neue Ansprüche der
"Sowjetunion"
Die "Sowjetunion"
-- verlangt die Revision von Grenzverträgen und
Meerengenverträgen
-- verlangt die Gebiete von Kars und Ardahan.
->> In der Folge sucht die türkische Regierung
endgültig eine neue Allianz (dtv-Atlas, S.229).
1946/1947
Palästinakonferenz in
London - Arabische Liga droht mit Krieg bei weiterer
jüdischer Einwanderung - Delegierung des
Problems an die "UN"
(S.481)
Eine britisch-amerikanische Kommission drängt auf
Öffnung der Grenzen für 100’000 jüdische Einwanderer.
Der britische Aussenminister Bevin findet keine Lösung,
denn die Arabische Liga zeigt sich in einem solchen Fall
zum Krieg entschlossen. Er unterbreitet das Problem der
UN (dtv-Atlas, S.259).
1947
Ägypten: Steigende Produktion - aber die Verarmung
bleibt
Ägyptens Industrieproduktion ist dank des
unterbrochenen Mittelmeerhandels um 51 % gestiegen. Die
Verarmung hat das aber nicht aufgehalten (S.474).
["USA": Truman-Doktrin
gegen alle Länder, die "kommunistisch" sind
-- die "US"-Regierungen sind nicht fähig, ihr
Pauschalurteil gegen den Kommunismus abzulegen
-- die "US"-Regierungen provozieren so weltweit neue
Kriege, statt die Bedürfnisse der Menschen zu
untersuchen und einen Mittelweg zu finden
-- die ganze "westliche" Welt getraut sich nicht, gegen
die "USA" einzugreifen]
Palästina/Israel:
UN-Teilungsvorschlag
durch den UNSCOP-Sonderausschuss. Der Teilungsplan ist
von der UN-Vollversammlung und der Jewish Agency
gebilligt. Die arabische Seite kündigt Krieg an.
Besetzung von Galiläa und Angriff auf die jüdische
Altstadt von Jerusalem (S.259).
[Ergänzung:
Die palästinensische Bevölkerung will sich nicht von der
Küste als Handelsstandort verdrängen lassen].
14.5.1947
Ägypten: Wirtschaftslage:
Das Bevölkerungswachstum frisst das
Wirtschaftswachstum auf
geschildert von Finanzminister Makram ‘Ubayd bei
Vorstellung des neuen Haushaltsplans:
-- im Krieg ist die Kluft zwischen den sozialen Klassen
gestiegen
-- die Kapitalanhäufung der Unternehmer und die
Industrieproduktionssteigerung haben der ägyptischen
Gesellschaft keinen Vorteil gebracht, eine Alternative
zum Agrarsektor ist nicht
entstanden
-- die innovative Chemieindustrie braucht ihrerseits
wenig Angestellt und kompensiert die Arbeitslosigkeit
und Armut nicht
-- mehr als 250’000 ägyptische Beschäftigte bei den
Alliierten werden entlassen werden
-- Perspektive: nur zusätzliche Industrialisierung kann
Arbeit bringen (S.474).
Nicht beachtet bleibt der schnell zunehmende
Sozialkonflikt durch das Bevölkerungswachstum, das die
Pro-Kopf-Wachstumsrate reduziert. Dadurch kommt es in
den Bilanzen Ägyptens kaum noch zu einem
Wachstumsergebnis.
Als Lösung wird die Schaffung eines grossen Marktes im
Vorderen Orient vorgeschlagen (S.474).
29.11.1947
UNO-Resolution 181 zur
Teilung Palästinas verabschiedet
(S.492)
[nicht erwähnt:
Die Manipulationen des WJC
und der kommunistischen Länder in der UNO zur
Israel-Gründung
-- die Mehrheit in der UNO für die Teilung Palästinas
kommt mit falschen Opferzahlen des WJC über den
Holocaust zustande, bei gleichzeitigem Verschweigen der
Fantasie-Juden in der UdSSR und in "Amerika"
-- die kommunistischen Länder stimmen der Teilung
Palästinas nur deswegen zu, weil sie die Hoffnung haben,
Israel würde ein kommunistischer Satellit Russlands
werden
-- die Palästinenser und die ganze arabische Welt weiss
von den Manipulationen, bekommt in der westlichen Welt
aber keine Stimme bzw. wird als unglaubwürdig
dargestellt
aus: Benjamin Pinkus: The Sovjet Government and The
Jews].
ab 1947
Vorderer Orient:
Bevölkerungswachstum frisst Wirtschaftswachstum
In Irak, Syrien und Libanon wird das Wirtschaftswachstum
durch die hohe Geburtenrate wie in Ägypten fast
vernichtet, so dass in den Bilanzen kaum ein Wachstum
ausgewiesen wird (S.474).
ab 1947 ca.
Vorderer Orient: Vordringen
der "amerikanischen Ölinteressen" wegen entstehendem
Kalten Krieg gegen die "Sowjetunion"
-- weiss-amerikanische rohstoffstrategische und
"sicherheitspolitische" Planungen bestimmen die
Rahmenbedingungen der Ölausbeute
-- Gewinne aus dem arabischen Erdöl sollen unter unter
der Schirmherrschaft amerikanischer Ölfirmen den
Wiederaufbau in Europa finanzieren
"Das im grossen Stil zu fördernde arabische Erdöl sollte
dem Wiederaufbau des kriegszerstörten Europa - unter der
Ägide amerikanischer Ölgesellschaften - verfügbar
gemacht werden und zugleich die kriegsbedingte hohe
Inanspruchnahme amerikanischer Rohölreserven
kompensieren."
-- die mittelamerikanische Erdölförderung (Venezuela)
soll zurückgeschraubt werden
-- die Ölmenge im Nahen Osten ist so gross, dass das
Problem in der Vermeidung eines Überangebots besteht
-- die "USA" wollen unbedingt eine Verstaatlichung der
Erdölindustrien im Nahen Osten vermeiden und wie in
Zentralamerika (Venezuela) Anreize für neue, private
Erschliessungen schaffen (S.488).
Folge-Entwicklungen:
-- die "USA" konzentrieren sich auf Arabien und Kuwait
und propagieren den Bau von Pipelines durch die Wüste
ans Mittelmeer unter dem Schlagwort "Saudi Arabia’s
Vital Link to the West"
-- gleichzeitig propagieren die "USA" eine "strategische
Vorratshaltung für militärische Zwecke in
einem nicht auszuschliessenden neuen Krieg"
-- der Nahe Osten nimmt für die weiss-amerikanische
Politik eine rohstoffstrategische bzw. geopolitische
Schlüsselstellung gegenüber der "Sowjetunion" ein
(S.488).
In der Folge hofft die ganze arabische Welt, v.a. in
Ägypten, Libanon, Syrien, Jordanien und Palästina, auf
Transitgebühreneinnahmen durch Ölpipelines und Gewinne
durch Raffineriekomplexe
-- um die sozio-ökonomischen Nachkriegsprobleme zu
bewältigen
-- um die Kriegswirtschaft in eine Wirtschaft für
Friedenszeiten umzugestalten
-- um die Motorisierung in den arabischen Staaten selbst
durchführen zu können: Bewässerungspumpen, Strassen- und
Schienenverkehr, Militär, Luftfahrt (S.489).
In der Folge stösst die eigene Raffinierung bei
englisch-weiss-amerikanischen Ölgesellschaften auf
Widerstand, denn diese ziehen eine europäische
Raffinierung vor (um Konkurrenz zu vermeiden). Es kommt
zu Konflikten zwischen europäischen und "US"-Stragien
(S.489).
14.5.1948
Palästina/Israel:
Palästinakrieg
-- England gibt das britische Mandat über Palästina an
die UNO ab
-- Abzug der britischen Armee und der Verwaltung. Das
Land verfällt in Anarchie (dtv-Atlas, S.259).
-- am selben Tag vollzieht der jüdische Terrorist und
Rassist Ben Gurion vor dem jüdischen Nationalrat die
"Proklamation des Staates Israel" und eine jüdische
Hoheit über das Land
-- als Reaktion folgt von der Arabischen Liga der
kollektive Angriff, unterbrochen durch UN-Vermittlungen
im Juni und Juli (S.259)
-- Verdrängung der palästinensischen Gesellschaft aus
einem grossen Teil Palästinas durch Vertreibung (S.492)
[nicht erwähnt:
-- die Führung der Arabischen Liga fordert grosse Teile
der palästinensischen Bevölkerung auf, ganze Quartiere
an der Mittelmeerküste zu verlassen, mit der geplanten
Rückeroberung
-- die Taktik der Arabischen Liga schlägt fehl, denn
diese Gebiete können nie mehr zurückerobert werden].
Aug 1948
Palästina/Israel: Jüdische
Eroberungen dank Flächenbombardements - Mord an
Bernadotte
Israelische Luftüberlegenheit (mit Flächenbombardements)
verhilft den jüdischen Truppen zur Besetzung eines Teils
von Palästina. Das Westjordanland wird Jordanien
überlassen (um die arabische Koalition zu spalten).
Flucht ganzer arabischer Bevölkerungsteile (S.259).
Jüdische Terroristen ermorden den UN-Beauftragten Graf
Bernadotte. Eroberung von Elath (S.259).
Ende 1948
Arabisches Fiasko in der
Palästinafrage
-- fördert Baathismus und Nasserismus (S.434)
-- die Niederlage im Palästinakrieg macht das
Führungsproblem der "Arabischen Bewegung" erst jetzt
offensichtlich. Direkt betroffen ist das
irredentistische Syrien (S.482).
ab 1948
Palästina/Öl: Die
Palästinenser sind vom Ölboom ausgeschlossen -
"permanenter Kriegszustand"
Die Palästinenser müssen ihre Hoffnungen auf eine eigene
Ölraffinerie oder einen Endpunkt einer
Ölpipeline an der palästinensischen Küste begraben. Sie
können vom amerikanischen Ölförderprogramm der "USA"
nicht profitieren (S.489)
[weil die jüdische Armee fast alle palästinensischen
Siedlungen an der Küstenlinie und in Teilen Israels
zerstört und die Palästinenser der vernichteten
Siedlungen zum Grossteil aus dem Land vertrieben hat.
Stattdessen werden nun jüdische Städte und Raffinerien
die Profite kassieren].
Die arabische Welt steht mit Israel in permanentem
Kriegszustand (dtv-Atlas, S.257).
ab 1948 ca.
"USA"-Politik gegenüber den
arabischen Ländern: "Entwicklungsprojekte" und Planung
des 50-50 %-Splitting des Ölgewinns
-- das "Red Line Agreement" und die Absatzkonzessionen
zugunsten der APOC in Kuwait und Irak wird als Verstoss
gegen das Prinzip der "Offenen Tür" gebrandmarkt (vor
1945 nicht, jetzt plötzlich!), die "USA" empfehlen ein
"fifty to fifty profit splitting"
-- die "USA" setzen für nahöstliches Öl einen
niedrigeren Preis fest, unabhängig vom bisher
weltmarktüblichen "Golf-von-Mexiko"-Preis (S.489), da
die Gestehungskosten in Arabien und am Persischen Golf
niedriger sind als in Venezuela (S.490)
-- "US"-Entwicklungsprojekt einer "Arab-American Oil
Company" CARAMCO
-- "US"-britisches Entwicklungsprojekt im Irak mit einem
"development-board", das mit Öl-Gewinnen
Infrastrukturprojekte finanzieren soll wie z.B.
Flussregulierungen und Bewässerungsanlagen (S.489).
[Das Wesen des Kapitalismus ist an diesem Beispiel ganz
und gar entlarvt. Mit Entwicklungsprojekten soll die
Gunst der muslimischen Ölförderstaaten erschlichen
werden].
ab 1948
Israel: Der undemokratische
"Aussenposten" der "christlichen Welt" - Rassismus
provoziert Gegen-Rassismus
Israel wird vom Westen als "demokratischer Aussenposten"
in einem "politisch instabilen und unberechenbaren
Vorderen Orient" angepriesen (S.500)
[obwohl Israel eine Theokratie ist mit Kriegsplänen und
Verteibungspraxis nach Herzl, mit einem
Überlegenheitsglauben etc.]
Für die islamische Welt ist Israel eine tiefe
religiös-politische Herausforderung [in Richtung
Pluralismus]
(S.500), wobei auch Israel religiöse Symbole mit in die
Politik einbringt und den Staat auf der Zugehörigkeit
zum Fantasie-Judentum begründet: "konfessionell
begründete Staatslegitimation" (S.501).
Die Konfrontation zwischen den Religionen geht weiter,
statt pluralistisch zu werden und die Religion nur auf
Staatssymbole zu beschränken.
Die integrierenden Prozesse im Fantasie-Islam haben mit
der Existenz des rassistischen Israel keine Chance,
sondern es kommt zur mehrheitlichen zwanghaften
Desintegration und Isolation von Minderheiten auch in
islamischen Staaten (S.501).
ab 1948
Israels Willkür-Politik
gegenüber der muslimischen Welt
-- Israel hält die Grenzen, v.a. aber die Ostgrenze,
nicht für definitiv [bzw. in der Resolution zur Gründung
Israels werden gar keine Grenzen definiert!]
-- Israels Militärpolitik beansprucht im Nahen Osten
eine "Vorrangstellung" auf "Unbesiegbarkeit"
-- Israel liegt genau im Schnittpunkt der drei
Grossregionen Niltal-Syrien-arabische Halbinsel und
blockiert Verbindungen, die für die arabische Welt
essentiell sind (S.492).
In der Folge wird die "Palästinafrage" zum grössten
Konfliktfall der arabischen Welt.
Israel:
-- missachtet die Rechte der Palästinenser auf ihre
Heimat
-- gibt sich her als Vorposten imperialer
europäisch-weiss-amerikanischer ("christlicher"!)
Politik
ist religiös gesehen eine "doppelte politische Erbsünde"
(S.492)
[und religiöse Fantasie-Juden bekämpfen diese Strategie
zum Teil bis heute].
In der Folge überbieten sich arabische Politiker
gegenseitig, Israel zu "vernichten", weil die jüdische
Militärpolitik systematisch Menschenrechte nicht
beachtet (S.492).
ab 1948
Arabische Liga: neue
militärische Anforderungen an die Arabische Liga
nach dem Kriegsausgang gegen Israel
-- statt sozial-politische Aktivitäten treten
militärische Aktivitäten mit Verteidigungsallianzen in
den Vordergrund
-- die "USA" und England versuchen die Errichtung eines
Middle East Command mit einer "Containment policy" in
den Verträgen mit den arabischen Ländern
abzupressen/einzufordern
oo gegen die "Sowjetunion" gerichtet
oo gegen die sozialrevolutionären Bewegungen im Nahen
Osten gerichtet
oo mit eigenen sozio-ökonomischen Entwicklungszielen im
Point Four Programme (1949) (S.481).
In der Folge
-- werden die politischen Systeme der arabischen Staaten
durch die US-Politik der Erpressung und durch die
jüdische Politik in Israel weiter destabilisiert
-- die "US"- und die englische Politik beschleunigen die
Fragestellung nach der Verbindung von sozialer und
nationaler Frage in den arabischen Staaten (S.481).
ab 1948
Vorderer Orient: "Neue
Qualität" bei den "Arabischen Bewegungen"
mit neuer sozial-revolutionärer Komponente. Der Bewegung
fehlt aber die Führung (S.482).
1949
"USA": Truman-Erklärung mit
sozio-politischen Point Four für die arabischen Länder
(S.488)
Türkei: Beitritt zum
westlichen Bündnissystem nach Verkündung der
Truman-Doktrin
(S.229)
Feb-Juni 1949
Palästina/Israel:
Waffenstillstandsverhandlungen
(S.259)
25.6.1949
Syrien: Staatsstreich unter
Husni az-Za ‘im - sozialistisch-europäisches Programm
-- Putsch unter dem kurdisch-stämmigen General aus
Aleppo, von den "USA" protegiert in der Hoffnung auf ein
Arrangement mit Israel
-- Husni az-Za ‘im hat die Arabische Sozialistische
Partei unter Akram al-Hawrani hinter sich, dem
eigentlichen Inspirator des Staatsstreichs.
Reformprogramm:
-- Landreform
-- Rechtsmodernisierung
-- Liberalisierung des Wahlsystems
-- Förderung europäischer Bekleidung (S.482).
Juni 1949
Palästina/Israel:
Waffenstillstandsabkommen
-- Teilung Jerusalems
-- das westliche Jordanland fällt an Jordanien
-- der Gaza-Streifen fällt an Ägypten (dtv-Atlas,
S.259).
[In der Folge gibt es kein Palästina mehr, und die
Palästinenser müssen sich entscheiden, in welchem Staat
sie leben wollen].
Juli 1949 ca.
Syrien: Versuchte
Verbindung mit Irak gegen Israel bringt Argwohn
Saudi-Arabiens und Ägyptens
Husni az-Za ‘im ersucht den Irak um ein Militärbündnis,
um gegen Israel in Verhandlungen eine starke Position
einzunehmen.
Saudi-Arabien und Ägypten haben Argwohn gegen Syrien und
Irak und lösen Gegenmassnahmen aus, denn Husni könnte
ein Grosssyrien planen:
-- Saudi-Arabien will eine hasimitisch dominierte
Föderation des Fruchtbaren Halbmonds verhindern
-- Ägypten will auf seine Führungsrolle in der
Arabischen Liga nicht verzichten
Dabei plant Husni gar keine Hegemonie im Fruchtbaren
Halbmond (S.482).
Aug 1949 ca.
Syrien: Zuwendung zu Kairo
bringt "Arabischen Kalten Krieg"
-- Husni az-Za ‘im wendet sich Kairo zu, um gegen Israel
eine starke Position zu bekommen
-- damit ist die Ära des "Arabischen Kalten Krieges" und
der Sturz von Husni az-Za ‘im eingeleitet (S.482)
-- die arabischen Nationalbewegungen und die
aussenpolitischen Tätigkeiten der arabischen
Staaten sind dadurch gelähmt (S.483).
[Israel und die "USA" haben in Zukunft das "Vergnügen",
die arabischen Kräfte gegeneinander ausspielen zu
können].
14.8.1949
Syrien: Staatsstreich in
Syrien unter Sami al-Hinnawi
(S.482) wird Opfer des "Arabischen Kalten Krieges"
(S.482-483).
19.12.1949
Syrien: Staatsstreich unter
Adib as-Sisakli
(S.482) wird Opfer des "Arabischen Kalten Krieges"
(S.482-483).
1949-1952
Israel: Regierung unter
Staatspräsident Chaim Weizmann: Staatsaufbau Israels
gegen arabischen Boykott
-- Zustrom und Eingliederung von Fantasie-Juden aus
aller Welt
-- Ausbildung der neuhebräischen Staatssprache Iwrith
-- Landesausbau durch genossenschaftliche Dörfer
"Moschaw und freiwillige Kollektive "Kibbuzim" ohne
Privatbesitz
-- Programm der "Eroberung der Wüste" mit Aufforstung
und Bewässerung (dtv-Atlas, S.259).
Der Staatsaufbau wird durch ausländische Kapital- und
Wirtschaftshilfe finanziert.
[Der Staatsaufbau ist in höchstem Masse kommunistisch
und bringt kaum rentierende Industrien oder
Landwirtschaftsbetriebe hervor].
Trotzdem existiert in den von der "Sowjetunion"
beherrschten Ostblockstaaten für Fantasie-Juden eine
Auswanderungssperre,
[weil sich die "Sowjetunion" mit den unterdrückten
arabischen Völkern solidarisiert. Es kommt zur völlig
komplexen Situation, dass der "Westen" ein kommunistisch
strukturiertes Israel unterstützt, und die "Sowjetunion"
selbiges verhindern will, denn die Israelische
Staatsmacht arbeitet mit dem CIA zusammen].
Israel wird von den arabischen Staaten boykottiert, der
Suezkanal für Israel gesperrt und der Hafen von Elath
blockiert. Es kommt zu Einfällen ägyptischer
Sabotagetrupps "Feddayin", und die UdSSR leistet
sowjetische Militärhilfe an die arabischen Staaten
(dtv-Atlas, S.259).
ab 2.Hälfte 20.Jh.
Arabischer "kalter Krieg"
gegen Israel
(S.436)
"US"-Diskussion
um Vernachlässigbarkeit von Venezuela - Türkei:
Re-Osmanisierung und Verschuldung unter Menderes -
Ägyptische Revolution 1952 gegen korrupte Monarchie
und Machtübernahme Nassers 1954, Abkommen zur
Räumung der englischen "Kanalzone" - Unabhängigkeit
des Sudan - aufkommende Zypernfrage -
Verstaatlichung des Suezkanals 1958 wegen
Assuan-Staudamm - englisch-französisch-jüdische
Besetzung des Suezkanals - Abzug und UN-Polizei -
Staatsstreich im Irak und Militärabkommen mit
Russland - Ägypten-Syrien bilden "Vereinigte
Arabische Republik" VAR - Gründung der OPEC -
deutsche Rüstung für Israel - türkische
Militärrevolte und "Kemalismus" - geistige
Retardierung in Saudi-Arabien - Auflösung der VAR
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Die "US"-Ölpolitik provoziert die Gründung einer
OPEC. Der Suezkanal ist umkämpft, wie wenn dessen Besitz
die Lösung des Weltenglücks darstellen würde. Kurz kommt
es zum Ansatz zu einer "Vereinigten Arabischen
Republik", während in der Türkei eine Re-Osmanisierung
gestoppt wird. Schliesslich wird auch die "Vereinigte
Arabische Republik" gleich wieder aufgelöst. In der
Folge verfolgt jeder arabische Staat seine eigene
Strategie. Chaos breitet sich aus.
Chronologie (Fortsetzung)
1950er Jahre
"USA"/Öl: Ölförderzentren
sind Saudi-Arabien und Iran - Venezuela
vernachlässigbar
(S.489). Eine "US"-Studie besagt, dass die Stellung der
amerikanischen Erdölgesellschaften weltweit stark genug
sei, dass man auf das teure Öl aus Venezuela sogar
verzichten könne (S.489-490) und somit auch die
entwicklungspolitischen Programme in Venezuela streichen
könne. Venezuela könne man von den "entwicklungsmässigen
Programmen abkoppeln" (S.490).
Vorderer Orient:
Revolutionäre Umwälzungen gegen die Grossgrundbesitzer
und Durchführung von Landreformen
(S.405)
1950er Jahre?
Beirut: Das (1870?)
gegründete "Syrien [Fantasy] Protestant College" wird
zur "Amerikanischen Universität"
(S.426)
1950-1961
Türkei: Re-Osmanisierung
und Verschuldung unter Regierung Menderes
Ministerpräsident Menderes gibt reaktionären religiösen
Tendenzen nach und re-osmanisiert den Staat, der durch
grosszügige landwirtschaftliche Förderung verschuldet
(dtv-Atlas, S.229).
Anfang 1950er Jahre/ 1951 ca.
"USA"-Zentralamerika:
Einführen der 50 %-Gewinnbeteiligung für das
Ursprungsland im Ölgeschäft
"US"-Ölfirmen führen das "fifty to fifty profit
splitting" ein und beteiligt die Regierung von Venezuela
mit 50 % am Gewinn (S.489).
1952
Ägypten: "Ägyptische
Revolution"
(S.367); Militärrevolte gegen die korrupte Monarchie
und die Wafd-Regierung. König Faruk I. muss abdanken
(dtv-Atlas, S.257).
Ägyptens Revolution ist die Initialzündung für weitere
arabische Volksrevolutionen in den muslimischen Ländern.
Es kommt zur Machtübernahme durch freie Offiziere
und/oder zur Verbreitung des Baathismus und Nasserismus,
die sich gegenseitig bekämpfen. Die eigentlichen
sozialen und nationalen Fragen sind in den muslimischen
Ländern mit den Revolutionen nicht gelöst (S.434).
Ägyptens Wafd-Partei ist erstmals seit 1924 nicht mehr
stärkste Partei im ägyptischen Parlament (S.466).
1952/1953
Ägypten: Nasser: Schrift
"Die Philosophie der Revolution"
zur politischen "Ortsbestimmung" Ägyptens: These der
drei Kreise, in denen das Land stehe:
-- der arabische Kreis, der wichtigste,
-- der afrikanische Kreis
-- der islamische Kreis (S.459).
1953
Ägypten: Proklamation der
Republik unter General Nadschib
Der Revolutionsrat setzt ihn aber gleich wieder ab und
setzt die Gleichschaltung der Parteien in einer
"Nationalen Union" durch (dtv-Atlas, S.257).
1954
Ägypten: Machtübernahme durch Oberst Gamal Abd el
Nasser mit Reformprogramm
(dtv-Atlas, S.257);
-- Nasser wird "Anführer" der "Arabischen Bewegung" des
ganzen Vorderen Orients (S.482)
-- Nasser hat aber keine Ideologie
-- aber sein Programm hat Kontur (mit Hoffnung auf die
Finanzierung durch die Weltbank):
oo Landreform, die auch durchgeführt wird
oo Industrialisierungsprojekte
oo hydroelektrische Bauvorhaben (S.483).
Nasser bekommt aber bald grosse Probleme:
-- wuchernde Bürokratie
-- demographische Bevölkerungsexplosion
-- überhand nehmende Urbanisierung (S.483).
->> es kommt zu einer Entwicklung ohne Wachstum.
->> politisch kann er zwischen den "USA" und der
"Sowjetunion" keine eigene Position bekräftigen und wird
zum Streitfall zwischen den beiden Grossmächten (S.483).
Israel: Gründung der
hebräischen Universität Jerusalem
(dtv-Atlas, S.259
England-Ägypten: Abkommen
zur Räumung der Kanalzone
(dtv-Atlas, S.257)
1955
Türkei: Antigriechische Pogrome in Istanbul und Izmir.
Verhängung der Zensur. Studentenunruhen und Teuerung
(dtv-Atlas, S.229)
[-- Vertreibung der griechischen Bevölkerung nach
Griechenland, v.a. nach Saloniki
-- Zerstörung griechischer Kirchen in der Türkei
-- im Gesamten handelt es sich um eine
völkerrechtswidrige Säuberung].
Ägypten: Waffenkäufe in der
Tschechoslowakei
beunruhigen den westlichen Machtblock. Die Weltbank
meldet für die ägyptischen Entwicklungsprojekte neue
Vorbehalte an (S.257).
Sudan: Entscheid für
Unabhängigkeit
Das sudanische Parlament entscheidet sich für einen
eigenen Staat, gegen die ägyptische Ideologie der
"Einheit des Niltals" (S.376).
ab 1955
Griechenland-Türkei:
steigender Streit um Zypern
(dtv-Atlas, S.229)
1956
Unabhängigkeit des Sudan
(S.376)
1956-1970
Ägypten: Gamal ‘Abd
an-Nasir/Nasser wird Präsident - "US"-Hilfe für
Assuanstaudamm wird gestrichen
(S.368)
Das westliche Misstrauen bleibt bestehen.
"US"-Aussenminister Dulles lehnt eine Finanzhilfe für
den Bau des Assuan-Staudamms ab. Nasser soll selber
sehen, von wo das Geld kommt (dtv-Atlas, S.257).
Die Dynastie von [Fantasie]-Muhammad ‘Ali 1805-1840 wird
in der ägyptischen Geschichtsschreibung allgemein
verdammt (S.367).
Juli 1956
Ägypten: Verstaatlichung
des Suezkanals - Nassers Charisma
Nasser lässt zur Eigenfinanzierung seiner
Entwicklungsprojekte und vor allem des Assuan-Staudamms
den Suezkanal verstaatlichen und ägyptisch besetzen.
Dabei lässt er die meist britischen und französischen
Aktionäre entschädigen und garantiert freie Schifffahrt.
Die Westmächte wollen den Schritt Nassers nicht
akzeptieren und rufen drei Konferenzen der
"Suezkanal-Benutzer" in London ein. Am Ende billigen
Indien und die "Sowjetunion" den Schritt (dtv-Atlas,
S.257).
Mit dieser Handlung begründet Nasser endgültig sein
Charisma. Das Bewusstsein der Unabhängigkeit in Ägypten
triumphiert "über die Arroganz der Dulles- und
Eden-Diplomatie".
Nasser betreibt eine Politik der Blockfreiheit und des
positiven Neutralismus. Aber diese Politik ist eher ein
Resultat äusserer Einflüsse Indiens, Jugoslawiens und
Chinas als eines eigenen
Programms. Nasser besitzt politisch kaum analytische
Fähigkeiten (S.483).
Mitte 1956 ca.
Israel:
Fantasie-Zionistischer Weltkongress mit Forderungen an
die Welt
-- Appell zur Aufhebung der jüdischen
Auswanderungssperre der Ostblockstaaten
-- Appell zur Aufhebung der Sperrung des Suezkanals
-- Appell zur Aufhebung der Sperrung des Hafens von
Elath
-- Appell gegen Ägyptens Sabotagetrupps "Feddayin" und
sowjetische Militärhilfe (dtv-Atlas, S.259).
Okt 1956
Israel-Krieg: Angriff auf
Ägypten - jüdische Besetzung bis zum Suezkanal
zusammen mit England und Frankreich
-- Entwaffnung ägyptischer Truppen und Öffnung des
Hafens von Elath
-- Besetzung des ganzen Sinai bis zum Suezkanal
(dtv-Atlas, S.259)
-- der ganze Krieg dient mehr zur Demonstration der
Überlegenheit, weniger zum Schutz der Sicherheit (S.492)
[-- der ganze Krieg mit seinen territorialen Eroberungen
findet im Sinn der rassistischen Ideologie von Herzl
"Der [Fantasie]-Judenstaat" statt]
-- gleichzeitig besetzen französische und englische
Truppen den Kanal (dtv-Atlas, S.257).
Nov 1956
UNO/Suezkanal: Die "USA"
und die UNO verurteilen die Militäraktionen in der
Suezkanalzone
Die englischen, französischen und jüdischen Truppen
ziehen aber nicht ab, so dass die "Sowjetunion" mit
massivem Eingreifen droht (S.257).
ab 1956
Israel wird zum westlichen
Pfeiler zum Schutz der "westlichen Interessen"
-- vor allem für die Öl-Energieversorgung durch Zugriff
auf den Suezkanal
-- Nasser wendet sich einem Panarabismus zu (S.483).
1957
Frankreich-England-Israel-Suezkanal/UNO:
Abgabe der Eroberungen an die UNO - UN-Polizei
UNO-Beschluss: Übergabe der besetzten Gebiete Sinai und
Gaza-Streifen an die UN-Streitkräfte (dtv-Atlas, S.259).
Aufstellen einer UN-Polizeitruppe in der Suezkanalzone
und im Gaza-Streifen (dtv-Atlas, S.225).
Auch die französischen und englischen Truppen ziehen ab.
Der westliche Block verliert, die "Sowjetunion" gewinnt
weltweit an Prestige. Die "Sowjetunion" finanziert
Ägypten und Syrien Militär- und Wirtschaftshilfe.
Ägypten bekommt sowjetische Finanzspritzen für den
Assuan-Staudamm. Vor allem Nasser kann seine
"Führungsrolle" in der arabischen Welt festigen
(dtv-Atlas, S.257).
ab 1957
Arabien: Abkehr von Nasser
- Allianz mit den "USA"
Ab 1957 Abkühlung der Beziehungen zu Nasser und
Zusammenarbeit mit den "USA" in Sachen Stützpunkte,
bedingt durch die vorwiegend amerikanische Ölförderung.
Nasser bleibt aber Zentrum der arabischen anti-jüdischen
Agitation (S.257).
Ende 1950er Jahre/ ab 1958 ca.
"USA" senkt den Ölpreis für
Venezuela - Gegenmassnahme: Planung einer OPEC
-- Senkung des Ölpreises auf das Niveau des arabischen
Ölpreises, was die Staatsfinanzierung und
Entwicklungsprojekte in Venezuela gefährdet
-- die venezuelanische Politik beginnt sich gegen die
Ölpreissenkung der "USA" zu wehren und nimmt mit den
nahöstlichen Ölstaaten Kontakt auf
-- gleichzeitig sehen die arabischen Länder ihren
Ölpreis als zu niedrig an, wenn all die immensen
entwicklungspolitischen Aufgaben der Region
berücksichtigt werden sollten.
->> Diskussion im Wirtschaftsausschuss der
Arabischen Liga (S.490).
Es kommt eine gesamtarabische Solidarität in der Frage
des Ölpreises gegen die Ausbeutungspolitik der
europäisch-weiss-amerikanischen Ölfirmen zustande
plus: Es kommt eine transatlantische Solidarität bis
Venezuela zustande
plus: Der Irak lädt alle Hauptölförderländer zu einer
Konferenz ein: Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela
(S.490).
1958
Irak-Revolution - sowjetische Militärhilfe
Die Haschimiten-Familie und die Gefolgschaft aus
Militär und Verwaltung wird des Verrats an der
Arabischen Bewegung beschuldigt (S.448):
-- dies ist eine ungerechte Pauschalverurteilung (S.449)
-- Folge: Staatsstreich von ‘Abd al-Karim Qasim
-- Folge: und Allianz mit der al-Ahali-Gruppe
"National-Demokratische Partei", die aber nicht lange
dauert (S.480-481)
-- Folge: Ermordung Faysals III., Zerfall der Arabischen
Union mit Jordanien und Kündigung des Bagdad-Paktes
-- Folge: Gegenrevolten unter Oberst Aref werden
niedergeschlagen
-- Abschluss der Entwicklung: Militärabkommen mit der
"Sowjetunion" (dtv-Atlas, S.257).
Ägypten-Syrien:
Zusammenschluss zur Vereingten Arabischen Republik VAR
- Militärregierung im Sudan
(S.483)
-- mit föderativem Anschluss des Jemen
-- und mit einer Option des Einbezugs des Sudan, der
jedoch in eigenen Konflikten zwischen Arabern und
Schwarzen auseinanderzubrechen droht. Eine
Militärregierung kann die staatliche Einheit retten
-- Nasser versucht, einen neutralen Kurs zwischen dem
West- und dem Ostblock zu halten (dtv-Atlas, S.257).
Libanon: Panarabische
Aufstände - Wahl mit amerikanischer Truppenhilfe und
Status quo
gefährden den Pluralismus. Amerikanische Truppen landen,
von Präsident Chamun herbeigerufen, unter sowjetischem
Protest.
Nach legaler Wahl des mohammedanischen Präsidenten
General Fuad Chebab räumen die "US"-Truppen Beirut
wieder. Chebab versucht, die Parität zwischen
Fantasie-Christen und Moslems in der "arabischen
Schweiz" wiederherzustellen (dtv-Atlas, S.257).
1960er Jahre?
Haifa wird Endpunkt einer
Ölpipeline aus dem Irak
(S.440)
1960
Deutschland-Israel: Rüstungsabkommen
Adenauer gibt Ben Gurion die Zusicherung von kostenlosen
Waffenlieferungen im Rahmen der deutschen
"Wiedergutmachung" (S.483).
[Die Fantasie-Juden, die den Holocaust überlebt haben
und dabei alles verloren hatten, sehen von der
"Wiedergutmachung" keinen Cent].
Türkei: Militärrevolte
unter dem "Komitee der Nationalen Front" unter Gürsel
gegen die osmanisch angehauchte Regierung Menderes
(S.229).
September 1960
OPEC:
Gründung der OPEC in Bagdad
(S.490) die Organisation der "Oil Exporting
Countries" (S.489) durch Iran, Irak, Kuwait,
Saudi-Arabien und Venezuela, mit Ziel der
Ölpreisangleichung und der Entwicklung neuer Raffinerien
zum Export von Erdölprodukten (S.490).
ab 1960 ca.
Saudi-Arabien: Theokratie:
Zustand des Zensurstaates
theokratisches und unitaristisch-saudisches
Staatswesen
-- der Fantasie-Islam bestimmt die Rituale der
Staatssymbolik und des öffentlichen Lebens
-- der Fantasie-Islam wird substantiell und
institutionell im politischen Entscheidungsprozess
zurückgedrängt
[-- aber weiter Vollstreckung von Steinigungen und
Henkersurteilen bis heute]
-- das Bündnis zwischen Al Sa ‘ud und Al as-Sayh
gewährleistet die Trennung von Glaube und
Staatsinstitution und wird in Schulen und Justiz
durchgeführt [nur Menschenrechte gelten nicht]
-- die Bedeutung der Religionsgelehrten nimmt ab [in
gewissen Fällen] (S.498).
Vorderer Orient: Die
arabische Gesellschaftsentwicklung dreht sich im Kreis
Die arabischen Ölpotentaten verbinden ihre Macht mit
religiöser Macht, so dass eine Säkularisierung unmöglich
wird.
Die Frage, ob Sozialismus oder Fantasie-Islam für die
Mitbestimmung der Gesellschaft besser sei, wird zu einem
Dauerbrenner (S.434).
1961
Türkei: Installierung der Regierung unter General
Gürsel - 2.Republik
-- Verkündigung der "Rückkehr zum Kemalismus"
-- Hinrichtung des gestürzten Ministerpräsidenten
Menderes und weiterer Mitglieder seiner Regierung
-- Volksreferendum für die neue Verfassung der
"2.Republik" mit besonders verankertem Schutz der
Gesetze Atatürks zur Europäisierung der Türkei
In der Folge bleibt die politische Lage in der Türkei
wegen der Massnahmen zum Schuldenabbau und der
religiösen Diskussionen labil und explosiv (dtv-Atlas,
S.229).
Syrien löst die Vereinigte
Arabische Republik VAR mit Ägypten auf - der Kampf um
Einheit scheitert
Der Nasserismus ist damit eigentlich schon
gestorben, weil das Kernstück einer panarabischen
politischen Renaissance auseinanderbricht. Der
Baathismus bekommt in Syrien Auftrieb, dessen
Programminhalte sind:
-- Abweichungen von arabisch-islamischen Normen
-- absolut sozialpolitischem Programm (S.484)
Um das Vorgehen der Reformen entstehen aber heftige
politische Richtungskämpfe um die "arabische Einheit".
Es kommt zu einer Machtergreifung einer vor allem
alawitisch-schiitischen Offiziersgruppe gegen die vor
allem akademisch-bürgerliche Baath-Partei, mit Planung
der sozialen Revolution und einer arabischen Einheit
"von unten".
Diese Einheit zu verwirklichen scheitert aber, weil die
Alawiten-Schiiten selbst in der Minderheit sind, in
Syrien wie im Irak (S.485).
[Es zeigt sich immer noch die ethnisch-religiöse Ordnung
unter den Parteien. Eine Einheit im Pluralismus schaffen
die arabischen Länder noch nicht].
1961
Irak: Ansprucherhebung auf
Kuwait
das immer noch unter britischem Schutz steht (S.257).
ab 1961
Irak-Syrien: Streit um die
regionale Führungsrolle in der Baath-Bewegung
(S.485)
Israel:
Umstellung auf kapitalistische Wirtschaft und
Abkommen mit EG - Kurdenaufstand in Irak und
Gründung einer demokratisch-sozialistischen Republik
- Gründung der PLO - Unabhängigkeit der VR Jemen
1967 - Abzug der UN-Truppen aus Gaza und neuer Krieg
Ägyptens gegen Israel mit Gegenschlag und Krieg um
Suezkanal und Blockade durch versunkene Schiffe -
Israel als negatives Vorbild gegen Pluralismus -
Krieg der zwei Jemen - Ägypten unter Sadat ab 1970 -
kurdische Regierungsbeteiligung im Irak -
jordanischer Bürgerkrieg und Vertreibung von
Palästinensern - Palästinakrieg 1973 mit jüdischen
Truppen westlich des Suezkanals und östlich der
Golanhöhen - Ölkontingentierung der OPEC als
Vergeltung - kurdischer Freiheitskampf - erste Rede
Arafats vor der UNO - Jordanien verzichtet auf
Westjordanland - Ausbruch des libanesischen
Bürgerkriegs 1975 - Sinai-Vertrag
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Die arabische Welt ist mit der Konfrontation der
jüdischen wie der westlich-kapitalistischen und der
östlich-kommunistischen Seite völlig überfordert. Im
Vorderen Orient herrscht politisch das nackte Chaos. Die
Palästinenser sind zum Schluss nirgends mehr beliebt,
können sich dann aber doch endlich vor der UNO Geltung
verschaffen. Die Kurden dagegen bleiben von der UNO
ausgeschlossen.
Chronologie (Fortsetzung)
1962
Israel: Wirtschaftskrise
und Umstellen der Wirtschaftspolitik auf Kapitalismus
- erste Auseinandersetzungen um das Jordanwasser
Israels Regierung ist gefordert, endlich die passive
Handelsbilanz abzubauen. Massnahmen sind
-- Abbau der Schutzzölle
-- Verhandlungen mit der EG
Währenddessen kommt es immer wieder zu arabischen
Kriegsdrohungen wegen der Nutzung des Jordanwassers,
wegen Grenzzwischenfällen und des Miltärbündnisses mit
dem Iran (dtv-Atlas, S.259).
[Die Palästinenser, und erst recht die vertriebenen
Palästinenser, bleiben wie die Kurden ohne jede
Staatsrechte auf der Welt und von jeglichem Öl-Profit
ausgeschlossen].
1962-1964
Irak: Kurdenaufstand
unter Mustafa Barzani mit der Forderung auf Autonomie
(dtv-Atlas, S.257)
[durch "Sowjetunion" gefördert?]
1963
Irak: Militärrevolte von
Militär und Baath-Partei gegen Qasims Politik
-- Ermordung von Qasim
-- die Unruhen des Kurdenaufstands halten aber an
(dtv-Atlas, S.257).
VAR-Pläne Arabiens mit
Syrien und dem Irak
Drohungen gegen die jüdische Jordanwasser-Umleitung
(dtv-Atlas, S.257).
1964
Israel: Handelsabkommen mit der EG
(dtv-Atlas, S.259)
Palästina: Gründung der
"Palästinensischen Befreiungsorganisation" PLO unter
wesentlicher Beteiligung von Nasser
Erster Vorsitzender der PLO: Ahmad as-Suqayri, der die
gewaltsame Sprache Nassers kopiert [und damit die ganze
Welt ebenfalls in Atem hält].
Die palästinensische junge Generation betätigt sich in
der PLO als "sozialrevolutionäre Speerspitze" des
Nasserschen Panarabismus und spannt ein Netz von Zellen
um die gesamte Arabische Halbinsel und Jordanien
(S.484).
Irak: Gründung der
demokratisch-sozialistischen Republik
und: Ende des Kurdenaufstands (dtv-Atlas, S.257).
Okt 1964-Aug 1967
Jemenitischer Bürgerkrieg:
mit ägyptischen und saudischen Truppen
Das ägyptische Eingreifen unter Nasser (S.483) ist
nur ein "Nachhutgefecht" des absteigenden Nasserismus
gegen die aufsteigende Ölmacht Saudi-Arabien (S.484).
Royalisten mit Saudischer Hilfe und Republikaner mit
ägyptischer Hilfe bekriegen sich um die Vormachtstellung
(dtv-Atlas, 293).
1965
Arabien-DDR: Staatsbesuch
von DDR-Chef Ulbricht in Arabien aus Protest gegen die
Israel-Hilfe der BRD
(dtv-Atlas, S.257)
ab 1965 ca.
VR Jemen: Schwere Unruhen
im als "Südarabische Föderation" bezeichneten britischen
"Schutzgebiet", das Aden und Aden-Protektorate umfasst
(dtv-Atlas, S.293).
1966
Jemen: Rückzug der
ägyptischen Truppen
(S.434)
1967
VR Südjemen wird
selbständig
Die englischen Truppen müssen verschwinden. Enteignung
der Grossgrundbesitzer (S.293).
Mai 1967
Palästina/Israel: Abzug der
UN-Truppen aus dem Gaza-Streifen
Es folgt der israelisch-arabische Krieg (dtv-Atlas,
S.275).
Juni 1967
Sechstagekrieg, Blamage von
Nasser
Ägypten, das sich weiter als VAR bezeichnet, gibt die
Sperre des Golfs von Elath bekannt und startet einen
arabischen Truppenaufmarsch gegen Israel. Mit schneller
Reaktion besetzen jüdische Truppen unter
Verteidigungsminister Moshe Dayan den Gaza-Streifen, die
Sinai-Halbinsel, das West-Jordanland und die syrischen
Golan-Höhen (dtv-Atlas, S.293).
[dabei wieder Vertreibung von 1000en von Palästinensern
und territoriale Besetzungen im Sinn von Herzl "Der
[Fantasie]-Judenstaat": Araber kann man vertreiben...].
Nasser hat seine politische
Position überreizt
Der Nasserismus kommt nicht zum Durchbruch (und
entpuppt sich als Machtphantasie) (S.483).
Der Sechstagekrieg ist gleichzeitig das Ende der
muslimischen Massenbewegungen des Baathismus und
Nasserismus. Der Baathismus siegt über den Nasserismus
+ neue arabische Formierungen der Macht mit der OPEC und
den entsprechenden Finanzoligarchien, die die jeweiligen
Regierungen gefährden (S.434).
Der Krieg dient Israel mehr zur Demonstration der
Überlegenheit, weniger zum Schutz der Sicherheit
(S.492).
[Der Suezkanal ist dank
Israels Bomben blockiert
Im Suezkanal sind Schiffe versenkt und der Kanal
bleibt bis 1975 unbenutzbar, ein jüdisches-militärisches
Werk, auf das Moshe Dayan und seine rechtsextremen
jüdischen Mitstreiter stolz sind].
1967
UNO-Resolution 242
(S.492) [zur Einhaltung der Grenzen des
Palästina-Teilungsplans].
Dez 1967
Jemen: Ende des
Bürgerkriegs
(dtv-Atlas, S.293)
ab 1967
Israel verdammt den
Pluralismus - negatives Vorbild für den
pluralistischen Libanon
Die israelische Besetzung und Vertreibung weiterer
Palästinenser ist im Libanon Vorbild für ebensolche
einseitige Lösungen. Der pluralistisch organisierte
Libanon wird allmählich geistig destabilisiert (S.493).
1968
Palästina/Israel: neue
Grenzzwischenfälle, Sabotageakte der Al Fatah und
Vergeltungsaktionen Israels
(dtv-Atlas, S.293)
Irak: Machtergreifung der
Baath-Partei - Kampf um Einheit scheitert ebenfalls
Die Baath-Partei ist angeführt von einer
sunnitisch-arabischen Minderheit. Der Baathismus kommt
aber in den anderen arabischen Ländern nicht zum
Durchbruch (S.485)
[und entpuppt sich als Machtphantasie].
1969
Ägypten-Israel:
Suezkanalgefechte - "US"-Friedensplan -
palästinensische Flugzeugentführungen und Anschläge
Zunehmende Feuergefechte am Suezkanal. Die "USA"
entwirft einen "Friedensplan". Die palästinensische
Seite beginnt mit Flugzeugentführungen und Anschlägen,
ihr Recht auf ein eigenes nationales Staatsgebiet zu
vertreten (S.293),
[Dieses Recht auf ein eigenes Staatsgebiet der
Palästinenser wird von der ganzen Welt weiter nicht
beachtet].
1970
Jordanien: Bürgerkrieg
Regierungstruppen gegen Guerilla
(S.293)
Nov 1970
VR Südjemen: Umbenennung in
Demokratische VR Jemen
(dtv-Atlas, S.293)
Dez 1970
Jemen: Verfassung der
Arabischen Republik Jemen
Kriegerische Auseinandersetzungen mit der
Volksrepublik Jemen bis 1973 (dtv-Atlas, S.293).
1970-1981
Ägypten: Regime von Sadat
(S.367)
-- mit wirtschaftlicher Öffnung an den "Westen"
-- mit politisch-militärischer Anbindung an den "Westen"
(S.368).
Anfang 1970
Israel-Ägypten:
Feuereinstellung am Suezkanal
aber die palästinensischen Einzelaktionen und jüdische
Vergeltungsakte dauern an (dtv-Atlas, S.293).
1970
Irak: Beteiligung der
Kurden an der Regierung
(S.293)
1971
Saudi-Arabien: Schaffung eines Rats der Höchsten
‘Ulama/Religionsgelehrten
-- ändert nichts an der Trennung von Religion und
Staatsinstitution
-- ist eine Legitimation für die Herrschaft der Familie
der Al Sa ‘ud (S.498).
Jordanien: Niederkämpfen
der Guerilla durch die Regierungstruppen
(dtv-Atlas, S.293)
Iran-VAE: Iranisches
Militär entreisst den Vereinigten Arabischen Emiraten
3 Inseln im Persischen Golf
-- die Inseln: Abu Musa, Grosser Tumb und Kleiner Tumb
-- die Inseln werden zum Zeichen der Vormachtstellung
Irans am Persischen Golf (S.495).
OPEC: Konferenz von Teheran
beschliesst eine 30 %-ige Preiserhöhung für Erdöl
Die Preiserhöhung bleibt ohne grössere internationale
Resonanz (S.490).
Sep 1971
Jordanien: Vertreibung
palästinensischer "Freischärler" - neue PLO-Stellungen
im Südlibanon - Israels Pauschalvergeltung in Libanon
Vertreibung palästinensischer "Freischärler" aus
Jordanien, die daraufhin im Südlinbanon ihre neue
Ausgangsstellung gegen Israel schaffen.
Die dortige schiitische Bevölkerung wird grösstenteils
einer Art Besatzung politisch unterstellt und den
israelischen Gegenschlägen ausgeliefert:
-- Sprengung südlibanesischer Dörfer
-- Flüchtlingsströme nach Sidon und Beirut
-- Rückgang von Investitionen (S.494).
Entwicklungen im Libanon:
-- das labile pluralistische Gleichgewicht des Libanon
wird durch die PLO-Freischärler sehr belastet.
-- die libanesische Regierung ergreift auch kaum
Massnahmen gegen die Palästinenser
-- dagegen starten die christlichen Maroniten des
Libanon eine Gegenreaktion gegen die muslimische PLO im
Land und werben für eine Zusammenarbeit mit Israel
(S.494).
[1972
München: Olympiade:
Palästinenseranschlag gegen Fantasie-Juden]
Okt 1973
Palästina-Israel:
Ramadan-Krieg - Ölwaffe gegen den Westblock
-- Ägypten unter Anwar as-Sadat lässt seine Truppen auf
dem Sinai angreifen. Der Angriff ist von Anfang an als
"begrenzter Krieg" geführt (S.493)
-- in der Folge besetzen jüdische Truppen Gebiete auf
der westlichen Seite des Suez-Kanals (S.490) und auf der
östlichen Seite der Golanhöhen in Syrien (dtv-Atlas,
S.293).
Der saudische König Faysal treibt zum Einsatz der
Ölwaffe als Antwort der europäisch-weiss-amerikanischen
Unterstützung für Israel (S.497).
Die arabischen Länder greifen zur Ölwaffe [gegen den
Westblock, der das rassistische Israel weiter
aufrüstet], und fördern nach einem Kontingentsbeschluss
nur noch eine begrenzte Menge Öl (S.490).
ab 1973
Destabilisierung des
Libanon - Kissingers "Entflechtungs"-Plan
Der Libanon wird im Zuge des Palästinakonflikts weiter
geistig und moralisch destabilisiert, ohne dass die
Regierung in Libanon Massnahmen trifft (S.493). Kämpfe
zwischen Armee und Palästinensern bringen keine Lösung
(dtv-Atlas, S.293).
Der "US"-Aussenminister Kissinger versucht mit
persönlicher Diplomatie eine "Entflechtung" zwischen dem
Israel-Problem und Ölfördermenge zustande zu bringen
(dtv-Atlas, S.293) (mit Ziel der Spaltung der Arabischen
Liga).
1974
Libanon: Überfälle
palästinensischer Aktivisten auf israelische
Ortschaften vom Libanon aus
(S.293)
ab 1974
Irak: Kurdenkrieg.
Freiheitskampf der Kurden
(S.293)
Jan 1974
"USA"-Ägypten:
Entflechtungs-Abkommen
und Abkommen zur Schaffung von mit UN-Truppen besetzten
Pufferzonen (dtv-Atlas, S.293).
April 1974
Arabische Republik Jemen:
Militärjunta
(dtv-Atlas, S.293)
Mai 1974
"USA"-Syrien:
Entflechtungs-Abkommen
und Abkommen zur Schaffung von mit UN-Truppen besetzten
Pufferzonen (dtv-Atlas, S.293).
Juli/August 1974
Zypern-Konflikt durch
türkische Invasion und Teilung der Insel
Beginnendener Dauerstreit zwischen der Türkei und
Griechenland um die Insel, inbegriffen ein Mauerbau wie
in Deutschland (dtv-Atlas, S.287).
Nov 1974
"USA"-Europa: Gründung
einer "Internationalen Energie-Agentur"
zur
-- Koordinierung von Massnahmen der Ölverbraucherländer
-- neue Strategie westlicher Erdöl- und Energiepolitik
-- Erschliessung von Erdölvorkommen ausserhalb der OPEC
-- Entwicklung von Alternativenergien wie Sonnen- und
Nuklearkraft
-- Energie-Sparmassnahmen (S.490).
Palästina-UNO: Rede von
Arafat vor der UNO - Forderung eines pluralistischen
Palästina - UNESCO rügt Israel-Rassismus
Zum ersten Mal wird an der UNO ein Vertreter des
palästinensischen Volkes als Redner zugelassen. PLO-Chef
Yassir Arafat fordert einen demokratischen Staat
Palästina ohne Diskriminierung irgendeiner
Bevölkerungsgruppe.
Gleichzeitig unterstützt die UNESCO-Konferenz in Paris
die palästinensischen Anliegen und erhebt Vorwürfe gegen
Israel. Verabschiedung einer Resolution zur
Unterstützung von Revolutionsbewegungen und der Araber
in den von Israel besetzten Gebieten (dtv-Atlas, S.275).
14.11.1974
Libanon-UNO: Präsident
Frangiyya wirbt für pluralistisches Israel-Palästina
Der libanesische Staatspräsident Frangiyya empfiehlt im
Auftrag der arabischen Konferenz von Rabat vor der UNO
eine pluralistische Lösung für Israel-Palästina und
verweist dabei auf den Libanon, obwohl die Stimmung in
Libanon bereits auf Bürgerkrieg steht (S.493).
Ende 1974 ca.
Jordanien: Verzicht auf das
Westjordanland zugunsten der Palästinenser
(S.293)
ab 1974
"USA"-Europa-OPEC: Europa
und die "USA" sind bestrebt, die Nahostpolitik von der
Ölpolitik der arabischen Staaten abzukoppeln
(S.497)
1975
Wirtschaftskrise in Europa bewirkt Erosion des
Ölpreises
(S.490)
plus: Entstehen eines Handelskrieges zwischen Europa,
den "USA" und den Ölförderländern um den Absatz von
Erdölprodukten. Die EG zeigt protektionistische
Tendenzen (S.491).
Libanon: Ausbruch des
Bürgerkriegs der Konfessionsgemeinschaften -
Zerstörung der Schichtenbildung in der Gesellschaft
Schiiten gegen Maroniten, mit drusischer Komponente, mit
dem Ziel, die Machtanteile im Proporz des Nationalpakts
von 1943 zu verändern (S.493).
Die Städte sind zudem überkonfessionelle Unruheherde, wo
die Schichtenbildung noch nicht gefestigt ist, politisch
ordnend zu wirken.
Der Krieg ist ein Kennzeichen eines Übergangsstadiums,
dessen Prozess nicht in Ruhe ablaufen kann. Der Prozess
der Schichtenbildung wird zerstört (S.494).
Intervention syrischer
Truppen im Libanon für einen Waffenstillstand
(dtv-Atlas, S.293)
Saudi-Arabien: Ermordung
von König Faysal, Nachfolger König Khaled. Kronprinz
Fahd
(dtv-Atlas, S.293)
Jordanien-Syrien:
Vereinbarung einer Zusammenarbeit
(dtv-Atlas, S.293)
Mitte 1970er Jahre/ 1975 ca.
Iran unterstützt im Irak
kurdische Rebellen
-- und bedroht so das Regime von Saddam Hussayn
-- der Iran steigt unter Pahlavi zudem zu einer
Vormachtstellung am Persischen Golf auf (S.495).
6.3. 1975
Irak-Iran: Grenzabkommen
über den Satt al-’Arab
-- über die Grenzlinie in der Mitte des Flusslaufs
-- Saddam Hussayn hofft aber gleichzeitig auf einen
Sturz der Pahlavi-Dynastie in Iran und die Aufhebung des
Abkommens (S.495).
April 1975
Irak-Iran:
Normalisierungsabkommen - "Beendigung" des
Kurdenkriegs
Der Freiheitskampf der Kurden wird durch das
irakisch-iranische Normalisierungsabkommen beendet.
Waffenstillstand und Generalamnestie, doch weiterhin
Verfolgungen und Zwangsumsiedlungen (S.293).
Okt 1975
Ägypten-Israel:
Sinai-Vertrag und Verpflichtung zur friedlichen
Konfliktlösung
(S.293)
Mullah-Revolution
im Iran 1978 - Camp-David-Autonomievereinbarung -
Syrien als Ordnungsmacht im Libanon - Ausbruch
Iran-Irak-Krieg 1980 - jüdische Invasion im Libanon
1982 - stetiger Kreislauf der Reformversuche in der
islamischen Welt
Zusammenfassung
Der Ölschock hat seine Wirkung getan. Die "USA"
setzen ihre vermittelnde Rolle zu einer politischen
Befriedung Palästinas fort. Im Libanon etabliert sich
eine syrische Ordnungsmacht. Um den Satt al-’Arab
entflammt der Iran-Irak-Krieg um die Vorherrschaft am
Persischen Golf, wo Israel und die "USA" dauernd
Verwicklungen befürchten müssen. Schliesslich kommt es
zur jüdischen Invasion im Südlibanon und zu neuen
völkerrechtswidrigen Vertreibungen. Es zeigt sich, dass
der Kreislauf der Gewalt nur durch Vernunft zu lösen
ist. Die militärischen Strategien haben ausgedient, weil
die Völkerrechte und Menschenrechte ihnen
entgegenstehen.
Chronologie (Fortsetzung)
Juni/Juli 1976
Palästina/Israel:
Flugzeugentführung einer jüdischen El-Al-Maschine nach
Entebbe/Uganda
und Befreiung der Geiseln durch ein jüdisches Kommando
(S.293).
Nov 1977
Palästina: Sadat-Reise nach
Jerusalem - Friede Ägypten-Israel - Verrat an
Palästinensern
mit Ziel:
-- Rückgabe des Sinai durch Israel
-- Betonung der Vorreiterrolle Ägyptens in der
"Palästinafrage" gegenüber der anderen arabischen Welt
-- Sadat geht es vorrangig um den Sinai. Er löst den
Zusammenhang zwischen Friede und Forderung nach einem
Palästinenserstaat auf (S.493)
[was für die Palästinenser einen Verrat bedeutet].
1978
Iran: Mullah-Revolution:
Iran verliert seine politische Vormachtstellung am
Golf
Folge: Saddam Hussayn hofft auf eine "Rückeroberung"
seiner Vormachtstellung am Persischen Golf:
-- fordert die Revision des Satt al-’Arab-Abkommens von
1978
-- fordert Autonomie für die Araber in Chusistan
-- fordert die Rückgabe der von Iran 1971 besetzten 3
Inseln Abu Musa, Grosser Tumb und Kleiner Tumb an die
Vereinigten Arabischen Emirate.
Die Anrainerstaaten des Persischen Golf honorieren
Saddam Hussayn das Engagement in der Inselfrage nicht
(S.495).
[Ergänzung:
Der "amerikanische"
Geheimdienst CIA fördert die Mullah-Revolution gegen
die UdSSR
um die UdSSR an der Südgrenze zu destabilisieren.
aus:Andreas von Bülow: Die CIA und der 11.September.
Internationaler Terror und die Rolle der Geheimdienste.
Piper-Verlag. München/Zürich 2003].
Dez 1978
Palästina:
Autonomievereinbarung von Camp David
für das Westjordanland und den Gaza-Streifen (S.492).
Ende 1970er Jahre/ ab 1978 ca.
Libanon: Syrische
Vermittlung im gesamtarabischen Auftrag
Syrien wird politische Ordnungsmacht im Libanon, was die
Likud-Regierung in Israel nicht akzeptieren will
(S.494).
[Dabei war es Frankreich gewesen, das im 19. Jh. den
Libanon von Syrien abgespaltet hat...].
1979
Saudi-Arabien: Besetzung
der Moschee in Mekka
(S.498)
1980 ca.
Palästina: Die PLO erlebt
ein politisches und militärisches Desaster in
Südlibanon und in Beirut
(S.492)
Persischer Golf: Gründung
des Gulf Cooperation Council GCC
Der Irak wird davon ausgeschlossen mit der offiziellen
Begründung, dass der Irak kein eigentlicher Golfstaat
sei (S.495-496).
1980
Libanon-Bürgerkrieg
Die vielen verschiedenen Richtungen des Pluralismus
bekämpfen sich gegenseitig (S.498).
Sep 1980
Ausbruch Iran-Irak-Krieg
-- von zwei irredentistischen Regimen:
-- panarabischer Baathismus (Irak) konfrontiert
schiitischen Fundamentalismus (Iran).
-- Anlass ist die Auseinandersetzung um den Flusslauf
zwischen dem Zusammenfluss von Euphrath und Tigris bis
zum Persischen Golf, den Satt al-’Arab. Saddam Hussayn
will die Grenzlinie durch den Fluss, wie sie seit dem
Abkommen von Algier von 1975 besteht, "korrigieren"
(S.495)
-- Angriff irakischer Militäreinheiten am Satt al-’Arab
gegen den Iran, Besetzung von Chusistan. Das
Mullah-Regime ist gefährdet (S.496).
[Ergänzung:
-- Europa unterstützt Irak gegen Iran, weil die Mullahs
für Europa bedrohlich erscheinen
-- Israel unterstützt Iran gegen Irak, weil der Irak für
Israel bedrohlicher erscheint].
1980er Jahre
Libanon-Bürgerkrieg: mit
Einmischung der faschistischen "Syrischen Volkspartei"
(S.479)
Anfang 1981 ca.
Iran: Gegenangriff gegen
die irakische Invasion, mit Libyen und Syrien auf
seiner Seite
Iran lässt mit Menschenwellen die irakische Armee aus
Chusistan vertreiben. Die iranische Führung hat dabei
die Ziele:
-- Konsolidierung des Mullah-Regimes unter der
"Fantasie-Islamisch-republikanischen Partei" IRP
-- Entmachtung der Regierung Bani Sadr
-- Export der Mullah-Revolution in den Irak und in
weitere arabische Staaten (S.496).
Mai 1981 ca.
Irak: Gegenwehr gegen die
iranische Invasion
unter der Losung "Qadisiyyat Saddam" für eine
gesamtarabische Abwehr gegen die revolutionäre iranische
Bedrohung
-- unter der Botschaft einer zivilisatorischen Mission
"im Auftrag des wahren Fantasie-Islam", was eine Form
eines neuen Baathismus ist
-- Saddam erhält dafür Aufrüstung durch russische,
französische und ägyptische Waffenlieferungen
In der Folge verwandelt sich der Krieg in einen
Stellungskrieg und die beiden Mächte schwächen sich
gegenseitig, was v.a. Israel mehr Sicherheit vermittelt
(S.496).
7.6.1981
Irak-Israel: Die
Israelische Luftwaffe zerstört einen irakischen
Nuklearreaktor
(S.496)
[nicht erwähnt:
-- Wie ging die Zerstörung vor sich?
-- Wieviel Radioaktivität ist bei der Zerstörung
ausgetreten und belastet die Bevölkerung und den Boden?]
ab 1981
Ägypten:
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali wird zu einem Helden
hochstilisiert
(S.367-368)
[Fantasie]-Muhammad ‘Alis Versuch der Selbstbehauptung
von 1805-1840 wird mit dem Kampf von Präsident Nasser
verglichen und Präsident Sadat verdammt (S.368).
1982
Israels Invasion im Libanon
-- Invasion jüdischer Truppen, von Barbarei und
Vertreibung begleitet (S.493)
-- ist eine Konkurrenzhandlung gegen Syrien als
Ordnungsmacht im Libanon (S.495).
Ziele der israelischen Invasion:
-- Zerschlagung der PLO
-- Bündnis mit dem Libanon unter Basir al-Gumayyil, um
den Machtgewinn Syriens zu schmälern (S.495).
Sep 1982
Palästina:
Reagen-Initiative zum föderalistischen Anschluss der
von Israel besetzt gehaltenen palästinensischen
Gebiete Westjordanland und Gaza an Jordanien
Diese Initiative ist gegen einen eigenständigen
palästinensischen Staat gerichtet, sollte vermutlich
auch das politische Ende der PLO herbeiführen, oder
sollte einen Palästinenserstaat, der keine politische
Linie hätte, verhindern. Die Initiative verhindert einen
Bürgerkrieg in Palästina (S.492).
ab Mitte 1980er Jahre/ ab 1985 ca.
Irak-Iran-Saudi-Arabien:
Vermittlungsversuche von Saudi-Arabien zwischen
Teheran/Damaskus und Bagdad
-- im Rahmen der Organisation der Fantasie-Islamischen
Konferenz
-- die "USA" nehmen zusätzlich diplomatische Beziehungen
zu Bagdad wieder auf (S.496).
[1989
"Sowjetunion": Entschärfung
der West-Ost-Konfrontation durch Gorbatschow und
Glasnost
-- im Ostblock werden die Geheimakten freigegeben
-- aber nicht im Westblock!! Im Westblock herrscht bis
heute keine Glasnost!!
-- die russischen Geheimakten lassen viele
Manipulationen der Westmächte in der Welt auffliegen].
[1990
Irak-Kuwait-Krieg um die
Vorherrschaft am Golf
mit englisch-französisch-amerikanischem Eingreifen]
[ab 1990
Balkan: Auflösung
Jugoslawiens und Kriege Serbiens gegen seine Nachbarn
Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina, mit der
Phantasie für ein Grossserbien bis Istanbul, vor allem
aber gegen Fantasie-Muslime, die Vorposten des
vergangenen Osmanischen Reiches. Statt eine konstruktive
Politik zu betreiben, hetzen die serbische Regierung und
die dortige orthodoxe Kirche mit Russland im Rücken zu
einer völlig veralteten Welteroberungseinstellung].
[1991
Deutschland: Mauerfall]
[1999
Kosovo-Krieg - Verweigerung
der Unabhängigkeit an Kosovo
Krieg Serbiens mit Hetze der orthodoxen Kirche zur
Vertreibung der muslimischen Kosovo-Albaner und
endgültige serbische Niederlage und Inflation.
Westliches Diktat zum Pluralismus eines Kosovo innerhalb
Serbiens und Verweigern der Unabhängigkeit des Kosovo].
Bilanz der arabischen
Geschichte und Gesellschaftsentwicklung
-- alle arabischen Reformen ab 1800 zu einer
"Selbstbehauptung" scheitern
-- alle Formen eines freien, offenen Parlamentarismus
scheitern (S.496).
Die arabische Gesellschaft befindet sich weiter im
Übergang von ethnischer Stammeskultur zur
pluralistischen Gesellschaft, und ist deswegen anfällig,
ihre immensen Konflikte nach aussen zu lenken, wo sich
die Gelegenheit bietet.
Die Bildung gesellschaftlicher Schichten unabhängig von
der Stammesstruktur führt zu einer Mischgesellschaft,
die sehr angreifbar und labil ist (S.499).
-- Kuwait und Bahrain haben längere Zeit Ansätze für
parlamentarische Systeme.
-- Problem bleibt die Integration von z.B. zuströmenden
Bevölkerungsgruppen.
-- Problem bleibt auch der Rückhalt in islamischen
Staaten auf herrschende Familien, der immer noch grösser
ist als der Rückhalt in einem funktionierenden
demokratischen System.
-- Das Parlament wird in islamischen Staaten nicht zu
einem freien Kritik- und Beschlussorgan, sondern zu
einem "exklusiven Konsultativrat", beruhend auf der
patrimonialen Gewalt von Familienoberhäuptern.
-- Muslimische Agitation kann aber auch schon diese
Ansätze zu einem Parlamentarismus sofort wieder
gefährden (S.500).
Schlussfolgerung
Die theokratische islamische Konsensgemeinschaft ist
mit einem Pluralismuskonzept unvereinbar.
Alle islamischen Reformbewegungen scheitern an
Familienherrschaften und Stammeslinienprioritäten.
[Gleichzeitig scheitern alle westlichen Versuchen, die
islamisch geprägten Gesellschaften zu "verwestlichen"].
Nacheinander scheitern Parteien, Autonomiebewegungen,
vor allem aber Kommunisten und Gewerkschaften, wie auch
das Prinzip der égalité/Gleichheit, das zwar attraktiv,
aber wegen der Gleichheit verschiedener Glaubensgruppen
und Atheisten nicht im islamischen Sinn verwirklichbar
ist.
Die populistisch arbeitende Muslimbruderschaft strebt
die Rettung der Theokratie an und hat Erfolg (S.500)
[dank der Fehler der christlichen Machthaber, dann mit
dem Feindbild Israel].
Alle islamischen Reformbewegungen drehen sich im Kreis
und die Krisis des Fantasie-Islam in der Konfrontation
mit der westlichen Aufklärung ist tagtäglich
unüberwindbar:
"Die Krisis der (arabisch-muslimischen) politischen
Kultur scheint demnach gleichsam zyklisch
fortzubestehen" (S.500).
Schlusskommentar
Zur Veränderung des Fantasie-Islam selber kam es in
seiner Geschichte nicht. Die eigentliche Blockade im
Fantasie-Islam wie die Verbindung zwischen Religion und
Staatsautorität wird nie aufgelöst, soll vielleicht auch
nie aufgelöst werden, um nicht gottlos zu regieren.
Damit wird aber Zensur gefördert und liberale
Entwicklung vermieden.
Wenn man die Gesamtbilanz betrachtet, hat die
"christliche" "aufgeklärte" Welt ab 1400 die muslimische
Welt in einem riesigen Weltkrieg aller ihrer
ökonomischen Strukturen beraubt:
-- der Suezkanal entzog dem Vorderen Orient den
Zwischenhandel
-- die englischen Baumwollmonokulturen führten zur
Getreideknappheit
-- die Kriegswirtschaften und die Weltwirtschaftskrise
liessen die Bevölkerungen dreimal verarmen
-- zusätulich erreichten den Nahen Osten auch noch
japanische Fabrikate, die mit Hilfe des Suezkanals die
Verarmung der Fantasie-Muslime förderten.
Die Parallele zur Vernichtung der Indianer tut sich auf.
Der Gewinner der Krisen war in den Augen des Arabers
immer "der Europäer". So weit ging die Vernichtung der
Fantasie-Muslime aber nicht, weil die Fantasie-Muslime
sich in ihre Unterlegenheit fügten und weiter einen
Fantasie-Gott als Mittelpunkt hatten, wogegen die
Indianerausrottung durch deren Gegenwehr geschah. Es
fragt sich nur, wann die europäische "Kultur" - eher:
die europäische Gier - und davon vor allem die Bankiers
und die Industriellen - einsehen, was bei den
muslimischen Völkern im Vorderen Orient für eine Schuld
abzutragen ist.
Zusätzlich begann Europa ein Israel zu unterstützen, das
eine Hauptschlagader der arabischen Welt blockierte,
übrigens ein Israel, das auch unter Fantasie-Juden zum
Teil sehr umstritten ist. Dieses rassistische
Herzl-Israel, das sich bis heute vom Herzl-Buch "Der
[Fantasie]-Judenstaat" nicht distaziert, ist für die
Fantasie-Muslime das "Tüpfelchen auf dem i" der
westlichen Unverfrohrenheit, und deswegen hat die
islamische Welt dann auch zur Waffe gegriffen.
Der Fantasie-Islam steht für andere Werte als der
Kapitalismus. Eines Tages kann die europäische
Gier-Kultur vielleicht noch etwas davon lernen, auch
wenn die islamistischen Länder kaum den Weg zu freien
Demokratien finden werden, weil die Abstammungsfragen
alle anderen politischen Probleme überragen.
Komisch ist es doch, dass der "Fortschritt" bis heute
nicht zu einem Weltfrieden geführt hat. Die christlichen
Hetzereien gehen weiter, siehe Balkan, und der
kapitalistische Westen will nicht imstande sein, die
Kriege auf dem Balkan zu verhindern. Eine Zigarre des
"US"-Präsidenten bei einer Frau Lewinski ist
wichtiger als ein Weltfrieden. Warum denn wohl? Kriege
sind für die kapitalistischen Staaten nützlich, neue
"Interessen" durchzusetzen. Die Gier nach "Interessen"
hat eben bis heute noch nicht aufgehört. Wir haben aber
nur eine Erde.